Heimliche Angriffe auf Tablet und Co Krypto-Mining bremst Rechner aus

Heimliche Angriffe auf Tablet und Co - Krypto-Mining bremst Rechner aus
Gekapert. Das Generieren virtueller Münzen macht Rechner lang­sam. © plainpicture / Willing-Holtz

Wenn der Lüfter des Notebooks plötzlich hoch­dreht und das Gerät fast über­kocht oder wenn das Smartphone regel­mäßig heiß­läuft, obwohl es keine rechen­intensive App ausführt, könnte das an einem Krypto-Miner liegen – ein heimliches Programm im Hintergrund. Die Atta­cken auf Privatrechner nehmen zu. Immer mehr Webseiten und Schad­programme zapfen die Rechen­leistung ihrer Opfer an. Die zahlen oben­drein noch für den Strom.

Digitales Gold schürfen

Krypto-Miner sind Programme, die nach virtuellen Währungen wie Bitcoins, Coinhive, Moneros oder ZCash schürfen: Komplexe Berechnungen führen im Erfolgs­fall zu einer neuen virtuellen Münze. Damit lässt sich ganz legal Geld verdienen. Illegal wird es, wenn Miner ungefragt im Hintergrund geka­perter Rechner, Tablets oder Smartphones laufen. „Cryptoja­cking“ nennen Sicher­heits­experten dies – zusammengesetzt aus dem Wort „Krypto“ für die verschlüsselte, virtuelle Währung und dem eng­lischen „Hija­cking“ für die Entführung fremder Rechen­kapazität.

Angriff per Script oder App

Zwei Angriffs­szenarien machen heimliches Mining möglich. Entweder laden arglose Nutzer eine App auf ihren Rechner, in der ein Miner versteckt ist. Oder das Programm läuft beim Besuch einer Webseite auto­matisch im Browser des Nutzers – per Javascript, etwa in einem Werbebanner. Angreifer nutzen dafür eigene Webseiten oder legitim einge­kaufte Werbeflächen auf populären Webseiten, um ihre Skripte möglichst häufig auszuführen. Sie bevor­zugen Seiten mit Video-Streams und Browser-Spielen, auf denen sich Besucher lange aufhalten.

Rechner wird lang­sam

Der Schaden für den Webseiten­besucher besteht vor allem im Verlust an Geschwindig­keit. Das gestreamte Video ruckelt, eigene Anwendungen laufen lang­samer, der Lüfter schreit oder der Rechner wird heiß. Außerdem zahlt der Anwender den Strom für die fremden Rechengänge. Im Einzel­fall eine Kleinig­keit, zusammen­genommen eine Last: In Island sollen allein die legalen Bitcoin-Miner mehr Strom verbrauchen als alle 350 000 Einwohner.

Tipp: Deaktivieren Sie Javascript, wenn Ihr Rechner ungewöhnlich hoch­kocht. Neben Wind­ows- und Linux-PCs sind auch MacOS- und Android-Geräte betroffen. Ein gutes Sicherheitsprogramm sollte Mining-Skripte unterbinden.

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2 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Freddi1978 am 17.10.2018 um 11:16 Uhr
Vorsicht ist angebracht

Man sieht das bei all den Vorteilen es auch jede Menge Gefahren bei Kryptowährungen gibt.

Spielmops am 20.08.2018 um 09:05 Uhr
Einfach so?

Woher kommen Schadprogramme? Einfach so aus dem nichts? Ich bin sicher, dass ein ordentlicher Artikel über Surfverhalten und Anhaltpunkte für verdächtige Webseiten viel hilfreicher sind.
Javascript abschalten? Einfach so? Wie? Ohne Addon oder Insiderwissen geht das nicht. Und das anschließende Surfen ohne Javaskript kann man vergessen - nur noch Meldungen "Schalten Sie Javaskript ein" ...
"Ein gutes Sicherheitsprogramm sollte Mining-Skripte unterbinden". Sollte! Einfach so? Woher soll das Programm denn wissen, dass das ein Skript schädlich ist und ein anderes nicht? Und andererseits bremsen solche Sicherheitsprogramme fast genauso, wie Mining-Skripte ...
Spielmops

Sandra214 am 07.08.2018 um 12:33 Uhr

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