Heizen Meldung

Ein Frösteln und Bibbern: Ist es zu kalt, können Mieter die Miete kürzen.

Wenn im Winter die Heizung ausfällt, können Mieter die Miete kürzen. Gerichte halten in der Regel eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad für angemessen. Steht im Mietvertrag weniger, ist das unwirksam (Amtsgericht Charlottenburg, Az. 19 C 228/98).

Diese Temperatur muss aber nur von 6 bis 23 Uhr gewährleistet sein, nachts genügen 18 Grad (LG Berlin, Az. 64 S 266/97). Die Heizperiode reicht üblicherweise von 1. Oktober bis 30. April.

Die Höhe der Mietminderung hängt vom Einzelfall ab. Die Gerichte urteilen da sehr unterschiedlich. So ließ das Amtsgericht Charlottenburg bei Temperaturen unter 18 Grad zehn Prozent Minderung zu (Az. 19 C 228/98), das Amtsgericht Köln bei 16 bis 18 Grad sogar 20 Prozent (Az. 152 C 1249/74). Bei komplettem Ausfall der Heizung reicht die Spanne von 50 Prozent (LG Kassel, Az. 1 T 17/87) über 70 Prozent (LG Berlin, Az. 67 T 70/02) bis 100 Prozent (LG Berlin, Az. 65 S 70/92). Wenn die Temperatur nur bei voll aufge­drehten Thermostatventilen erreicht werden kann, liegt kein Mangel vor (AG Münster, Az. 6 C 218/81).

Vor der Mietminderung muss der Mieter den Vermieter auf den Mangel hinweisen und eine Frist für Abhilfe setzen. Die Minderung gilt nur für die Tage, wo die Heizung ausfiel.

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