Hecken: Lebendige Gartenzäune

Heckenscheren Test

Zaungäste. Hecken bieten Nahrung und Nistplätze.

Sie schützen vor Wind und neugierigen Blicken, spenden Schatten,erfreuen durch Farbenpracht – und sind Lebensraum für viele Tiere.

„Das Morgenlied singt uns ein großer Vogelchor“, erzählt Brigitte Kleinod aus Waldems im Taunus. Die Biologin und Gartenbuchautorin hat vor ihrem Haus einen Naturgarten angelegt, wo Vögel genug Nahrung und Nistplätze finden – zum Beispiel in den langen Laubhecken, die das Grundstück begrenzen.

Das Geheimnis: Unterschiedliche Heckenpflanzen aus heimischen Wildgehölzen bieten Insekten und damit den Vögeln ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Ein Vorteil auch für den Menschen. Denn die Wildholzhecke muss nicht regelmäßig geschnitten werden. Typische Wildgehölze sind Hainbuche, Haselnuss, Hartriegel, Kornelkirsche und Eberesche. Man kann sie auch mit Blütenbüschen kombinieren, wie Felsenbirne oder Zierapfel. Wer so eine naturnahe Hecke anlegen will, braucht Platz: mindestens drei Meter für die Wildholzhecke und für die Kombination sogar etwa fünf Meter. Familien mit Kindern sollten bei der Auswahl vorsichtig sein. Am Liguster beispielsweise wachsen giftige Beeren.

Schnitthecken aus nur einer Pflanzenart beanspruchen weniger Platz. Dafür geeignet sind zum Beispiel Rotbuche, Hainbuche, Feldahorn und Kornelkirsche (Laub abwerfend) und Kirschlorbeer, Berberitze und Buchsbaum (immergrün). Buchsbaum wächst aber langsam, ist also nur etwas für kleine Hecken.

Laubgehölze sind ökologisch sinnvoller als Nadelhölzer. So bieten die oft gepflanzten Thujen keine Nahrung für Tiere.

Herbstzeit ist Pflanzzeit

Heckenscheren Test

Ausgefranst statt abgeschnitten.

Im frühen Herbst ist der Boden noch warm, dann bilden die Laubhecken rasch neue Wurzeln und kommen ohne Schäden über den Winter. Im nächsten Jahr ist die Hecke dann schon gewachsen. Immergrüne Laubhecken und Nadelhölzer sollten schon im August gepflanzt werden, weil sie vor dem Winter gut einwurzeln müssen. Sie sollten bei Trocken­heit auch im Winter gegossen werden.

Der Abstand zwischen den Pflanzen der Hecke beträgt bei einer freiwachsenden etwa ein bis zwei Meter, geschnittene Hecken haben mehrere Pflanzen pro Meter. Wichtig ist, nach dem Pflanzen ausreichend, aber maßvoll zu gießen. Eine Mulchdecke aus Rinde oder Holzhäckseln verhindert, dass der Boden austrocknet.

Wann schneiden?

Im Frühjahr und Sommer brüten Vögel. Deshalb verbieten die Landesnaturschutzgesetze in der Zeit vom März bis September das Roden und Zerstören von Hecken. Schonende Formschnitte sind aber erlaubt. Dennoch: Aus Rücksicht sollte man den Sommerschnitt spät ansetzen, etwa im August. Laubabwerfende Arten wie Rot- und Hainbuche bekommen den Hauptschnitt ohnehin im Winter. Aber nicht bei Frost schneiden, da sind die Pflanzen empfindlich! Immergrüne Laubhölzer und Nadelhölzer werden nur einmal im Jahr geschnitten, im Frühjahr oder Herbst.

Frei wachsende Hecken müssen nicht geschnitten werden, einige Arten wie Hartriegel oder Haselnuss können aber alle drei Jahre einen Verjüngungsschnitt vertragen.

Immer gilt: Vor dem Schnitt die Hecke nach Nestern absuchen. Wenn eins drin ist, den Schnitt verschieben – schließlich braucht der Vogelchor auch junge Stimmen.

Infos

Vogelfreunde. Fragen Sie in Baumschulen, Gärtnereien oder Gartencentern nach heimischen Wildgehölzen oder – für die Schnitthecke – nach heimischen Laubhecken. Eine Liste vogelfreundlicher Arten unter: www.wildvogelhilfe.de

Beratung. Die Gartenakademien haben viele Infos und beraten telefonisch. Eine Liste mit Heckenarten, Wuchshöhen und Standortansprüchen hat die Bayerische Gartenakademie.

Versand.Im Internet finden Sie Versender von Heckenpflanzen. Manche bieten Pakete an wie Vogelschutz- oder Schmetterlingshecken (Suche über Google.de).

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