Heizungsförderung Meldung

Wer sich zu einer modernen Heizanlage durchgerungen hat, kann mit Fördergeldern rechnen. Am stärksten profitieren Eigenheimbesitzer, die sich informieren und zügig handeln.

Auf rund 3,5 Millionen schätzen Experten die Zahl dringend erneuerungsbedürftiger Kessel in privaten Heizkellern. Die Anlagen sind zu alt, zu groß und holen zu wenig Wärme aus den teurer werdenden Brennstoffen. In diesem Sommer gibt es aber noch ganz spezielle Gründe, um aktiv zu werden: Die Öl- und Gaspreise drehen immer unberechenbarere Kapriolen, die Energieeinsparverordnung (EnEV) und andere Vorschriften verlangen effektivere und sparsamere Heiztechnik und für Energiesparer sprudeln die Förderquellen besonders reichlich.

Billige Kredite von der KfW

So fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Einbau moderner Heizungen. Im April wurde mit dem „Wohnraummodernisierungsprogramm 2003“ ein neues Instrument geschaffen, das mit acht Milliarden Euro alle Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten an selbst genutzten und vermieteten Wohngebäuden unterstützt. Das betrifft auch die Modernisierung der Heizung.

Wer den Antrag noch in diesem Jahr stellt, erhält einen Kredit, der vier Jahre lang zinsverbilligt ist (Beispiel: effektiver Jahreszins im ersten bis vierten Jahr 2,63, danach 4,68 Prozent bei 20-jähriger Laufzeit und fünfjähriger Zinsbindung). Anträge ab 2004 werden nur noch mit drei Jahren Zinsverbilligung belohnt. Die förderfähigen Kosten betragen 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für ein Haus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche stehen somit 30 000 Euro zur Verfügung.

Wie bei allen KfW-Programmen wird das Geld über die Hausbank beantragt und zugeteilt. Ein Nachteil des neuen Programms: Die Zeit der Zinsverbilligung fällt relativ kurz aus und nach vier oder drei Jahren schlägt der Marktzins durch. Hauptvorteil: An die Geldvergabe sind kaum Voraussetzungen oder technische Bedingungen geknüpft, wie sie für andere KfW-Programme typisch sind.

So fließt im „CO2-Gebäudesanierungsprogramm“ Geld für die Erneuerung der Heizanlage nur, wenn gleichzeitig auch Dach und Wände (Paket 1) oder Dach und Keller gedämmt und Fenster erneuert werden (Paket 2) oder wenn neue Fenster und ein umweltschonender Energieträger dazukommen (Paket 3).

Neue Kombinationen

Seit Anfang Mai gibt es das Paket 5, das den Austausch von Öl- und Gaskesseln fördert, wenn sie vor dem 1. Juni 1982 eingebaut wurden und durch Brennwertgeräte in Kombination mit Solarkollektoranlagen ersetzt werden. Außerdem förderfähig: der Austausch von Nachtspeicher-, Kohlezentral- und Einzelheizungen auf Kohle-, Öl- oder Gasbasis durch Geräte, die den Anforderungen der EnEV entsprechen. Die Zinsen des Programms sind unschlagbar günstig (derzeit ab 2,12 Prozent effektiv über die gesamte Laufzeit). Die Förderung für Paket 5 beträgt maximal 80 Euro pro Quadratmeter, für die Pakete 1 bis 3 bis 250 Euro.

Mit ihrem „Programm zur CO2-Minderung“ bietet die KfW eine dritte Finanzierungsquelle. Mit Effektivzinsen von derzeit 3,94 bis 4,43 Prozent hilft das Programm zum Beispiel dann, wenn alte Heiztechnik durch moderne Brennwert- oder Niedertemperatur-Kessel oder durch Kraft-Wärme-Kopplung ersetzt wird. Gleichzeitig andere Energieeinsparungen sind nicht erforderlich. Die Zinsen liegen deutlich höher als beim Gebäudesanierungsprogramm, dafür gibt es weniger Einschränkungen oder technische Vorgaben für eine Kreditvergabe.

Welches Programm den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht, sollte mit der Hausbank oder der KfW rechtzeitig vor der Sanierung beraten werden. Wer erst beginnt und später den Antrag stellt, bekommt keinen Cent von der KfW. Auch ein Energiecheck kann sich vorher lohnen. Untersucht ein zugelassener Energieberater das Haus auf Wärme­löcher, übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle den Großteil des Beraterhonorars (bis zu 330 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser).

Regionale Angebote nutzen

Auch Bundesländer, Gemeinden und Energieversorger greifen Heizungssanierern unter die Arme. Während sich Schleswig-Holstein mit der Unterstützung des KfW-Programms zur CO2-Minderung begnügt, indem es zum Beispiel den Zinssatz des KfW-Darlehens um weitere 0,15 Prozentpunkte verbilligt, fördert Baden-Württemberg eine ganze Palette eigener Maßnahmen, so die Heizungserneuerung, mit Zuschüssen bis zu 6 000 Euro. Nordrhein-Westfalen unterstützt den Einbau von Niedertemperatur- oder Brennwertkesseln mit zinsgünstigen Darlehen, mit denen ein großer Teil der Investitionssumme gedeckt werden kann. Sachsen und Rheinland-Pfalz binden die Heizungsmodernisierung in weiter gehende Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen ein.

Sehr oft fördern Kommunen und Energieversorger die Umstellung auf Erdgas. Geld geben einige Kommunen auch für Maßnahmen rund um die Heizungsmodernisierung, so für professionelle Heizungs- oder Energiechecks des Hauses oder für eine Dichtigkeitskontrolle der Gebäudehülle. Einige Stadtwerke in Niedersachsen fördern Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung mit einem Zuschuss von 1 000 Euro pro Wohneinheit. Verschiedene Programme zielen auf das Ende von Elektroheizungen (Nachtspeicheröfen) samt der Entsorgung eventuell asbestbelasteter Teile.

Viele Programme sind befristet. Außerdem gilt das „Windhund-Prinzip“: Wer erst beantragt, wenn der Fördertopf leer ist, bekommt nichts mehr.

Mehr Geld für alternative Heizer

Heizungsmodernisierer, die sich für den Einsatz alternativer Energiequellen wie Sonne, Holz, kleine Blockheizkraftwerke oder Wärmepumpen interessieren, treffen auf eine besondere Fördervielfalt. Im Vordergrund stehen Solaranlagen zur Warmwasserbereitung mit oder ohne Heizungsunterstützung, bei der sich insbesondere regionale Energieversorger hervortun. Eine ganze Reihe regionaler Programme gibt es auch für Holzkessel. Vor allem automatisch beschickte Pelletkessel werden unterstützt, zum Beispiel mit zinsverbilligter Finanzierung in Nordrhein-Westfalen. Wärmepumpen, für die es in Bundesprogrammen kaum noch Hilfe gibt, werden in verschiedenen Landesprogrammen großzügiger gefördert, beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg mit bis zu 25 Prozent der Investitionskosten. Auch kleine Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme erzeugen, werden regional bezuschusst, im Saarland oder in München mit 620 Euro pro Anlage. Der im eigenen Keller erzeugte Strom kann bundesweit mit einem Vergütungszuschlag von 5,11 Cent pro Kilowattstunde in das allgemeine Netz eingespeist werden.

Auch die Bundesförderung gibt für Alternativheizer derzeit einiges her. Für thermische Solaranlagen zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) seit Februar deutlich mehr: 125 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche, wenn der Antrag noch in diesem Jahr gestellt wird. Ab 2004 gibt es nur noch 110 Euro. Auch kleine, automatisch beschickte Holzheizkessel (max. 100 Kilowatt) fördert das BAFA bundesweit mit 55 Euro pro Kilowatt Nennleistung, mindestens 1 500 Euro für Anlagen mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent.

Nicht zu vergessen: Die gerade noch einmal gerettete Eigenheimzulage begünstigt den Einbau von Wärmepumpen, Solaranlagen und Anlagen zur Wärmerückgewinnung mit 256 Euro pro Jahr des achtjährigen Förderzeitraums, aber nur, wenn der Einbau vor dem 1. Januar 2003 erfolgte und Neubauten noch nach der alten Wärmeschutzverordnung errichtet worden sind.

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