Heiz­strom

Heiz­strom: Das Mono­pol bröckelt

15.01.2013

Die ersten Haushalte, die mit Strom heizen, können jetzt den Anbieter wechseln und sparen. Es gibt über­regionale Tarife.

Inhalt
Heiz­strom - Das Mono­pol bröckelt
Viele Haushalte mit einer Nacht­speicherhei­zung haben Doppel­tarifzähler. In der Neben­zeit, wenn die Heizung Wärme speichert, ist der Strom billiger als sonst.

Was für Kunden von Haus­strom schon seit über einem Jahr­zehnt selbst­verständlich ist, wird nun auch für Heiz­strom­kunden Wirk­lich­keit: Sie können in einigen Regionen Deutsch­lands zwischen mehreren Angeboten wählen und zu einem anderen Anbieter wechseln.

Aufgrund sehr vieler Leser­anfragen hat Finanztest über­regionale Tarife für Heiz­strom und Wärmepumpen­strom recherchiert und geprüft. Das Angebot ist insgesamt noch mager. Wir haben aber zwei Anbieter gefunden, die deutsch­land­weit Tarife anbieten, darunter auch Ökostromanbieter Natur­strom. 14 weitere Versorger bieten in Teilen einzelner Bundes­länder Tarife an (siehe Tabelle). Besonders viele über­regionale Anbieter fanden wir in Ostdeutsch­land.

Vergleichs­rechner ohne Angebot

Vergleichs­rechner wie Verivox oder Check 24 bieten keinen Online-Vergleich für spezielle Heiz­strom­tarife an.

Wer wechseln und sparen möchte, muss selbst prüfen, ob ihn ein neuer Anbieter beliefert und die Preise vergleichen.

Unsere Tabelle hilft dabei. Sie zeigt, welche Versorger in welchen Bundes­ländern Tarife anbieten. Meistens deckt ein Versorger nicht ein Bundes­land komplett ab, sondern nur ein Netz­gebiet, zum Beispiel Eon Mitte: Dieses Netz reicht von weiten Teilen Hessens, über Südnieder­sachsen, nach Ostwest­falen. Es kann deswegen sein, dass in der Tabelle für einen Tarif ein Bundes­land genannt wird und ein Kunde, der dort wohnt, für seine Post­leitzahl dennoch kein Angebot erhält.

Viel­verbraucher sparen mehr

Die Ersparnis beim Anbieter­wechsel hängt vom Verbrauch und dem Preis­niveau des örtlichen Grund­versorgers ab. Ein Haushalt aus Gera mit der Post­leitzahl 07545 und einem Jahres­verbrauch von insgesamt 10 300 Kilowatt­stunden im Jahr (7 500 kWh in der Neben­zeit, 2 800 kWh in der Haupt­zeit) kann mit einem Wechsel von den Stadt­werken Gera zu den Stadt­werken Eisen­berg 171 Euro im Jahr sparen. Mit dem Wechsel drückt er seine Strom­kosten von 1 997 Euro jähr­lich auf rund 1 826 Euro. Wir fanden zwar auch in anderen Städten alternative Angebote zur Grund­versorgung. Nicht immer brachten sie aber eine Ersparnis.

Über­rascht wurden wir allerdings beim Preis­vergleich in Aachen: Wechselt unser Muster­haushalt hier von den örtlichen Stadt­werken zu Natur­strom, würde er zwar 4 Euro mehr im Jahr bezahlen, dafür aber zertifizierten Ökostrom erhalten.

Vor Vertrags­abschluss sollte man beim neuen Versorger nach­fragen, ob die Zähler zum Tarif passen. Nicht alle nennen auch gleich die Zähler­arten.

15.01.2013
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