Seit die Kassen die Vorsorge bezahlen, wird Hautkrebs öfter entdeckt. Die Heilungschancen sind gut.

Manche Ärzte nutzen zusätzlich zum bloßen Auge ein Auflichtmikroskop für die Untersuchung und rechnen bis zu 24 Euro extra ab. Viele Krankenkassen übernehmen die Leistung nicht.

Es sind zwei böse Brüder. Der schwarze Hautkrebs entsteht oft in Muttermalen, kann schnell in die Tiefe wachsen und Metastasen bilden. Von den Menschen, die daran erkrankten, starb in den vergangenen Jahren mindestens jeder zehnte, das waren im Jahr 2009 etwa 2 700 Patienten.

Der weiße Hautkrebs ist fast nie tödlich, aber weit verbreitet. Die Geschwüre können tief in die Haut einwachsen und Gewebe wie Knorpel und Knochen zerstören.

Der schwarze Hautkrebs ist längst nicht so verbreitet wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs und der weiße Hautkrebs ist nicht annähernd so gefährlich wie diese Krebsarten. Trotzdem lohnt sich die Vorsorge, denn Hautkrebs lässt sich ohne größeren Aufwand schon im frühen Stadium erkennen.

Seit dem 1. Juli 2008 bezahlen die gesetzlichen Kassen die Hautkrebsvorsorge. Im selben Jahr stieg die Anzahl der diagnostizierten Hautkrebsfälle von 109 000 auf 126 000, berichtet die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID). Die Gesellschaft führt das auf die neuen Untersuchungen zurück.

Ab dem 35. Geburtstag können sich Versicherte aller gesetzlichen Kassen in jedem zweiten Kalenderjahr von einem Hautarzt oder dazu ausgebildeten Hausarzt untersuchen lassen. Vorsichtige Patienten können aber schon in jüngeren Jahren oder auch jährlich zur Vorsorge gehen. Viele Krankenkassen kommen dafür auf.

Wir haben die 25 größten Kassen geprüft, die allen gesetzlich Versicherten offenstehen. Ergebnis: 14 Kassen bieten bereits Untersuchungen vor dem 35. Lebensjahr an, sechs Kassen übernehmen in einigen Bundesländern zusätzliche Untersuchungen für Menschen ab 35 Jahren .

Patienten zahlen manchmal drauf

Die Hautkrebsvorsorge soll kostenlos sein, doch manchmal müssen Versicherte zuzahlen. Für die gesetzlich vorgesehene Vorsorge ist zum Beispiel keine Praxisgebühr fällig, für zusätzliche Termine bisweilen schon.

Bei einigen Kassen zahlt der Patient die Extra-Untersuchung zunächst selbst und bekommt die Kosten erst später erstattet. Berechnet der Arzt einen höheren Betrag, als die Kasse übernimmt, bleibt der Patient auf einem Teil der Kosten sitzen. Beteiligt sich der Arzt nicht an dem Vertrag mit der Kasse, gibt es oft sogar überhaupt kein Geld zurück.

Die Vorsorge ist mit dem bloßen Auge möglich. Nutzt der Arzt ein spezielles Gerät, kann er die Leistung oft extra abrechnen – zum Beispiel bis zu 24 Euro für den Einsatz eines Auflichtmikroskops, für ein videogestütztes Gerät nach einem Vorschlag der Bundesärztekammer können es bis zu 110 Euro werden.

Die Vorsorge könnte gerade für Menschen mit erhöhtem Hautkrebsrisiko sinnvoll sein. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit besonders vielen Muttermalen oder mit sehr heller Haut, die nur langsam bräunt. Ungünstig sind auch Sonnenbrände im Kindes- und Jugendalter und Solarienbesuche.

Das Hautkrebsrisiko steigt mit dem Alter. Mehr als die Hälfte der Patienten mit schwarzem Hautkrebs sind über 60 Jahre alt, mit weißem Hautkrebs über 70 Jahre alt. Erkranken die eigenen Eltern oder Kinder an schwarzem Hautkrebs, spricht das ebenso für ein höheres Risiko.

Weißer Hautkrebs tritt vor allem am Kopf und im Gesicht auf, schwarzer Hautkrebs kann sich überall auf der Haut entwickeln. Der Arzt muss alle Stellen der Haut prüfen.

Mit einem Spatel sollte er die Haare scheiteln und die Kopfhaut untersuchen. Er sollte Augenlider und Ohren prüfen, in die Mundhöhle hineinsehen und auch Genitalien und After nicht aussparen. Auch zwischen den Zehen und an den Fußsohlen könnte sich Hautkrebs verstecken.

Wenn der Arzt etwas Verdächtiges findet, heißt es: Ruhe bewahren. Früh erkannt sind die Heilungschancen sehr gut.

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