Heimliche Angriffe auf Tablet und Co Krypto-Mining bremst Rechner aus

07.08.2018
Heimliche Angriffe auf Tablet und Co - Krypto-Mining bremst Rechner aus
Gekapert. Das Generieren virtueller Münzen macht Rechner lang­sam. © plainpicture / Willing-Holtz

Wenn der Lüfter des Notebooks plötzlich hoch­dreht und das Gerät fast über­kocht oder wenn das Smartphone regel­mäßig heiß­läuft, obwohl es keine rechen­intensive App ausführt, könnte das an einem Krypto-Miner liegen – ein heimliches Programm im Hintergrund. Die Atta­cken auf Privatrechner nehmen zu. Immer mehr Webseiten und Schad­programme zapfen die Rechen­leistung ihrer Opfer an. Die zahlen oben­drein noch für den Strom.

Digitales Gold schürfen

Krypto-Miner sind Programme, die nach virtuellen Währungen wie Bitcoins, Coinhive, Moneros oder ZCash schürfen: Komplexe Berechnungen führen im Erfolgs­fall zu einer neuen virtuellen Münze. Damit lässt sich ganz legal Geld verdienen. Illegal wird es, wenn Miner ungefragt im Hintergrund geka­perter Rechner, Tablets oder Smartphones laufen. „Cryptoja­cking“ nennen Sicher­heits­experten dies – zusammengesetzt aus dem Wort „Krypto“ für die verschlüsselte, virtuelle Währung und dem eng­lischen „Hija­cking“ für die Entführung fremder Rechen­kapazität.

Angriff per Script oder App

Zwei Angriffs­szenarien machen heimliches Mining möglich. Entweder laden arglose Nutzer eine App auf ihren Rechner, in der ein Miner versteckt ist. Oder das Programm läuft beim Besuch einer Webseite auto­matisch im Browser des Nutzers – per Javascript, etwa in einem Werbebanner. Angreifer nutzen dafür eigene Webseiten oder legitim einge­kaufte Werbeflächen auf populären Webseiten, um ihre Skripte möglichst häufig auszuführen. Sie bevor­zugen Seiten mit Video-Streams und Browser-Spielen, auf denen sich Besucher lange aufhalten.

Rechner wird lang­sam

Der Schaden für den Webseiten­besucher besteht vor allem im Verlust an Geschwindig­keit. Das gestreamte Video ruckelt, eigene Anwendungen laufen lang­samer, der Lüfter schreit oder der Rechner wird heiß. Außerdem zahlt der Anwender den Strom für die fremden Rechengänge. Im Einzel­fall eine Kleinig­keit, zusammen­genommen eine Last: In Island sollen allein die legalen Bitcoin-Miner mehr Strom verbrauchen als alle 350 000 Einwohner.

Tipp: Deaktivieren Sie Javascript, wenn Ihr Rechner ungewöhnlich hoch­kocht. Neben Wind­ows- und Linux-PCs sind auch MacOS- und Android-Geräte betroffen. Ein gutes Sicherheitsprogramm sollte Mining-Skripte unterbinden.

07.08.2018
  • Mehr zum Thema

    Sicher­heits­software im Test Sechs Antiviren­programme schützen sehr gut

    - Antiviren­programme sind unver­zicht­bar: Sie schützen vor Schadsoftware, Daten­klau und Identitäts­diebstahl. Doch welche Sicher­heits­software schützt am besten?

    Bitcoins So funk­tioniert die Kryptowährung

    - Bitcoins gelten als das neue Gold. Wie funk­tioniert das Kryptogeld? Wo kann man Bitcoins bekommen? Lesen Sie hier, ob es sich lohnt, in Kryptowährungen zu investieren.

    Pass­wort-Manager im Test Von 14 schneiden 3 gut ab

    - Pass­wort-Manager sorgen für starke Pass­wörter und nehmen Nutzern die Last ab, sich Kenn­wörter merken zu müssen. Im Test schneiden drei gut ab, einen davon gibts gratis.