Heckenschere von Lidl Schnelltest

Hecken trimmen, Büsche stutzen: Gute elektrische Heckenscheren schaffen das problemlos – und kosten meist deutlich über 100 Euro. Lidl verkauft derzeit eine elektrische Heckenschere von Florabest für 40 Euro. Das Angebot gilt seit dem 28. Juli. „Zur optimalen Pflege von Hecken und Sträuchern“ wie der Discounter wirbt. Der Schnelltest zeigt, ob es stimmt.

Mühsamer Einstieg

Ärgerlich: Bevor die Tester mit der Heckenschere Florabest FHT 600 A1 von Lidl arbeiten können, müssen sie den mitgelieferten Handschutz an die Maschine schrauben. Er ist nicht vormontiert. Das ist gefährlich. Möglicherweise verwendet ein Käufer die Maschine ohne Handschutz. Dann können die Finger die Schneidemesser berühren. Hinzu kommt ein weiteres Sicherheitsproblem: Bei der Montage des Handschutzes drehte eine Schraube bereits beim ersten Versuch durch. Eine zweite konnten die Tester höchstens fünf Mal festziehen. Elektrische Heckenscheren vibrieren, während sie schneiden. Sitzt die Schraube nicht fest, kann sie sich durch die Vibrationen lösen. Sicherer wäre es, die Heckenschere mit vormontiertem Handschutz auszuliefern.

Mäßiger Schnitt

Der Praxistest beginnt vielversprechend. Die Lidl-Maschine trennt einzelne, dünne Äste sauber ab und bringt die Thuja-Hecke gut in Form. Sie schneidet mit hoher Kraft und neigt deshalb nicht zum Blockieren. Die hohe Messer­geschwindigkeit hat aber auch Nachteile, die sich beim Rückschnitt zeigen: Mehrere Äste gleichzeitig erfasst die Florabest FHT 600 A1 nur schlecht. Stattdessen schiebt sie die Triebe vor sich her. Die Tester müssen mehrfach nachsetzen. Das Ergebnis sind abgequetschte, ausgefranste Astenden. Auch stärkere und verzweigte Äste schneidet die Heckenschere unsauber ab und lässt sie stark ausgefranst und abgebrochen zurück. Das sieht hässlich aus und öffnet Tür und Tor für Pilze und Mikroben.

Mittelmäßige Bedienung

Die Florabest lässt sich nur mittelmäßig bedienen. Die Handgriffe sind einfach gehalten, ein weicher Überzug fehlt. Der vordere Griff ist unkomfortabel geformt. Er liegt schlecht in der Hand. Zudem ist die Maschine nicht optimal ausbalanciert. Sie neigt sich nach hinten, in Richtung des Motorblocks. Das ist etwas unangenehm. An der Heckenschere sind zwei Schalter angebracht. Jeweils einer am vorderen Griff, einer am hinteren. Erst wenn beide Schalter gleichzeitig gedrückt sind, bewegen sich die Schneidemesser. Das dient der Sicherheit. Wer den Schalter am vorderen Griff drücken möchte, hat es auf Dauer etwas unbequem, denn der Schalter liegt ungünstig: Statt mit der ganzen Hand, lässt er sich nur mit dem Daumen festhalten. Die Maschine arbeitet zudem recht laut. Da hilft nur ein Gehörschutz. Der sollte beim Arbeiten mit elektrischen Heckenscheren immer dabei sein. Das empfiehlt auch die gute Bedienungsanleitung der Florabest. Ebenfalls hilfreich: eine Schutzbrille.

Motor brennt durch

Eine Überraschung gibts bei der Dauerprüfung. Ein Testgerät fällt bereits nach 15 Stunden Betriebszeit aus. Eine Schraube hatte sich aus der Schwertbefestigung gelöst. Als Folge verklemmten sich die Schneidemesser und der Motor brannte durch. Zwei weitere Modelle beweisen mehr Durchhaltevermögen. Sie überstehen den wegen des Schnelltests auf 25 Betriebsstunden reduzierten Dauertest problemlos.

Unsaubere Verarbeitung

Insgesamt scheint das Fabrikat unsauber verarbeitet zu sein. Das offenbart auch die Sicherheitsprüfung. Die Etiketten an der Maschine lösen sich bereits im Neuzustand ab. Sie sind schlecht aufgeklebt. Neben den Schaltern finden sich scharfe Kanten – auch in der Kabeldurchführung für das Verlängerungskabel. Fällt die Maschine herunter, kann sogar der Handschutz auseinander brechen. So geschehen bei einer Maschine, die im Schnelltest dabei war. Wer ohne Schutz weiterarbeitet, riskiert schwere Verletzungen.

Keine Schadstoffe

Schadstoffe sind dagegen kein Problem. Die Griffe enthalten keine krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK).

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