Headhunter werden neudeutsch externe Personalberater genannt, die für Firmen gegen eine Kopfprämie von mehreren Monatsgehältern neue Arbeitskräfte anwerben. Bisher war für diese Personalangler der Anruf am Arbeitsplatz des Kandidaten eine der liebsten Methoden, um mit wenig Aufwand den Köder auszuwerfen. Doch nun hat der Bundesgerichtshof den Headhuntern diese Angel aus der Hand geschlagen (Az. I ZR 22/00).

Er bestätigte ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart, wonach der direkte Anruf in der Firma sittenwidrig ist. Mit diesen Anrufen werde unter Missbrauch der betrieblichen Kommunikationsmittel des Konkurrenten unzulässig in dessen Betriebssphäre eingedrungen. Außerdem komme es so zu Arbeitszeitunterbrechungen. Diese Methoden dürften per Gericht untersagt werden und erlaubten unter Umständen sogar Schadenersatzklagen.

Eine Computerfirma hatte mithilfe eines Personalberaters nach einem Spezialisten gesucht. Der Headhunter rief bei der Konkurrenz an und ließ sich über die Zentrale mit einem passenden Experten verbinden, der zum Schein auf das Angebot einging. Dann meldete er den Vorfall jedoch seinem Chef, der darauf die Abwerber verklagte.

Tipp: Weiterhin abwerben dürfen Headhunter auf Messen und Tagungen oder mittels Anrufen zu Hause. Wollen Sie sich diskret abwerben lassen, können Sie aber auch eine der anonymen Internet-Jobbörsen nutzen.

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