Die Kosten für die eigene Unterbringung im Pflege- oder Altersheim oder für die nahen Angehörigen sind außergewöhnliche Belastungen. Die Behörde muss sie akzeptieren, wenn der Heimbewohner mindestens in Pflegestufe I eingestuft ist. Ob er schon im Heim war, bevor er pflegebedürftig wurde, ist egal, betont ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (IV C 4 - S 2284 -2/03).

Tanja Richter kann zum Beispiel die Pflegeheimkosten für ihren Vater aus dem Jahr 2002 in Unterhalts- und Heimkosten aufteilen:

Kosten auf zwei Abzugsbeträge verteilt

Tanja Richter hat 14 352 Euro für das Pflege­heim bezahlt, die Pflegekasse 15 348 Euro, der Vater 3 300 (im Monat 275 Euro von seiner Rente). Der Vater hat kein Vermögen. Von 375 Euro Rente (im Jahr 4 500 Euro), bleiben ihm 100 Euro im Monat.

1. Unterhalt für den Vater
Abziehbarer Höchstbetrag: 7 188 Euro
– Anzurechnende Rente des Vaters (4 500 Euro – 624 Euro Freibetrag): 3 876 Euro
Abzuziehender Unterhalt: 3 312 Euro

2. Heimkosten für den Vater
Pflegeheimkosten insgesamt: 33 000 Euro
– Pflegeversicherungsleistung: 15 348 Euro
– Anteil Vater: Rente – 1 550 Euro ­Pauschale für persönlichen Bedarf, mindestens aber Abzug der Haushaltsersparnis von: 7 188 Euro
= Maximal anerkannt: 10  464 Euro
– Zumutbarer Eigenanteil der Tochter: 6 Prozent von 50 000 Euro Einkünften: 3 000 Euro
Abzuziehender Betrag: 7 464 Euro

Tanja kann von den 14 352 Euro Pflegeheimkosten 10 776 Euro (3 312 Euro + 7 464 Euro) ansetzen. Das bringt ihr etwa 4 700 Euro Steuerersparnis.

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