Heckenscheren Test

Von 6 handbetriebenen und 15 elektrischen Gartenhelfern haben nur 5 Modelle mit „Gut“ bestanden.

Heckenschneiden kann man sportlich als Ganzkörpertraining betrachten, nachdem man abends zufrieden von den Schultern bis in die Knöchel spürt, was man geleistet hfer will, sollte sich sehr kritisch unter den Kräfte sparenden elektrischen Helfern umsehen. Gerade mal zwei der netzbetriebenen Maschinen haben ein „Gut“ im Qualitätsurteil erreicht: die Bosch AHS 550-24 ST und die Viking HE 515. Dabei fiel das Bosch-Modell jedoch durch seine hohe Lautstärke und Probleme mit der Funkentstörung auf.

Drei weitere Modelle können sich zwar mit ihren „guten“ Schneidleistungen sehen lassen, aber bei der Wolf HS 54 E beeinträchtigte die weniger überzeugende Handhabung, bei der Fleurelle HS 60 D die geringere Haltbarkeit das Ergebnis. Die Dritte in diesem Bunde, die Black & Decker GT 535, patzte gar durch vorzeitigen Ausfall in der Dauerprüfung. Sie und ihre akkubetriebene Kollegin GTC 610 stecken zudem in Schutzhüllen, bei deren Überziehen man sich leicht an den scharfen Schneiden die Finger verletzen kann.

Sicherheitsprobleme

Heckenscheren Test

Handhabung: Die Teleskopscheren von Wolf ...

Elektrische Heckenscheren besitzen eine Zweihandschaltung, die verhindert, dass der Benutzer bei laufender Schere mit einer der Hände in das Messer greifen kann. Wird einer der beiden Schalter losgelassen, so muss das Messer innerhalb einer Sekunde stehen. Was aber, wenn versehentlich das Netzkabel durchschnitten wird – wirkt dann die Bremse noch? Manche Scheren liefen unter diesen Umständen bis zu dreieinhalb Sekunden nach, je nachdem, ob sie mit einer elektrischen oder mit einer mechanischen Bremsvorrichtung ausgestattet sind. Nachlaufzeiten von mehr als zwei Sekunden haben wir bei den netzbetriebenen Modellen dieser Anbieter gemessen: Bosch, Wolf, Metabo und Rewe.

Akkuscheren

Heckenscheren Test

und von Gardena lassen sich nur schwer dirigieren und bedienen.

Die Schneideigenschaften der Akkuscheren erwiesen sich im Test als deutlich schlechter als die der netzbetriebenen Modelle. Sie sind bestenfalls zum Trimmen einer gepflegten Formhecke mit jungen Trieben geeignet; härtere Gehölze oder gar ein Rückschnitt würden sie überfordern. Geringe Öffnungsweiten der Schneiden, kleinere Schnitttiefen und schwächere Motorleistungen führen bei Akkuscheren zu entsprechend milderen Anforderungen: So wurden statt acht Millimeter starken Testhölzern jeweils nur Durchmesser von sechs Millimetern verwendet. Dennoch hieß es beim Bewältigen der maximalen Astdurchmesser bei allen drei Heckenscheren „mangelhaft“.

Ladehemmung

Heckenscheren Test

Trotz eines problematischen Extraschalters ist das Viking-Modell ein Beispiel für durchdachte ergonomische Gestaltung.

Bei Akkuscheren sind die Stromquellen naturgemäß ein Problem: Wir haben (Leer-)Laufzeiten von 45 Minuten mit einer Akkuladung noch als „befriedigend“ beurteilt. Bosch beugt dem Stromausfall auf halber Hecke vor, indem ein Reserve-Akku mitgeliefert wird. Beim Gardena-Modell sollte man reichlich Reserven zukaufen: Das Laden eines Akkus dauert 24 Stunden. Dafür hieß es in diesem Punkt „mangelhaft“.

Fünf mechanische Heckenscheren und eine Sonderkonstruktion

Heckenscheren Test

Schere von Gardena mit Getriebe

Von den handbetriebenen Heckenscheren in unserer Testauswahl erreichte nur die Wolf Garten HS-TA in allen Teilurteilen „gute“ Ergebnisse. Sie bewies Bissigkeit auch in härteren Hölzern wie Fichte oder Buche; und sie gefiel den Testern wegen ihrer Handlichkeit und leichten Verstellbarkeit. Damit eignet sie sich für den Form- und Rückschnitt und lässt beim Flankenschneiden den Rücken nicht allzu krumm werden.

Manufactum („gut“ 2,3) tritt zwar klassisch-stilvoll und mit scharfen Schneiden auf, aber mit ihren allzu schlanken Griffholmen eignet sie sich eher für gepflegte Kosmetik von Weichhölzern.

Gardena 540 („gut“ 2,5) soll die Schnittkraft durch eine Untersetzung steigern. Die gute Idee wird aber zum Teil wieder verschenkt, weil die zu kurzen und nicht verstellbaren Griffholme weniger Kraft auf die Schneiden übertragen.

Misslungen

Mit einem Gerät, das eigentlich eher einem Astschneider ähnelt, hat die Firma Wolf offensichtlich zu viel bieten wollen: Ohne umständliche Leiterkletterei soll man per Teleskopstange mit dem Garten multi-star auch höchste Hecken in Form trimmen. Aber dazu und auch für einen Rückschnitt ist das Gerät ungeeignet, obwohl es beim Schneiden von härteren Hölzern ein „Gut“ erhielt. Denn sogar die geschicktesten „Maschinenführer“ unter den Prüfern brachte das Monstrum zur Verzweiflung, weil es durch seinen hohen Schwerpunkt sehr schwer zu balancieren und zu bedienen ist; außerdem verheddert sich das Zugseil unweigerlich in der Hecke. Dieses Problem hat der Hersteller immerhin erkannt, denn es ist ein – von uns mitgeprüfter – seilstraffender Automat erhältlich. „Überaus schlechte Ergonomie“, lautete das Fazit der Prüfer. Auch ein Sicherheitsrisiko muss sich das Ungetüm ankreiden lassen: Die Teleskopstange kann versehentlich ganz aus dem Griffteil herausgezogen werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2893 Nutzer finden das hilfreich.