Heim- und Hauspflege Test

Der Job fordert Belastbarkeit und Einsatzfreude: Interessenten können sich in Basiskursen zur Pflegehilfskraft schulen lassen. Wir haben die Beratung von Kursanbietern geprüft.

Die Aussichten, als Pflegehilfskraft einen Arbeitsplatz zu finden, sind gut. Das liegt am starken Kostendruck in der Pflegebranche. Eingesetzt werden dort vermehrt ungelernte Mitarbeiter, um Krankenschwestern und Altenpfleger zu unterstützen. Zur Zeit sind allein 30 000 Zivildienststellen nicht besetzt. Um personelle Lücken zu schließen, ist sogar der Einsatz von Langzeitarbeitslosen mit Ein-Euro-Jobs in Pflegeein­rich­tungen der Wohlfahrtsverbände in der Diskussion. Sie sollen dort, so die Arbeiterwohlfahrt, als „Hilfskräfte der Hilfskräfte“ Aufgaben übernehmen.

700 bis 1 500 Euro brutto

Pflegehilfskräfte – auch Schwesternhelfer(in), Pflege(dienst)helfer(in) oder Pflegekräfte genannt – helfen Pflegebedürftigen unter Anleitung von Pflegefachkräften bei allem, was sie nicht selbst bewerkstelligen können: waschen, frisieren, Begleitung zu Ärzten oder Behörden, Hilfe im Haushalt beim Kochen, Einkaufen, Wohnungsputz. Medizinische Behandlungspflege auf ärztliche Anordnung ist für Hilfskräfte tabu.

Je nach Teil- oder Vollzeitbeschäftigung verdienen Pflegehilfskräfte ungefähr zwischen 700 und 1 500 Euro brutto. Es ist eine Möglichkeit, in den Wachstumsmarkt Pflege einzusteigen.

Pflegehilfskraft in 200 Stunden

Für den Einsatz ungelernter Pflegekräfte wird oft eine Basisqualifizierung verlangt. Sie dauert etwa 200 Stunden. Neben dem Basiskurs offerieren Anbieter eine Fülle von Lehrinhalten als Vorbereitung für die Tätigkeit als Hilfspfleger. Die Kurse können helfen, Einstellungschancen zu erhöhen, ändern aber nichts am Status als Hilfskraft. Wer sich so entscheidet, muss bereit sein, für relativ wenig Geld viel zu arbeiten. Wer mehr will, muss nach der Basisqualifizierung eine staatlich anerkannte Ausbildung ansteuern: Eine einjährige Ausbildung als Kranken- oder Altenpflegehelfer(in) oder drei Jahre Schule (mit Ausbildungsvergütung), um den Abschluss als Altenpfleger oder Krankenschwester/-pfleger zu erreichen.

Über den wichtigen beruflichen Hintergrund bekamen unsere sieben Testerinnen in 105 Beratungsge­sprä­chen bei 15 Berliner Weiterbildungsträgern nur wenig Informationen. Sie bieten zwei- bis viermonatige Kurse in „Haus- und Familienpflege“ an, vermitteln Grundkenntnisse in der Pflege und hauswirtschaftlichen Versorgung Alter und Hilfsbedürftiger. Eine realistische Beschreibung des Tätigkeitsfeldes vermissten wir meist. Es ist wichtig, bereits im Vorfeld über die Anforderungen im Pflegebereich aufgeklärt zu werden. Hinweise auf die Notwendigkeit, in Schichten zu arbeiten, gesundheitliche Eignung (keine Rückenprobleme) und Führerschein reichen nicht aus.

Positiv: Der IB-Berater zum Beispiel führte Interessenten durch Pflegeeinrichtungen. Bei IB Internationaler Bund, PlanB und FUBe wurde ausführlich informiert – die drei „guten“ persönlichen Beratungen im Test Berliner Kursanbieter.

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