Heeger-Gruppe Meldung

Die Staatsanwaltschaft in Mannheim ermittelt gegen die Hauptverantwortlichen der Heeger-Gruppe in Karlsruhe wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung. Auch in Leipzig wird gegen Heeger wegen Betrugs ermittelt.

Thomas Heeger und Christoph Gröner engagierten sich bundesweit in der Bau- und Immobilienbranche mit dem Schwerpunkt der Sanierung und Vermarktung von Altbauten durch Aufteilung in Eigentumswohnungen. Dabei soll sich Heeger diverse Baukredite bei Banken mittels falscher Angaben erschlichen haben.

Tätig wurde die Staatsanwaltschaft, weil etwa 20 Handwerker Anzeige erstattet hatten, die jahrelang entweder nur schleppend oder gar nicht bezahlt worden waren. Verurteilungen, die von Handwerkern daraufhin erwirkt wurden, hätten sich die beiden durch ständig vorgenommene Wohnortwechsel entzogen. Gleichzeitig sollen sie ihre Geschäfte von Karlsruhe und Leipzig aus fortgeführt haben.

Heeger ist sich keiner Schuld bewusst. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft würden schon bald in sich zusammenbrechen, sagte er dem Pforzheimer Kurier.

In Leipzig waren Heeger und Gröner wegen schleppender und mangelhafter Altbausanierung für eine von der AWD-Gruppe in Hannover vermarktete Altbauimmobilie aufgefallen. Die als saniert verkauften Altbauwohnungen hatten erhebliche Mängel, sodass die Mieter nicht zum vereinbarten Zeitpunkt einziehen konnten. Die von Heeger und seinem Generalbevollmächtigten Gröner schriftlich gegebene Zusage, dass die Allgemeine Hypothekenbank AG in Leipzig Mietausfallzahlungen und Mietgarantie zugesagt habe, stellte sich als falsch heraus.

Update: Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Mannheim die Ermittlungen gegen Christoph Gröner und Thomas Heeger wegen nicht bezahlter Handwerkerrechnungen nicht weiter verfolgt. Grund hierfür war der Ausgang zahlreicher Zivilprozesse, in denen sich die Forderungen der Handwerker als allesamt unbegründet herausgestellt hatten.

Die Staatsanwaltschaft vermutete sodann einen Betrug zum Nachteil der an den Bauvorhaben beteiligten Banken, doch auch in diese Richtung wurden die Ermittlungen mangels Tatverdacht eingestellt.

Schließlich kam es im Jahre 2005 zu einer Anklage gegen Thomas Heeger und Christoph Gröner wegen Betruges zum Nachteil von Wohnungserwerbern eines Mannheimer Bauvorhabens, und zwar seien Mietgarantien an die Wohnungserwerber versprochen worden, obwohl Thomas Heeger und Christoph Gröner infolge des Zusammenbruches einer an der Finanzierung dieses Bauvorhabens beteiligten Raiffeisenbank nicht mehr davon hätten ausgehen dürfen, dass die Mietgarantien zuverlässig finanziert wären. Im Juni 2008 fand vor dem Landgericht Mannheim die Hauptverhandlung statt, also 10 Jahre nach dem Verkauf der Mannheimer Wohnungen. Die als Zeugen vernommenen Wohnungserwerber gaben an, so gut wie keine Mietausfälle in diesem Zeitraum beklagt zu haben, vielmehr zeigten sie sich über die Abwicklung der Geschäfte im Großen und Ganzen zufrieden. Die Wirtschaftsstrafkammer meinte aber, dass durch die Unsicherheiten in der Mietgarantie möglicherweise von einem Gefährdungsschaden ausgegangen werden könnte. So wurde unter diesem Gesichtspunkt Thomas Heeger zu einer geringfügigen Bewährungsstrafe verurteilt. Gegen Christoph Gröner, der zugleich auch wegen Verletzung der Buchführungspflicht angeklagt gewesen war, wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage i.H.v. 72.000,00 EUR eingestellt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 196 Nutzer finden das hilfreich.