Eine private Zusatzversicherung für Behandlungen beim Heilpraktiker muss zahlen, wenn die Diagnose schlüssig und die Therapie nach den Regeln des alternativen Behandlungsansatzes vertretbar waren. Auf die „Wissenschaftlichkeit“ komme es nicht an, stellte das Landgericht Münster im Fall einer Versicherten klar, die mit der Versicherungsgesellschaft Arag um 5 300 Euro stritt (Az. 15 O 461/07).

Die Frau hatte eine Zusatzversicherung, die 60 Prozent der Kosten für Behandlungen beim Heilpraktiker abdeckt. Als sie ihre Neurodermitis von einer Heilpraktikerin mit Darmspülungen und Vitaminpräparaten behandeln ließ, wollte die Arag nicht zahlen. Sie bezweifelte die Diagnose und hielt die Behandlung für me­dizinisch nicht notwendig. Das Gericht gab aber der Patientin recht: Bei Heilpraktikerbehandlungen komme es nur darauf an, ob sie naturheilkundlich anerkannt und gängig seien.

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