Heckenschere von Penny Schnelltest

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Für nicht mal 22 Euro gibts bei Penny eine elektrische Heckenschere. Die kann nichts taugen, glauben die test-Ingenieure. Für so wenig Geld lässt sich aus ihrer Sicht keine vernünftige Heckenschere bauen. Bei Markengeräten kosten schon Ersatzklingen mehr. Die Billig-Heckenschere bekam die Chance, alle Vorurteile zu entkräften. Im Schnelltest musste sie zeigen, was sie kann.

Scharfe Kanten

Die ersten Pluspunkte sammelt die Heckenschere beim Auspacken: Fürs Einschicken zu Garantiereparaturen liegt eigens ein Karton bei, mit dem die Schere schnell, komfortabel und portosparend verpackt ist. Die Schere selbst macht allerdings einen genau so billigen Eindruck, wie der Preis erwarten lässt. Die Verarbeitung ist schlampig. Stellenweise stehen scharfe Kanten über.

Reichlich Lärm

Bei sachgemäßer Benutzung gibts kein Problem. Arbeitshandschuhe sind zur Sicherheit Pflicht. Vorgeschrieben sind auch Schutzbrille und Hörschutz. Das ist auch gerechtfertigt: Stolze 103 Dezibel Lärm produziert die Billig-Heckenschere. Allerdings: Auch die meisten Markengeräte gehen ähnlich lautstark zu Werke.

Unsauberer Schnitt

Der Schnitt funktioniert gemessen am Preis ganz ordentlich. Mit den Jungtrieben einer Feuerdorn-Hecke hatte die Penny-Heckenschere kaum Mühe. Beim kräftigen Rückschnitt einer Ligusterhecke allerdings stieß sie an ihre Grenze: Fingerdicke Äste führten öfters zur Blockade. Nur mit Nachfassen ließen sie sich aufs gewünschte Maß stutzen. Der Schnitt gerät allerdings auch nicht wirklich sauber. Die Messer laufen so schnell, dass Äste in der Regel mehrfach ins Messer geraten. Die Folge: Die Schnittkanten fransen aus und bieten Pilzen und Mikroben zusätzliche Angriffsfläche.

Bescheidene Handhabung

Deutliche Schwächen hat die Heckenschere bei der Handhabung: Fast vier Kilo Gewicht bringt die Maschine auf die Waage. Die Griffe sind ungünstig platziert: Bei senkrechten Schnitten liegt der Schwerpunkt deutlich jenseits der Griffe, so dass zusätzlicher Kraftaufwand nötig ist, um die Heckenschere gerade zu halten. Bei größeren Hecken droht Muskelkater. Der hintere Griff ist zudem recht glatt und hart und erschwert das Festhalten zusätzlich. Ebenfalls ärgerlich: Beim Arbeiten über Kopf pustet der Ventilator für die Motorkühlung die Luft direkt ins Gesicht des Gärtners.

Zweifel an der Haltbarkeit

Beim Schnelltest nicht drin: eine Dauerprüfung. Wie lang Motor und Getriebe durchhalten, lässt sich nicht vorhersagen. Die Geräte im Schnelltest zeigten noch keine Ermüdungserscheinungen. Doch bei der Dauerprüfung haben selbst teure Markengeräte versagt. Immerhin: Zwei Jahre Garantie gibts für die Penny-Heckenschere. Wenn sie vorher den Geist aufgibt, sorgt der Hersteller für Ersatz. Das Messer allerdings ist ein Verschleißteil und muss selbst bezahlt werden, wenn es stumpf ist.

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