Heimkino-Anlage von Plus im Schnelltest Schnelltest

Surroundsound für 149 Euro inklusive Radioempfang und DVD-Spieler: Plus lockt Heimkinofreunde in dieser Woche mit viel Technik für wenig Euros. Bei Lidl gabs Anfang April eine Heimkinoanlage fürs gleiche Geld, aber ohne DVD-Spieler und Radioempfang. Der Lidl-Sound kam im test-Labor ganz ordentlich an. Obs die Anlage von Plus beim Sound von Actionfilmen ebenfalls ordentlich krachen lässt, klärt dieser Schnelltest.

Mangel an Bass

Klar: Der kompakte Subwoofer produziert bei tiefen Frequenzen nur begrenzten Schalldruck. Wenn Godzilla durch New York tobt, bebt im Heimkino nicht unbedingt der Boden. Auch der Klang lässt zu wünschen übrig. Die Bässe sind zuweilen unsauber und wummern etwas. Insgesamt klingt der Surroundsound aus dem Sonderangebot blechern. Stimmen werden verfärbt wiedergegeben, und auch bei der Wiedergabe von Musik ist jede Hifi-Anlage deutlich hörbar besser.

Watt für die Werbung

Die Verstärkerleistung ist gemessen am Preis ordentlich. Der Subwoofer wird mit 40 Watt im Surroundbetrieb und 47 Watt im Stereobetrieb bedient. Nicht so schön: In der Werbung sprach Plus von „200 Watt PMPO“. PMPO steht für „Peak Music Power Output“. Gemeint ist damit eine Leistung, die der Verstärker unter bestimmten Umständen bei der Wiedergabe von Musik für Bruchteile von Sekunden erreicht. Grundsätzlich gilt: PMPO-Werte liegen stets viel höher als seriöse Leistungsangaben. Sie werden nach nicht genannten und unterschiedlichen Verfahren ermittelt und sind damit auch untereinander nicht vergleichbar.

Surround mit Wirkung

Ganz gut funktionieren Surroundeffekte. Bei korrekter Aufstellung der Boxen und einem Raum ohne störende Einflüsse lässt sich recht genau orten, wo der Ton gerade herkommt. Keine weitere Verbesserung bringt allerdings die Einstellung der vordefinierten Klang- und Hallprogramme. Ziemlich nervig: Beim Umschalten von DVD- auf Radiobetrieb etwa kommt aus den Lautsprechern ein unschönes Knacken. Auch beim Einlesen von DVDs und CDs gibt der Receiver deutliche Störgeräusche von sich.

Scharfe Bilder

Sonst macht der CD-/DVD-Player keine Schwierigkeiten. Die Fehlerkorrektur funktioniert recht anständig. Abgespielt wird sogar mehr, als die Werbung verspricht. Auch die meisten selbst gebrannten DVDs interpretiert der Player. Nur DVD-RAM, DVD-Audio und Super Audio-CDs funktionieren nicht. Die Bildqualität bei der Wiedergabe von DVDs ist einwandfrei. Bei der Darstellung eines Rotbildes ist nur minimales Farbrauschen zu erkennen. Auch Zeitlupe und beschleunigter Suchlauf funktionieren prima. Besonderheit beim Hören von Stereo-Musik: Der Receiver muss manuell auf 2.1-Betrieb umgestellt werden. Ohne Umschalten ist aus allen Lautsprechern etwas zu hören. Nach welchem Verfahren der Receiver das Stereo-Signal auf Front-, Center- und Surroundbox verteilt, bleibt allerdings unklar. Richtiges Stereo erklingt erst im 2.1-Modus.

Radio mit Rauschen

Nur ziemlich mäßig funktioniert der Radio-Empfang. Im test-Labor waren deutlich weniger Sender zu empfangen als mit anderen Radios. Wirklich klar und sauber klangen nur einzelne Sender. Ansonsten rauschte und knisterte es auch bei Frequenzen, die ansonsten an gleicher Stelle einwandfreien Empfang liefern. Auch der automatische Sendersuchlauf funktioniert nicht gut. Der Receiver merkt sich zum Teil Frequenzen, auf denen vor lauter Störungen kaum noch was zu hören ist.

Bedienung mit Mängeln

Die Bedienung des Surroundsets aus dem Plus-Angebot ist gewöhnungsbedürftig. Noch kein Problem: die Inbetriebnahme. Ruck, zuck sind alle Stecker in der richtigen Buchse. Schon deutlich schwächer: die Bedienungsanleitung. Sie ist sprachlich schwach und dadurch recht schwer verständlich. Sehr gewöhnungsbedürftig: die Fernbedienung. Die Anordnung der Tasten ist nicht durchdacht und erfordert viel Übung, bis die Steuerung der Anlage zügig von der Hand geht. Unglücklich auch das Display am Receiver: Es spiegelt so stark, das es nur schwer ablesbar ist. Der Netzschalter ist unsinnigerweise auf der Rückseite des Receivers angebracht. Kleiner Ausgleich: Der Stromverbrauch im Stand-By-Modus ist mit 1,6 Watt recht gering. Die Grundfunktionen beim Abspielen von CDs sind auch ohne Bildschirmmenüs im Fernsehbild zu bedienen. Bei Daten-CDs mit MP3-Dateien lassen sich einzelne Lieder besser per Bildschirmmenü ansteuern. Eine kleine Macke leistet sich die Anlage noch bei der Wiedergabe von Audio-CDs: Im Fernsehbild wird irreführenderweise „ungültige Eingabe“ angezeigt.

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