Heimtrainer Test

Zehn Cross­trainer und fünf Laufbänder schlugen sich acht­bar in unserem Fitness­test – wenn da nicht die Schad­stoffe wären. Testsieger ist ein Cross­trainer von Kettler, der CTR 3 für 800 Euro.

Auf dem Laufband macht das Fitness­training mehr Spaß als auf dem Cross­trainer. Das war zumindest die über­wiegende Meinung der Tester, nachdem sie sich wochen­lang auf zehn Cross­trainern und fünf Laufbändern abge­müht hatten.

Stampfendes Geräusch des Läufers

Dennoch können wir die Laufbänder für das Heimjogging nur bedingt empfehlen. Zum einen sind sie recht groß, sper­rig und teuer. Zum anderen ist die Lärmbelästigung durch das stampfende Geräusch des Läufers so groß, dass sie den Nach­barn in einem Wohn­haus kaum zuzu­muten ist. Schwerer aber wiegt, dass keines der fünf getesteten Geräte gut abge­schnitten hat.

Schad­stoffe in Griffen und Hanteln

Die besten Laufbänder – von Horizon , Kettler und Strength­master – vermasseln sich ein gutes Test­ergebnis, weil sie mit Schad­stoffen belastet sind. Ihre Hand­griffe enthalten Weichmacher (Phthalate). Beim Laufband von Hammer gab es keine Schad­stoffe zu bean­standen – eigentlich. Doch seitlich an seinem Rahmen hängen grell orangefarbene Hanteln, die Hammer mitgeliefert hat. Auch die enthalten Phthalate. Außerdem sind sie mit poly­zyklischen aromatischen Kohlen­wasser­stoffen, kurz PAK, belastet, was dem Laufband ein Mangelhaft einbringt. Durch Schweiß gelöst und über die Haut aufgenommen, können die Schad­stoffe in den Körper gelangen.

Einige dieser PAK gelten als krebs­erzeugend, frucht­schädigend oder erbgutver­ändernd. Das ist ein unnötiges Risiko, denn es geht auch ohne. So werden Geräte, die der Gesund­heits­förderung dienen sollen, am Ende doch zum Gesund­heits­risiko.

Tipp: Benutzen Sie die Hanteln auf keinen Fall, falls Sie das Hammer-Laufband besitzen. Der Gefahr durch Phthalate können Sie weit­gehend ausweichen, wenn Sie bei den ansonsten guten Laufbändern von Horizon, Kettler und Strength­master die Griffe beim Training nicht längere Zeit berühren. Beim Joggen ist das sowieso kaum möglich. Wer das Gerät aber mit sehr geringer Geschwindig­keit betreiben und sich an den Griffen fest­halten möchte, sollte kein belastetes Laufband wählen.

Hand­puls­sensoren nicht optimal

Für ein gesund­heits­orientiertes Fitness­training ist die Puls­messung außer­ordentlich wichtig. Doch die Hand­puls­sensoren, mit denen alle getesteten Laufbänder stan­dard­mäßig ausgestattet sind, sind dafür nicht optimal. Als Alternative bieten zwar alle Laufbänder außer Hammer Telemetrie-Empfänger, die die Mess­werte über einen Brust­gurt besser anzeigen können. Der muss jedoch immer dazugekauft werden. Aber auch diese Über­tragung ist stör­anfäl­lig. So kann es passieren, dass der Puls einer Person, die in der Nähe mit Brust­gurt trainiert, ange­zeigt wird.

Digitale Puls­messer sind besser

Moderne Puls­messer arbeiten digital, und sie sind sehr genau, wie unser Test gezeigt hat (siehe Test Fahrradcomputer aus test 3/10). Erstaunlicher­weise sind die getesteten Heimtrainer mit dieser relativ güns­tigen Technik nicht ausgestattet. Ersatz­weise tut es auch eine Puls­uhr am Hand­gelenk. Aber nur zur Kontrolle. Ein puls­gesteuertes Training, das die Belastung immer im optimalen Bereich hält, ist damit nicht möglich, da der Laufband-Computer die digitalen Daten nicht empfangen kann. Das Ausdauertraining auf dem Laufband kann übrigens neben der Geschwindig­keit auch über die Veränderung der Steigung von bis zu 15 Prozent variiert werden.

Laufbänder lassen sich platz­sparend hoch­klappen, zum Trainieren bean­spruchen sie aber viel Raum. Doch die Lauffläche ist bei den Heimgeräten oft zu knapp bemessen. Die Mindest­breite laut Norm beträgt 40 Zenti­meter. Das ist eigentlich zu knapp, um ein Daneben­treten und damit gefähr­liche Stolperer zu vermeiden.

Tipp: Horizon, Kettler und Strenght­master bieten 50 Zenti­meter Laufflächenbreite. Aus Sicher­heits­gründen brauchen Laufbänder nach hinten noch zusätzlich wenigs­tens zwei Meter Freiraum. Alle Modelle bieten einen Notstopp in Form einer Reiß­leine. Das ist ein Magnetschalter, den der Trainierende über eine Kordel an seiner Kleidung befestigt. Bei einem Sturz oder wenn der Läufer zu weit nach hinten gerät, schaltet sich das Laufband sofort ab.

Cross­trainer mit Vorteilen

Für viele ist ein Cross­trainer die erste Wahl für ein Heimfitness­gerät. Die Füße bewegen sich auf ihnen in Form einer Ellipse, weshalb Cross­trainer auch Ellipticals genannt werden. Je nach Einstellung simulieren sie Bewegungen ähnlich dem Nordic Walking oder Skilang­lauf. Vorteile des Cross­trainers sind der leise Lauf, der relativ geringe Platz­bedarf, der nied­rige Energieverbrauch und der vergleichs­weise güns­tige Preis. Außerdem lassen sich damit alle Muskel­gruppen trainieren, die man im Alltag so braucht. Cross­trainer arbeiten mit einem berührungs­losen Magnetbrems­system. Im Zusammen­spiel mit einer abge­stimmten Schwungmasse gewähr­leistet es einen angenehmen runden Tritt. Je nach seiner Leistungs­fähig­keit kann der Nutzer Tritt­geschwindig­keit und Widerstand verstellen. Bei den einfachen Modellen sind die Brems­stufen durch Zahlen markiert. Empfehlens­werter sind gute Ergo­meter mit einer Leistungs­anzeige in Watt.

Tipp: Für das gesund­heits­orientierte Training, bei dem nach Vorgaben des Arztes trainiert wird, sind Ergo­meter unerläss­lich. Puls­gesteuertes Training sollte auch hier wie bei den Laufbändern am besten über die Messung mit einem Brust­gurt erfolgen. Im Liefer­umfang enthalten ist er aber nur bei Life Balance und Stamm Bodyfit.

Nicht verwirren lassen sollte man sich von den vielen Programmen, mit denen die Hersteller ihre Cross­trainer aufmotzen. Der Trainierende braucht sie nicht alle. Zu häufige Belastungs­änderungen stören den Trainings­rhythmus sogar.

Vorsicht vor schwingenden Griffen

Ebenso ärgerlich wie erstaunlich ist, dass einige Modelle Sicher­heits­normen nicht voll­ständig erfüllen und dennoch ein Prüfzeichen tragen. Diese Geräte stellen weniger eine Gefähr­dung für den Trainierenden dar, andere Personen können jedoch durch die schwingenden Griffe der Cross­trainer oder Quetsch- und Scher­stellen verletzt werden. In jedem Fall sollte man vorbeugen. So haben kleine Kinder in der Nähe des Heimtrainers nichts zu suchen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1021 Nutzer finden das hilfreich.