Heimtrainer von Tchibo Schnelltest

Um dem Winterspeck zu Leibe zu rücken, bietet Tchibo im Internet einen Heimtrainer für 249 Euro an. Der Fahrradtrainer sei ideal für Konditionstraining und stärke Bein- und Gesäßmuskulatur. Ob das Gerät tatsächlich für Fitness in den eigenen vier Wänden sorgt, zeigt der Schnelltest.

Keine Leistungsanzeige

Regelmäßiges Ausdauertraining stärkt das Herz-Kreislauf-System und hat positive Effekte auf den gesamten Körperstoffwechsel. Wer nicht draußen mit den Fahrrad fährt oder laufen geht, kann auch zu Hause mit einem Heimtrainer für Bewegung sorgen. Tchibo bietet derzeit ein klassisches Heimfahrrad für 249 Euro an. Der Trend geht seit Jahren zu so genannten Ergometern, also Heimgeräten mit Leistungsanzeige. Das Tchibo-Heimfahrrad hat diese Funktion allerdings nicht. Der Computer des Geräts liefert aber unter anderem Angaben zu Kalorien, Puls, Temperatur, Zeit, Drehzahl und Geschwindigkeit. Auf die Kalorienanzeige sollten sich Benutzer aber besser nicht verlassen, denn sie berücksichtigt nicht einmal den Tretwiderstand.

Einfache Montage

Die Montage des Heimtrainers von Tchibo ist recht einfach, da die meisten Teile schon vormontiert sind. Das Gerät steht sicher und kippt nicht um. Ebenso sind alle möglichen Quetsch- und Scherstellen abgedeckt. Es besteht also keine Gefahr, dass sich jemand Finger oder Zehen quetscht.

Sicherheitsrisiko Lenker

Trotz des aufgedruckten GS- Prüfzeichens („Geprüfte Sicherheit“) weist das Gerät aber mehrere Sicherheitsmängel auf und erfüllt die einschlägigen Normen nicht völlig. Die Klemmung des verstellbaren Lenkers, die Sattelverstellung, aber auch die Kennzeichnung am Gerät sowie die Gebrauchsanleitung entsprechen nicht den neuesten Normanforderungen und bergen Risiken. Die Stiftung Warentest hat zwei Tchibo-Heimfahrräder ins Prüflabor geschickt. Bei einem davon hält der Lenker nicht, wenn sich der Trainierende darauf abstützt. Dann besteht die Gefahr, dass der Sportler mit dem Kinn oder dem Gesicht aufschlägt. Beim zweiten Modell hält der Lenker der Beanspruchung stand. Trotzdem empfiehlt test.de, die Klemmung fest anzuziehen und insbesondere Sitz und Lenker immer vor jedem Training zu kontrollieren. Zu den Mängeln, die bei beiden Geräten auftraten, zählen zum Beispiel fehlende Warnhinweise: Etwa, dass die Systeme zur Herzfrequenz-Überwachung auch ungenau sein können und die Geräte für therapeutische Zwecke nicht geeignet sind.

12 Trainingsprogramme

Damit das Trainieren auf dem Heimfahrrad nicht zu schnell langweilig wird, gibt es insgesamt 12 Programme. Echtes Trainingsgefühl kommt dabei aber nicht auf: Bei einem Anstieg ändert sich der Tretwiderstand nicht. Dem Hobbysportler wird im Display lediglich angezeigt, dass er schneller treten soll. Schwächere oder stärkere Widerstände müssen vom Trainierenden manuell eingestellt werden. Insgesamt gibt es acht verschiedene Stufen, die für weniger trainierte Benutzer, aber auch für sportliche Radfahrer genügend Einstellmöglichkeiten bieten. Beim Fahren läuft der Tchibo-Heimtrainer leise und rund. Allerdings: Aufgrund der oben beschriebenen Mängel kann die Stiftung Warentest das Gerät nicht empfehlen.

Schadstoffe: Keine Beanstandung

Wie angekündigt, reicht test.de nun die Ergebnisse der Schadstoffanalyse der Lenkergriffe nach. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK und Phthalate fanden die Tester nicht. Einzig geringe Mengen phenolischer Verbindungen, genauer Nonylphenol steckt in den Lenkergriffen des Tchibo-Heimtrainers. Nonylphenol wird verdächtigt, hormonell zu wirken. Die gefundene Menge ist allerdings nicht weiter zu beanstanden.

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