Ein Heilpraktiker darf einen Patienten bei schweren Erkrankungen nicht im Glauben lassen, seine Methoden ersetzten eine ärztliche Behandlung. Ihm sei die Heilpraktiker-Erlaubnis zu Recht entzogen worden, urteilte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (Az. 9 S 1782/08). Der Heilpraktiker hatte eine Patientin wegen eines Knotens in der Brust behandelt und die Geschwulst für gutartig befunden. Daran hielt er jahrelang fest – bis der Knoten 24 Zentimeter groß war, aufbrach und die Patientin stark abmagerte. Als sie zum Arzt ging, war es zu spät. Der Heilpraktiker hätte um die Gefahren wissen müssen, wenn Patienten nicht rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch nähmen. Die Therapie dauerte mehrere Jahre. Der Heilpraktiker berief sich auf einmaliges Fehlverhalten.

Dieser Artikel ist hilfreich. 508 Nutzer finden das hilfreich.