Heizöl- und Pelletportale Test

Sie locken mit einem schnellen Händ­lervergleich und güns­tigen Preisen. Doch wer das falsche Portal nutzt, zahlt 1 000 Euro mehr als der Nach­bar.

Viele greifen einmal im Jahr zum Telefon, rufen ihren Händler an und bestellen Heizöl für den Winter. So wie immer. Eine wachsende Zahl von Haus­besitzern aber geht im Internet auf Lieferanten­suche. Sie informieren sich über Neuig­keiten auf dem Brenn­stoff­markt, beob­achten die Preise, vergleichen Angebote – und ordern ihr Öl am Ende direkt über ein Onlineportal, das mit güns­tigen Angeboten und schneller Lieferung lockt.

Wir haben zehn solcher Vergleichs- und Vermitt­lungs­portale geprüft, sechs für Heizöl und vier für Holz­pellets: Wer hat die güns­tigsten Preise? Wer informiert am besten? Wo klappt die Bestellung reibungs­los? Im Mai, Juni und Juli haben wir auf jedem Portal die Preise für unterschiedlich große Städte in 24 Post­leitzahl­gebieten in ganz Deutsch­land abge­fragt, für 1 000 und 3 000 Liter Heizöl sowie 6 000 Kilogramm Holz­pellets. Pro Portal haben die Tester dreimal bestellt und die Lieferung dann storniert.

Unterschiede bei Preisen und Infos

Der Test zeigt: Die Portale unterscheiden sich enorm – sowohl bei den Preisen der vermittelten Händler als auch bei der Fülle und Güte der Informationen rund ums Öl- oder Pellet­geschäft. Einen guten Gesamt­eindruck machten am Ende fünf Portale: Heizoel24, Fastenergy und Esyoil bei der Ölbestellung, Heizpellets24 und Holz­pellets.net bei der Pellet-Order. Die anderen schwächelten beim Verschlüsseln der Nutzer­daten während des Bestell­vorgangs, teils auch bei den Informationen zu Brenn­stoffen oder Lieferanten Tabelle: Vergleichs- und Vermittlungsportale für Brennstoffe.

Preis­vergleich der örtlichen Händler

Bis auf zwei Ausnahmen arbeiten alle Portale nach dem gleichen Prinzip: Sie ermitteln für jede Post­leitzahl in Deutsch­land die Brenn­stoff­preise örtlicher Händler und stellen die Information kostenlos zur Verfügung. Nutzer können über die gewünschte Liefermenge mehrere Händler vor Ort vergleichen. Nur Fastenergy.de und Holz­pellets.net, die beide einer Firma gehören, fallen etwas aus dem Rahmen: Sie vermitteln für jede Region nur einen Händler. Ein Vergleich mehrerer Angebote ist dort nicht möglich. Die Preise ihrer regionalen Part­nerhändler liegen auf einem mitt­leren Niveau, wie unsere Preisrecherchen ergaben.

Sagt dem Kunden ein Angebot zu, kann er direkt über ein Onlineformular einen Liefer­vertrag mit dem Händler schließen. Für Verbraucher ist der Service kostenlos. Händler zahlen den Portalen für die Vermitt­lung in der Regel eine Provision, Esyoil zum Beispiel bekommt 11 Euro pro Kunde.

Der Brenn­wert der in der Preis­abfrage einge­gebenen 3 000 Liter Öl oder 6 Tonnen Pellets entspricht dem Jahres­bedarf eines mäßig gedämmten Einfamilien­hauses. Die güns­tigsten Angebote fanden wir bei Heizoel24 und Heizpellets24, die beide zu einem Unternehmen gehören. Im Vergleich zum Portal mit dem höchsten Preis­niveau, Enxa, waren 1000 Liter Öl hier im Schnitt 12 Prozent billiger, Pellets sogar 16 Prozent.

Rund 1 030 Euro weniger zahlen

Konkret: Für 1 000 Liter schwefel­armes Heizöl zahlten Kunden bei den Enxa-Lieferanten im Schnitt 928 Euro, bei den Händ­lern von Heizoel24 nur 821 Euro – 107 Euro weniger. Beim Kauf von Holz­pellets ist das Bild noch deutlicher: Die Enxa-Angebote für sechs Tonnen lose Ware lagen bei durch­schnitt­lich 1 688 Euro, auf Heizpellets24 bei 1 416 Euro. Ersparnis: 272 Euro.

Im Einzel­fall können die Unterschiede je nach Stadt oder Region noch stärker ausfallen. Wer etwa in Schwerin nach 3 000 Litern Heizöl suchte, zahlte bei Heizoel24 durch­schnitt­lich 361 Euro weniger als bei Enxa. In Hamburg kosteten sechs Tonnen Pellets bei Heizpellets24 im Schnitt sogar 1 028 Euro weniger als bei Enxa – ein Spar­potential von 43 Prozent. Andern­orts geht es ohne Differenzen: In Braun­schweig hatten alle Portale ein ähnliches Preis­niveau.

Entscheidend ist der Kauf­zeit­punkt

Vergleich­bar sind nur gleiche Brenn­stoff­qualitäten. Sowohl Heizöl als auch Holz­pellets gibt es in verschiedenen Güteklassen, wichtige heißen Stan­dard, Premium und Bio Qualitätsunterschiede bei Öl und Pellets. Ein Vergleich lohnt sich auch nur inner­halb einer Region. So war Heizöl in Süd- und Ostdeutsch­land in unserem Test teurer als im Rest der Republik. Ein güns­tiger Ölpreis in Hamburg nützt jedoch nichts, wenn man in München wohnt.

In der Praxis kommt es daher vor allem auf den richtigen Kauf­zeit­punkt an. Früher war Heizöl im Sommer günstig, im Winter teuer. Die Zeiten sind vorbei. Politische Groß­wetterlage, Fördermengen, Dollarkurs, Konjunktur – vieles beein­flusst den Ölpreis, der sich oft minütlich ändert. Der Pellet­preis schwankt weniger schnell, doch auch hier gilt: Wer günstig kaufen will, muss den Markt beob­achten. Die Portale bilden die Kurs­schwankungen zum Teil in Echt­zeit ab, Preis-Charts lassen Trends erkennen. Einige geben Empfehlungen, wann ein Kauf sinn­voll erscheint Tipps. Interes­sant ist der Wunsch­preis­alarm: Manche Portale senden dem Nutzer eine E-Mail, sobald eine Preis­grenze erreicht ist.

Esyoil hat die beste Such­funk­tion

Die Angebots­suche ist bei den meisten Portalen komfortabel. Am besten klappt es bei Esyoil, das mit vielen Such­kriterien sowie einer über­sicht­lichen und detaillierten Ergeb­nisliste über­zeugt. Dagegen gab es bei Brenn­holz.com Preise in jedem zweiten Fall nur auf Anfrage per Onlineformular direkt beim Händler. Oelbestellung.de machte in manchen Regionen gar kein Angebot.

Wer die Portale als reine Informations­quelle etwa zu Brenn­stoff­qualitäten nutzen will, ist als Pelletkäufer bei Heizpellets24 am besten aufgehoben, als Ölkäufer bei Fastenergy. Am schlechtesten informiert hier das Portal Enxa, das auch zu Lieferanten kaum Auskunft gibt. Wie es geht, zeigt Esyoil: Eine alpha­betische Händ­lerliste mit trans­parenten Kundenbe­wertungen schafft einen hervorragenden Über­blick.

Nutzer­daten nicht verschlüsselt

Um einen Händler zu beauftragen, müssen Kunden unter anderem Liefer­adresse, E-Mail und Telefon­nummer über­mitteln. Einige Portale gehen mit den persönlichen Daten ihrer Nutzer sehr sorglos um und verschlüsseln die Online­über­tragung nicht. Ansonsten funk­tionierte die Bestellung in der Regel problemlos.

Das Geschäft wickeln Kunden direkt mit dem Händler ab. Die meisten Portale regeln allerdings in ihren allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) auch Liefer­konditionen, etwa zur Haftung oder Bezahlung – und schießen mitunter übers Ziel. Vor allem die AGB von Esyoil und Preiseheizoel enthalten recht viele unwirk­same Klauseln, zum Beispiel, dass vereinbarte Liefer­fristen nicht verbindlich sind.

Eine Lieferung zu stornieren, war meist unpro­blematisch. Nur zwei Händler bei Heizoel24 haben dafür Geld verlangt, einmal etwas mehr als 100 Euro, ein anderes Mal etwa 180 Euro. Alle anderen Händler haben kostenlos storniert, auch zwei Tage später noch. Das ist kulant. Laut Gesetz haben Kunden bei Heiz­ölbestel­lungen im Internet kein Widerrufs­recht. Das ist aber auch nicht anders, wenn man für die Ölbestellung zum Telefon greift.

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