Künstliche Bräune: Anders als am Strand

Dermatologen und Strahlenexperten stehen der Kunstsonne skeptisch gegenüber. Zwar gibt es Ärzte, die grundsätzlich nichts gegen die Sonnenbank oder das Heim­solarium haben – vorausgesetzt, man übertreibt die Bräunung nicht. Andere sind vehement dagegen. Ihre Sorge gilt dabei weniger dem im Vergleich zur Natursonne reduzierten Ultraviolett-B-Anteil als vielmehr den UVA-Strahlen.

Kritische UVA-Strahlen: Wer sich der natürlichen Sonnenstrahlung zu lange aussetzt, riskiert einen Sonnenbrand, dessen Spätfolgen Hautveränderungen bis hin zum Hautkrebs auslösen können. Verursacher des Sonnenbrands sind die im natürlichen Sonnenlicht enthaltenen mittelwelligen Ultraviolett-B-Strahlen. Dieser „aggressive„ Strahlenanteil wird bei den Kunstsonnen auf ein Minimum reduziert. Stattdessen setzen die Solarienhersteller verstärkt längerwellige UVA-Strahlen ein. Die sind zwar zunächst weniger aggressiv als UVB, bräunen aber auch nicht so stark. Für eine deutliche Färbung der Haut braucht man deshalb UVA-Strahlen in hoher Dosierung. Und da liegen die Tücken:

  1. Ein Zuviel dieser langwelligen Strahlen, die tiefer in die Haut eindringen als UVB-Strahlen, kann zu chronischen Haut­schäden führen, zum Beispiel zu Bindegewebsschwäche mit Elastizitätsminderung und vorzeitiger Hautalterung.
  2. Hochdosierte langwellige UVA-Strahlen verstärken auch das Risiko krankhafter Hautreaktionen. Das heißt, nicht nur UVB-, auch UVA-Strahlen können die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Ge­ne­rell gilt: Zwischen den einzelnen Bestrahlungen – ob im Sonnenstudio oder vor dem Heim­solarium – sind unbedingt die empfohlenen Pausen einzulegen. Auf knackige Ganzjahresbräune sollte man der Haut zuliebe verzichten. Vornehme Blässe kann durchaus attraktiv sein.

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