Haut­krebs Die Warnzeichen erkennen

9
Haut­krebs - Die Warnzeichen erkennen

Sommer – Sonne – Haut­krebs: Diese Steigerung muss nicht sein. Die Haut schützt uns vor äußeren Einflüssen und Krank­heits­erregern. Sie ist aber schutz­bedürftig und kann krank werden. Für Ängste sorgt Haut­krebs. Die Stiftung Warentest klärt auf, wie man vorbeugen kann, Warnzeichen erkennt und worauf bei der ärzt­lichen Unter­suchung zu achten ist. Eine Umfrage zeigt: Haus- und Haut­ärzte betrachten nicht alle Haut­partien mit der gleichen Aufmerk­samkeit.

Inhalt

Gefähr­licher und ungefähr­licher Haut­krebs

Haut­krebs ist nicht gleich Haut­krebs. Die hellen Haut­krebs­arten Basaliom und Spinaliom sind sehr häufig, aber relativ ungefähr­lich und gut zu behandeln. Der schwarze Haut­krebs, das maligne Melanom, ist gefähr­lich und im fort­geschrittenen Stadium schwer behandel­bar. Experten sind sich einig, dass die Heilungs­chancen – auch der anderen Haut­krebs­arten – in frühen Krank­heits­stadien am größten sind.

Die Haut selbst unter­suchen und unter­suchen lassen

Menschen mit heller Haut oder Menschen, die Haut­krebs­erkrankungen in der Familie haben, sollten am besten einmal im Monat ihre Haut selbst aufmerk­sam betrachten, um Warnzeichen des gefähr­lichen schwarzen Haut­krebses recht­zeitig zu entdecken – wie beispiels­weise unregelmäßig geformte oder dunkle Pigmentmale. Eine regel­mäßige Unter­suchung beim Arzt – das sogenannte Haut­krebs­scree­ning – dient ebenfalls der Früh­erkennung. Ab ihrem 35. Geburts­tag haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf das kostenlose Haut­krebs­scree­ning beim Haus­arzt oder Haut­arzt.

Krankenkassen zahlen für den Hautcheck

Das Haut­krebs­scree­ning ist eine Reihen­unter­suchung von Personen ohne Beschwerden oder Krank­heits­symptome. Wichtigstes Ziel ist, die Zahl der tumorbe­dingten Todes­fälle zu senken. Etliche Krankenkassen über­nehmen die Kosten für den Haut-Check auch schon vor dem 35. Lebens­jahr, einige finanzieren jähr­liche Haut­unter­suchungen Hautkrebsscreening. Auch die Praxis­gebühr entfällt bei Früh­erkennungs­unter­suchungen. Ausführ­liche Informationen über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bietet der Produktfinder Krankenkassen.

Online­umfrage: Ärzte nicht immer gründlich

Haut­krebs - Die Warnzeichen erkennen
Darauf sollten Ärzte auch schauen

Die Teilnehmer einer Online­umfrage der Stiftung Warentest zum Haut­krebs­scree­ning berichteten, dass die Ärzte nicht alle Haut­partien mit der gleichen Aufmerk­samkeit betrachteten. Oberkörper, Brust, Achseln, Arme, Hände, Beine wurden bei den meisten Teilnehmern untersucht. Die Ärzte vernach­lässigten jedoch häufig – so das Ergebnis der nicht­repräsentativen Umfrage – Körperpartien, an denen man keinen Haut­krebs vermuten würde, wie Mund oder am After. In seltenen Fällen kann dort jedoch der schwarze Haut­krebs auftreten.

Eine Viertel­stunde muss sein

Haut­krebs - Die Warnzeichen erkennen
So lange dauert das Haut­krebs-Scree­ning

Der Arzt sollte daher auf jeden Fall den ganzen Körper von der Kopf­haut bis zu den Zehen­zwischenräumen und Fußsohlen unter­suchen und sich mindestens 15 bis 20 Minuten Zeit für den Hautcheck nehmen – von Kopf bis Fuß Tipps.

Patienten müssen mitunter zuzahlen

Haut­krebs - Die Warnzeichen erkennen
Diese Instru­mente werden bei der Unter­suchung einge­setzt

Nach den Richt­linien für das Haut­krebs­scree­ning reichen für die Unter­suchung ein geschultes Auge, eine helle Lampe und ein Spatel für die Unter­suchung der Mund­höhle und der Kopf­haut. Wenn der Arzt spezielle Geräte nutzt, rechnet er die Kosten oft zusätzlich ab. Die Kassen zahlen dafür nicht, die Patienten müssen dann aus eigener Tasche bezahlen. Viele Teilnehmer der Online­umfrage gaben an, dass ihre Ärzte für das Haut­krebs­scree­ning eine Lupe oder ein Mikroskop benutzten, gelegentlich auch Video­kameras mit einem ange­schlossenen Computer. Für den Einsatz eines Auflicht­mikroskops können bis zu 24 Euro fällig werden, für ein video­gestütztes Gerät bis zu 110 Euro.

Hell­häutige Menschen sind gefährdet

Als wichtigster Auslöser von Haut­krebs gelten Sonnenlicht und UV-Strahlen – auch aus Solarien. Besonders anfäl­lig sind vor allem blonde, rothaarige, hell­häutige oder sommer­sprossige Menschen, die kaum bräunen und schnell Sonnenbrand bekommen. Mediziner unterscheiden verschiedene Haut­typen entsprechend ihrer Empfindlich­keit Fotogalerie. Wer viele Muttermale oder Leberflecke hat, ist ebenfalls gefährdet. Sonnenbrände im Kindes- und Jugend­alter sind besonders gefähr­lich. Sie erhöhen das Risiko, als Erwachsener an Haut­krebs zu erkranken.

9

Mehr zum Thema

  • Akti­nische Keratose Diese Mittel schützen vor weißem Haut­krebs

    - Jähr­lich erkranken mehr als 1,7 Millionen Menschen in Deutsch­land an akti­nischer Keratose, einer Vorstufe von weißem Haut­krebs. Medikamente zum Auftragen können helfen.

  • Vorsorgeunter­suchungen Früh­erkennung – was die Kasse zahlt

    - Alle Krankenkassen zahlen für viele Vorsorgeunter­suchungen. Diese Angebote der Früh­erkennung sind freiwil­lig: Versicherte können selbst entscheiden, was davon sie nutzen.

  • Haut­krebs Computer diagnostiziert zuver­lässiger als Ärzte

    - Melanom oder Muttermal? Um Haut­ver­änderungen zu beur­teilen, sollte künst­liche Intelligenz (KI) Ärzte unterstützen. Zu dem Schluss kommt eine Heidel­berger Studie. 157...

9 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

unentschieden am 27.04.2012 um 00:53 Uhr
Zusatzfrage

oder wird diese Information erst nach Bezahlen der 1,50€ preisgegeben?

unentschieden am 27.04.2012 um 00:50 Uhr
@Stiftung_Warentest

Ich kann Ihre Antwort nicht nachvollziehen. Wenn ich die Seite "Tipps" aufrufe, steht dort als erstes:
"Der beste Schutz vor Hautkrebs ist Sonnenschutz. Am besten eignen sich Sonnencremes oder Sonnenlotionen.."
Auf das grundsätzliche Verzichten auf Sonnenexposition wird gar nicht hingewiesen!
Meines Erachtens wird hier dem Leser suggeriert, ein Aufenthalt in der Sonnen sei mit Sonnencremes vollkommen sicher. Dass aber jede Minute - auch unter der Sonnencremeschicht - das Risiko für Hautkrebs erhöht, lese ich nirgendwo. Es ist eine unangenehme Wahrheit, aber ich finde, die Stiftung Warentest sollte sie aussprechen.
Hier ein weiterer Link zu dem Thema, hinter dem Verein steht die Hautklinik der Uni Tübingen:
http://www.hautkrebs.de/hautkrebs/vorbeugung/lichtschutz.html

Profilbild Stiftung_Warentest am 24.04.2012 um 20:07 Uhr
Nicht zu lange in der Sonne liegen

@unentschieden: Unter Sonnenschutz verstehen die Tester der Stiftung Warentest nicht nur das Auftragen von Sonnencreme. Das betont test.de in den Tipps. Zur Prävention gehört in erster Linie ein gesunder Umgang mit der Sonne, das heißt grundsätzlich nicht zu viel Zeit in der Sonne zu verbringen, die Mittagssonne zu meiden und neben Sonnencreme auch lange und leichte Kleidung zu tragen.

unentschieden am 23.04.2012 um 05:32 Uhr
Sonnenschutzmittel schützen NICHT gegen Hautkrebs!

Es bereitet mir großes Unbehagen, dass ausgerechnet bei diesem Thema die wichtigste Information durch die Experten (?) bei der Stiftung Warentest falsch dargestellt wird:
Sonnenschutzmittel schützt gerade NICHT gegen Hautkrebs, sondern nur vor Sonnenbrand (auch wenn diese das Risiko enorm erhöhen).
Diese Erkenntnis kursierte schon vor einigen Jahren durch die Medien und selbst die Hersteller bestätigten dies, denn dieser Wirkung steht auch nicht auf den Tuben!
Nachzulesen ist dies u.a. auf der Homepage des Direktors der Hautklinik der Uni Heidelberg:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Hautkrebs-Die-unterschaetzte-Gefahr.116285.0.html
Der Tipp sollte also eher lauten: Keine Sonnenschutzmittel anwenden und lieber viel weniger Zeit in der Sonne verbringen. Aber dann müsste man ja auch nicht die verlinkten Testberichte zu Sonnencremes auf test.de kaufen. Eine gute Idee, dass die Stiftung Warentest nun verstaatlicht werden soll.

unentschieden am 23.04.2012 um 05:22 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.