Sommer – Sonne – Haut­krebs: Diese Steigerung muss nicht sein. Die Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen und Krank­heits­erregern. Sie ist aber schutz­bedürftig und kann krank werden. Für Ängste sorgt Haut­krebs. Die Stiftung Warentest klärt auf, wie man vorbeugen kann, Warnzeichen erkennt und worauf bei der ärzt­lichen Unter­suchung zu achten ist. Eine Umfrage zeigt: Haus- und Haut­ärzte betrachten nicht alle Haut­partien mit der gleichen Aufmerk­samkeit.

Gefähr­licher und ungefähr­licher Haut­krebs

Haut­krebs ist nicht gleich Haut­krebs. Die hellen Haut­krebs­arten Basaliom und Spinaliom sind sehr häufig, aber relativ ungefähr­lich und gut zu behandeln. Der schwarze Haut­krebs, das maligne Melanom, ist gefähr­lich und im fort­geschrittenen Stadium schwer behandel­bar. Experten sind sich einig, dass die Heilungs­chancen – auch der anderen Haut­krebs­arten – in frühen Krank­heits­stadien am größten sind.

Die Haut selbst unter­suchen und unter­suchen lassen

Menschen mit heller Haut oder Menschen, die Haut­krebs­erkrankungen in der Familie haben, sollten am besten einmal im Monat ihre Haut selbst aufmerk­sam betrachten, um Warnzeichen des gefähr­lichen schwarzen Haut­krebses recht­zeitig zu entdecken – wie beispiels­weise unregelmäßig geformte oder dunkle Pigmentmale. Eine regel­mäßige Unter­suchung beim Arzt – das sogenannte Haut­krebs­scree­ning – dient ebenfalls der Früh­erkennung. Ab ihrem 35. Geburts­tag haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf das kostenlose Haut­krebs­scree­ning beim Haus­arzt oder Haut­arzt.

Krankenkassen zahlen für den Hautcheck

Das Haut­krebs­scree­ning ist eine Reihen­unter­suchung von Personen ohne Beschwerden oder Krank­heits­symptome. Wichtigstes Ziel ist, die Zahl der tumorbe­dingten Todes­fälle zu senken. Etliche Krankenkassen über­nehmen die Kosten für den Haut-Check auch schon vor dem 35. Lebens­jahr, einige finanzieren jähr­liche Haut­unter­suchungen Hautkrebsvorsorge: Das zahlen die Kassen. Auch die Praxis­gebühr entfällt bei Früh­erkennungs­unter­suchungen. Ausführ­liche Informationen über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bietet der Produktfinder Krankenkassen.

Online­umfrage: Ärzte nicht immer gründlich

Darauf sollten Ärzte auch schauen

Darauf sollten Ärzte auch schauen

Die Teilnehmer einer Online­umfrage der Stiftung Warentest zum Haut­krebs­scree­ning berichteten, dass die Ärzte nicht alle Haut­partien mit der gleichen Aufmerk­samkeit betrachteten. Oberkörper, Brust, Achseln, Arme, Hände, Beine wurden bei den meisten Teilnehmern untersucht. Die Ärzte vernach­lässigten jedoch häufig – so das Ergebnis der nicht­repräsentativen Umfrage – Körperpartien, an denen man keinen Haut­krebs vermuten würde, wie Mund oder am After. In seltenen Fällen kann dort jedoch der schwarze Haut­krebs auftreten.

Eine Viertel­stunde muss sein

So lange dauert das Haut­krebs-Scree­ning

So lange dauert das Haut­krebs-Scree­ning

Der Arzt sollte daher auf jeden Fall den ganzen Körper von der Kopf­haut bis zu den Zehen­zwischenräumen und Fußsohlen unter­suchen und sich mindestens 15 bis 20 Minuten Zeit für den Hautcheck nehmen – von Kopf bis Fuß Tipps.

Patienten müssen mitunter zuzahlen

Diese Instru­mente werden bei der Unter­suchung einge­setzt

Diese Instru­mente werden bei der Unter­suchung einge­setzt

Nach den Richt­linien für das Haut­krebs­scree­ning reichen für die Unter­suchung ein geschultes Auge, eine helle Lampe und ein Spatel für die Unter­suchung der Mund­höhle und der Kopf­haut. Wenn der Arzt spezielle Geräte nutzt, rechnet er die Kosten oft zusätzlich ab. Die Kassen zahlen dafür nicht, die Patienten müssen dann aus eigener Tasche bezahlen. Viele Teilnehmer der Online­umfrage gaben an, dass ihre Ärzte für das Haut­krebs­scree­ning eine Lupe oder ein Mikroskop benutzten, gelegentlich auch Video­kameras mit einem ange­schlossenen Computer. Für den Einsatz eines Auflicht­mikroskops können bis zu 24 Euro fällig werden, für ein video­gestütztes Gerät bis zu 110 Euro.

Hell­häutige Menschen sind gefährdet

Als wichtigster Auslöser von Haut­krebs gelten Sonnenlicht und UV-Strahlen – auch aus Solarien. Besonders anfäl­lig sind vor allem blonde, rothaarige, hell­häutige oder sommer­sprossige Menschen, die kaum bräunen und schnell Sonnenbrand bekommen. Mediziner unterscheiden verschiedene Haut­typen entsprechend ihrer Empfindlich­keit Fotogalerie. Wer viele Muttermale oder Leberflecke hat, ist ebenfalls gefährdet. Sonnenbrände im Kindes- und Jugend­alter sind besonders gefähr­lich. Sie erhöhen das Risiko, als Erwachsener an Haut­krebs zu erkranken.

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