Heizkörperthermostate Test

Auf Stufe 5 (28 °C) wird ein Zimmer zwar wärmer als auf Stufe 3 (20 °C), schneller warm wird es aber nicht. Der Heizkörper heizt nicht stärker, nur länger.

Mit programmierbaren Thermostaten lassen sich für jeden Raum individuelle Heizzeiten festlegen. Aber auch herkömmliche Regler können Heizkosten sparen.

Trotz des ausgesprochen milden Winters dürfte die Heizkostenabrechnung so manchen ärgern. Schuld daran sind die hohen Preise für Energie. Eigenheimbesitzer tun daher gut daran, für eine effiziente Heizungsanlage und gute Wärmedämmung zu sorgen. Aber auch Mieter müssen nicht untätig zusehen: Die unscheinbaren Heizkörperthermostate helfen in jeder Wohnung beim Energiesparen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Vorausgesetzt, sie werden richtig bedient.

Mehr Komfort durch Programmierung

Um einen Spareffekt zu erzielen, müssen Heizkörperthermostate bei längerer Abwesenheit oder in sporadisch genutzten Räumen heruntergedreht werden. Das ist mitunter umständlich, wenn es in der Wohnung viele Heizkörper gibt, und vor allem dauert es einige Zeit, bis die Wohnung nach einer Temperaturabsenkung wieder richtig warm ist. Hier bieten – zumindest bei regelmäßigem Tagesablauf – programmierbare Thermostate deutlich mehr Komfort: Mit ihnen lassen sich für jeden Heizkörper individuelle Temperatur-Zeit-Profile einstellen. Einmal programmiert, wird dann zum Beispiel jeden Morgen um 7 Uhr das Bad automatisch für zwei Stunden auf 22 Grad Celsius geheizt, tagsüber die Temperatur in der ganzen Wohnung auf 16 Grad abgesenkt und abends zwischen 18 und 23 Uhr das Wohnzimmer wieder auf 20 Grad geheizt. So kann man Energie sparen, ohne zu frösteln: Man lässt die Heizzeit zum Beispiel eine halbe Stunde vor dem Aufstehen oder Heimkommen beginnen. Und falls man doch einmal früher zuhause ist, wird die Raumtemperatur wie mit einem herkömmlichen Thermostatkopf manuell verändert.

Sieben programmierbare Thermo­state mit Preisen zwischen 30 und 120 Euro haben wir untersucht, sowie vier herkömmliche, nicht programmierbare, die mit 8 bis 17 Euro deutlich weniger kosten. Insgesamt sind die meisten Thermostate „gut“ (siehe Tabelle „Heizkörperthermostate“). Im Regelungsverhalten sind beide Systeme ebenbürtig. Alle können die eingestellte Solltemperatur konstant halten. Und die programmierbaren Regler führen die Zeit- und Temperaturvorgaben richtig aus.

Herzstück herkömmlicher Regler ist eine meist mit Flüssigkeit gefüllte Fühlerpatrone. Wird es im Zimmer wärmer als die eingestellte Temperatur, etwa weil die Sonne durchs Fenster scheint, dehnt sich die Flüssigkeit aus und drosselt das Ventil am Heizkörper. Wird es kälter, zieht sich die Flüssigkeit zusammen, der Regler öffnet das Ventil und der Heizkörper gibt mehr Wärme ab – so lange, bis die eingestellte Temperatur wieder erreicht ist. Programmierbare Thermostate funktionieren im Grunde genauso, nur dass statt einer Flüssigkeit ein elektronischer Fühler die Temperatur misst und die Heizkörperventile nicht rein mechanisch, sondern über einen Elektromotor gesteuert werden. Sie brauchen daher Batterien.

Am herkömmlichen Thermostatkopf wird die Raumtemperatur meist mit der bekannten fünfstufigen Zahlenskala manuell eingestellt. Stufe 1 bedeutet unabhängig vom Fabrikat etwa 12 Grad Celsius, jede weitere Stufe bringt 4 Grad mehr. Steht der Regler also auf Stufe 3, wird die Zimmertemperatur auf 20 Grad Celsius gehalten. Übrigens: Ein Grad weniger Wärme im Raum spart bereits 6 bis 8 Prozent Heizkosten.

Einfach zu bedienen

Bei den programmierbaren Thermostaten werden Temperatur und Zeit meist mit einem Stellrad eingestellt und über ein Display angezeigt. Per Knopfdruck lassen sich die verschiedenen Temperatur-Zeit-Profile programm­ie­ren. Jeder Tag kann anders angelegt werden, um etwa Werktag und Wochenende zu unterscheiden. Die Bedienung ist meist einfach und intuitiv zu verstehen. Schon innerhalb weniger Minuten ist ein Wochenprofil erstellt. Die meisten Geräte haben die Regeleinheit im Thermostat integriert. Nur ELV und der baugleiche Conrad besitzen eine separate Regeleinheit, die – an der Wand befestigt – bis zu acht Heizkörper im Raum per Funk regeln kann.

Beim Heimeier E-Pro wird das Heizprofil am Computer erstellt und über einen speziellen USB-Speicherstift auf die Steuereinheit am Heizkörper übertragen. Das ist bequem, geht allerdings nicht ohne PC. Wer den nicht hat, kann auch direkt an der Steuereinheit programmieren. Das ist aber umständlich. Nicht nur weil das Display fehlt, es muss zudem in „Echtzeit“ programmiert werden: Wer zum Beispiel an jedem Werktag eine morgendliche Heizphase von 6 bis 8 Uhr programmieren möchte, muss eine Woche lang jeden Morgen Knöpfe drücken.

Komfortabel beim Fensterlüften

Beim Lüften sollten herkömmliche Thermostate zugedreht werden, da sonst durch die Kälte das Ventil ganz öffnet und für die Straße geheizt wird. Programmierbare Thermostate schließen das Ventil automatisch, sobald sie ein starkes Temperatur­gefälle registrieren. Bei ELV und Conrad wird ein separater Sensor am Fenster fixiert. Das sieht zwar nicht unbedingt schön aus, dafür wird der Heizkörper bereits nach 30 Sekunden zugedreht, die anderen brauchen etwa anderthalb Minuten. Wird das Fenster wieder geschlossen, beginnt auch das Heizen auf die eingestellte Temperatur wieder.

10 Prozent weniger Heizkosten

Wir haben das Sparpotenzial für eine Beispielwohnung mit älteren Doppelglasfenstern und einer mittleren Wärmespeicherka­pazität der Wände berechnet: In einer Heizperiode lassen sich mit einer täglichen Temperaturabsenkung zwischen 9 und 18 Uhr von 21 auf 17 Grad Celsius rund 10 Prozent an Heizkosten einsparen. Je nach Höhe der Heizkosten und Anzahl der Heizkörper in der Wohnung sind die Anschaffungskos­ten meist nach wenigen Jahren wieder drin.

An vielen Heizkörpern ist das Thermos­tatventil nach vorn ausgerichtet (siehe Foto). Das ist nicht optimal, weil so die Heizkörperwärme vom Temperaturfühler im Thermostat mitgemessen wird. Die Raumtemperatur ist dann oft etwas niedriger als die eingestellte Solltemperatur. Am größten ist diese Differenz mit 1,7 Grad bei den Eurotronics: Sind 20 Grad Celsius eingestellt, wird der Raum nur 18,3 Grad warm. Das Phänomen ist in der Praxis nicht so problematisch, weil ein Bewohner den Regler einfach etwas höher drehen wird, wenn ihn fröstelt. Der Nachteil ist aber, dass der Thermostat so nicht optimal auf Fremdwärme wie etwa Sonnenschein reagieren kann.

An neuen Heizkörpern sind Thermostate oft zur Seite zeigend angebracht, da so der Heizkörpereinfluss geringer ist. Wir haben sie dennoch in der nach vorn gerichteten Position getestet, weil die in Wohnungen häufiger zu finden ist. Für den Raum heißt es am Ende bei beiden: wohl temperiert.

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