Heizung modernisieren Special

Damit es das kommende Baby warm hat: Doreen Bossow und Sven Pampel aus Berlin bauen eine neue Holz­heizung ein. Fast ein Viertel der Kosten gibt es als Zuschuss.

Haus­besitzer bekommen seit Jahres­beginn für ihre neue Heizung mehr Fördergeld – besonders für Ökoheizungen.

Doreen Bossow und Sven Pampel sind vor fünf Monaten in ihr Eigenheim, Baujahr 1936, am Stadt­rand von Berlin gezogen. Noch sind die neuen Eigentümer mit dem Innen­ausbau beschäftigt. Mit Früh­jahrs­beginn kommt die neue Heizung in den Keller.

Künftig soll das Haus der jungen Familie mit Holz­scheiten befeuert werden, denn Bossow ist Forst­wirt­schafts­meisterin und arbeitet bei den Berliner Forsten. Auch das Warm­wasser erzeugt der neue Holz­brenn­wert­kessel. Dafür sind die beiden 38-jährigen Haus­besitzer bereit, mehr Geld auszugeben. Die gesamte Anlage schlägt mit rund 23 000 Euro zu Buche. Das ist viel Geld.

5 250 Euro Fördergeld für Holz­heizung

Die Berliner Familie trägt die Kosten nicht allein. Sie erhält für ihren Umstieg auf den nach­wachsenden Rohstoff Holz vom Bundes­amt für Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle (Bafa) insgesamt 5 250 Euro Fördergeld. Das sind fast 23 Prozent der Kosten.

Zusätzlich kann das Paar noch mit einem Bonus für „Optimierungs­maßnahmen“ kalkulieren. Dieser beträgt bis zu 10 Prozent der Kosten für neue Heizkörper, einen neuen Heizraum und andere Arbeiten für den Heizungs­einbau.

Förderung für jeden Heizungs­typ

Fördergeld für neue Heizungen gibt es vom Bafa und von der staatlichen Förderbank Kredit­anstalt für Wieder­aufbau (KfW). Beide unterstützen den Austausch alter Heizkessel und haben seit Jahres­anfang ihre Förderung ange­hoben.

Erneuer­bare Energien. Das Bafa vergibt Zuschüsse für Heizungen auf Basis erneuer­barer Energien. Je nach Projekt sind das mehrere Tausend Euro. Es gibt Zuschüsse für moderne Solar­thermie­anlagen, Wärmepumpen oder Holz­pellethei­zungen (Tabelle: Förderbeispiele). Eigentümer können zudem einen güns­tigen KfW-Ergän­zungs­kredit aus dem KfW-Programm 167 nutzen. Diesen gibt es, wenn die Heizungs­anlage die Bafa-Anforderungen (Bafa.de) erfüllt.

Öl und Gas. Neue Brenn­wert­kessel, die fossile Energieträger wie Öl und Gas verfeuern, fördert nur die KfW. Haus­besitzer können zwischen einem zins­güns­tigen Darlehen mit Tilgungs­zuschuss und einem Zuschuss auf die Investitions­kosten wählen.

Erneuer­bare Energien: Geld aus dem Bafa-Förderbau­kasten

Das Bafa berechnet die Zuschüsse je nach Heizungs­konzept und hat für jede Heizungs­art einen Förderbau­kasten entwickelt. Je nach Anlage können die Eigentümer verschiedene Fördertöpfe nutzen: Basis­förderung, Inno­vations­förderung, Kombinations­förderung und Zusatz­förderungen, etwa für Kesseltausch oder Optimierung. Je effizienter die Anlage die Heiz­wärme nutzt und das Gebäude die Wärme im Haus hält, desto höher die Förderung.

Die Basis­förderung erhält der Eigentümer für den Umstieg auf erneuer­bare Energien. Der Berliner Pampel zum Beispiel würde 2 000 Euro pauschal als Basis­förderung für seinen modernen Scheit­holz­vergaserkessel erhalten. Weil er zusätzlich einen effizienten Abgas­wärmetauscher installiert, bekommt er statt der Basis- die Inno­vations­förderung von 5 250 Euro.

Ein Wärmetauscher gewinnt die Abwärme zurück, die beim Verbrennen des Holzes als Abgas­kondensat entsteht. Hätte sein Eigenheim einen sehr nied­rigen Energiebedarf, würde Pampel noch einen Gebäudeeffizienzbonus von 2 625 Euro erhalten.

Sonne und Erdgas in Kombination

Mit mehr als 24 000 Bafa-Zusagen war Solar­thermie im vergangenen Jahr die meistge­förderte Art, erneuer­bare Energie zu nutzen. Je nach tech­nischer Ausstattung erzeugen die Kollektoren nur Warm­wasser oder unterstützen zusätzlich zum Warm­wasser die Heizung. Für beide Varianten gibt es Bafa-Förderung.

Beispiel Bafa-Förderung: Eine Solar­thermie­anlage mit 14 Quadrat­metern Kollektorfläche für Warm­wasser und Heizungs­unterstüt­zung bekommt als Basis­förderung 2 000 Euro. Tauscht der Bauherr im Zuge der Dachmontage auch den alten Kessel aus, erhält er den Kombinations­bonus von 500 Euro dazu. Doch der Bauherr kann noch weitere Zuschüsse einstreichen.

Höhere Abwrack­prämie für Heizung

Einen weiteren Aufschlag von 20 Prozent zahlt das Bafa seit Jahres­beginn, wenn der Eigentümer alte Heizungen durch moderne Technik ersetzt. Dieses Extra ist wie eine Abwrack­prämie auf ineffiziente Heizkessel. Es gibt sie nur, wenn die alte Heizung keine Brenn­wert­technik hat. Die Heizung darf zudem nicht älter als 30 Jahre sein. Ist sie vor dem Jahr 1986 gebaut, ist der Eigentümer sowieso verpflichtet, sie auszutauschen. Sind die Auflagen für die Prämie erfüllt, erhöht sich für die oben beispielhaft gerechnete Solar­thermie­anlage die Fördersumme auf 3 000 Euro.

Neu seit diesem Jahr ist auch der Bafa-Optimierungs­bonus. Er beträgt 600 Euro. Gezahlt wird er für eine gute energetische Abstimmung aller Heizungs­komponenten. Mit Optimierungs­bonus sind es schließ­lich 3 600 Euro, die der Solar­thermie-Bauherr als Gesamt­förderung erhalten kann.

Zuschuss und Kredit kombinieren

Die Bafa-Förderung für das Umrüsten auf erneuer­bare Energien lässt sich zudem mit einem güns­tigen KfW-Kredit kombinieren. Der Ergän­zungs­kredit 167 aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ läuft zehn Jahre bei einem Zins von 1,06 Prozent. Einen Tilgungs­zuschuss, wie bei anderen KfW-Darlehen, gibt es nicht. Kredit­institute, die dieses Darlehen schon ab kleinen Summen anbieten, stehen in der Tabelle KfW-Kredite.

Neuer Öl- oder Gasbrenn­wert­kessel: Geld von der KfW

Bleiben Haus­besitzer bei Öl und Gas und tauschen den alten Kessel gegen moderne Brenn­wert­technik ein, fördert nur die KfW das Vorhaben. Attraktive Konditionen bietet das neue Heizungs­paket im KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“. Wenn der Eigentümer eine alte, ineffiziente Anlage abwrackt, kann er seit Jahres­anfang zwischen dem Zuschuss von 15 Prozent seiner Kosten oder dem KfW-Kredit mit einem Tilgungs­zuschuss von 12,5 Prozent wählen. Die KfW-Anforderungen hierfür entsprechen denen der Bafa.

Erfüllt der Bauherr die tech­nischen Auflagen für den Austausch nicht, erhält er die einfache Förderung für den „Austausch der Heizungs­anlage“ als Einzel­maßnahme. Für den Kredit beträgt der Tilgungs­zuschuss hier 7,5 Prozent und der wahl­weise vergebene Investitions­zuschuss 10 Prozent.

Mit Kredit Geld verdienen

Haus­eigentümer mit fossiler Technik verdienen mit einem KfW-Kredit aus dem strengeren Heizungs­paket sogar noch Geld. Der Tilgungs­zuschuss ist höher als die Zinsen, die der Kreditnehmer während der zehnjäh­rigen Zins­bindung zahlt.

Beispiel KfW-Sanierungs­kredit: Der Bauherr nimmt 10 000 Euro bei einer Lauf­zeit von zehn Jahren auf. Den Tilgungs­zuschuss von 12,5 Prozent zieht die Bank bereits im ersten Jahr von der Schuldenlast ab. Die Schulden des Haus­besitzers sinken auf 8 750 Euro, auf die er einen Soll­zins von 0,75 Prozent zahlt. Nach zehn Jahren muss er insgesamt 9 117 Euro an die Bank zurück­zahlen.

Eigentümer finden oft keine Bank, die ihnen einen KfW-Kredit mit einer kleinen Summe bis zu 20 000 Euro gibt. Die KfW vergibt ihre Kredite an Haus­besitzer nicht selbst, sondern nur über andere Institute. Diese schränken die Vergabe aber oft nach eigenen Regeln ein. Wir haben Institute mit nied­rigen Mindest­darlehens­summen für einen KfW-Kredit für den Einbau einer neuen Heizung aufgelistet (Tabelle KfW-Kredite).

Getrübt wird die Zuschuss­laune jedoch vom Verlust der Steuer­vorteile. Den Hand­werk­erlohn für KfW- oder Bafa-geförderte Monta­gearbeiten kann der Eigentümer nicht steuerlich geltend machen. Der Steuer­vorteil betrüge 20 Prozent auf die Lohn-, Fahrt- oder Maschinen­kosten, jedoch höchs­tens 1 200 Euro.

Generell dürfen nur Fachfirmen die Arbeiten vornehmen. Alle Handwerks­rechnungen sollte der Auftrag­geber per Über­weisung zahlen. Barzah­lungen werden nicht anerkannt.

Güns­tige Komplett­sanierung

Sehr gute Konditionen bietet die KfW auch für die Komplett­sanierung des ganzen Hauses. Ihr Programm „Energieeffizient Sanieren“ bietet aufgrund der anhaltenden Nied­rigzinsen sehr güns­tige Kredite mit Tilgungs­zuschuss oder einen Zuschuss auf die Investitions­kosten. Bedingung: Das Haus muss nach der Sanierung so gut gedämmt sein, dass es mindestens dem KfW-Effizienz­haus-Status 115 entspricht. Insgesamt sind die Kosten dafür höher als für eine neue Heizung. Dennoch sollten Interes­sierte auch diese Variante prüfen.

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