Heim­kosten Finanz­amt darf bei Paaren doppelt kürzen

Heim­kosten - Finanz­amt darf bei Paaren doppelt kürzen
Steuer­abzug: Wer wegen Krankheit im Heim lebt, kann die Kosten absetzen. © Dorothea Spiro

Erben wollten für ihre inzwischen verstorbene Mutter und deren Mann durch­setzen, dass das Finanz­amt höhere Heim­kosten des Ehepaares als Krank­heits­kosten anerkennt. Die Behörde hatte die rund 28 000 Euro Kosten des Ehepaares um die Ersparnis für den aufgelösten Haushalt gekürzt – und zwar doppelt. Das ist rechtens, entschied der Bundes­finanzhof (BFH). Das Finanz­amt kann pro Heimbe­wohner eine Haus­halts­ersparnis von 9 000 Euro (2017: 8 820 Euro) abziehen. Bedingung: Der eigene Haushalt wurde aufgelöst (Az. VI R 22/16). Damit das Finanz­amt Heim­kosten über­haupt anerkennt, müssen sie krank­heits­bedingt sein. Ein ärzt­liches Attest genügt als Nach­weis – auch im Nach­hinein. Es muss nicht vom Amts­arzt sein.

So rechnet ein Ehepaar für 2018

So rechnet ein Ehepaar für 2018

Ein Ehepaar mit 40 000 Euro Gesamt­einkünften kommt 2018 für 30 000 Euro Heim­kosten auf.

Krank­heits­bedingte Heim­kosten

30 000 Euro

Haus­halts­ersparnis 2 x 9 000 Euro

− 18 000 Euro

Bleiben

12 000 Euro

Zumut­bare Belastung

− 1846 Euro

Außergewöhnliche Belastung

10 154 Euro

Die 10 154 Euro bringen dem Paar inklusive Soli rund 2 669 Euro Steuerrabatt. Der Betrag für die zumut­bare Belastung ist unter den haus­halts­nahen Dienst­leistungen absetz­bar. Das bringt weitere 369 Euro Ersparnis.

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