Haut und Haar Special

Trockene Haut, geschwollene Finger, widerspens­tiges Haar – im Winter braucht der Körper viel Zuwendung. So kommen Sie gepflegt durch die Kälte.

Wenn die Tage kühler werden, soll es drinnen kusch­lig warm sein. Die großen Temperatur­unterschiede zwischen klirrender Winterkälte und trockener Heizungs­luft setzen Haut und Haaren zu. Jetzt ist besondere Pflege gefragt.

Einge­cremt in die Kälte

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Vor Kälte schützen. Je nied­riger draußen die Temperaturen, desto fett­reicher sollte die Creme sein. In Hand­schuhen ist die zarte Haut der Hände geschützt.

Das fängt schon am Morgen an. Außen­temperaturen von weniger als 8 Grad machen der Haut zu schaffen. Es gelangt kaum mehr Haut­fett an ihre Oberfläche. Ähnlich wie Butter wird der Talg, der die Haut sonst fettet, bei nied­rigen Temperaturen fest und kann sich nicht mehr verteilen. Unbe­kleidete und weniger durch­blutete Körper­stellen wie Nase, Ohren und Finger sind besonders kälteempfindlich. Für die Haut­pflege gilt deshalb: ausreichend Fett verwenden. Am besten geeignet sind Cremes vom Emulsions­typ Wasser-in-Öl. Sie bestehen aus winzigen Wasser­kügelchen, die in Öl einge­schlossen sind, sie glänzen leicht und ziehen lang­sam in die Haut ein. Auf der Verpackung lässt sich der Emulsions­typ manchmal an der Abkür­zung W/O erkennen. Auch in unseren Tests weisen wir darauf hin. Eine gute Wasser-in-Öl-Allzweckcreme aus dem Test im April 2010 ist zum Beispiel bebe Zart­pflege Zart­creme. Hilf­reich fürs Gesicht ist im Winter zudem auch tags­über eine gehaltvolle Nacht­creme.

Im Bus glüht das Gesicht

Wie üblich biegt der Bus schon um die Ecke. Ein kurzer Sprint – geschafft. Drinnen drängen sich die Menschen. In den Winterklamotten ist es jetzt viel zu heiß. Die Luft steht, das Gesicht glüht, die Finger schwellen an.

Bei einem plötzlichen Wechsel von der Kälte ins Warme schlagen die Wärmerezeptoren in der Haut Alarm. Die Hautgefäße öffnen sich, damit das Blut die Wärme vom Körper­inneren an die Haut trans­portieren kann. Wer zu erweiterten Äderchen und Rötungen im Gesicht neigt, dessen Haut­bild verschlechtert sich im Winter wegen der häufigen Temperaturwechsel oft zusätzlich. Manche Pfle­gepro­dukte versprechen Linderung, ganz verschwinden Äderchen und Rötungen dadurch jedoch nicht.

Wer draußen Hand­schuhe trägt, erleichtert seinen Händen den Wechsel zwischen Kälte und Wärme. Schwellen die Finger dennoch an, hilft es, sie zu bewegen und die Hände nach oben zu halten, damit das Blut wieder abfließen kann.

Aufgeladene Haare bändigen

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Gegen trockene Luft. Haut und Haar leiden unter der Heizungs­luft. Zimmerpflanzen, regel­mäßiges Lüften und Wasser­schalen verhelfen zu Feuchtig­keit.

Nach der stickigen Busfahrt gehts gleich wieder ins Warme: Die Heizung im Büro läuft auf Hoch­touren. Kaum ist die Mütze vom Kopf, stehen die Haare kreuz und quer in alle Richtungen ab. Statisch aufgeladenes Haar ist typisch im Winter. Wie die Haut reagieren auch die Haare auf den Wechsel zwischen kalten Außen­temperaturen und warmer Heizungs­luft und werden trocken. Ein pfle­gestoff­reiches Shampoo für strapaziertes Haar kann helfen. Um die Haare nicht zusätzlich aufzuladen, sollten Kämme und Bürsten aus Holz sein. Schaum­festiger, ins feuchte Haar einmassiert, stabilisiert die Frisur, genauso Haar­spray oder Gel. Wer ohne Zusatz­produkte auskommen möchte, kann sich an Seide halten: Frisöre empfehlen Kopf­kissenbezüge aus dem edlen Stoff. Wegen seiner glatten Oberfläche sollen die Haare beim Schlafen weniger aufrauen.

Mittags ein Sonnenbad nehmen

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Raus in die Sonne. Im Winter, wenn die Haut nicht mehr an Sonne gewöhnt ist, braucht sie guten Sonnen­schutz. Wichtig: die Lippen nicht vergessen.

Bei schönem Wetter bietet sich ein Spaziergang in der Mittags­pause an. Dick einge­packt kann die Kälte dem Körper kaum etwas anhaben, die Sonnen­strahlen wärmen das Gesicht. Da sich die Haut seit Herbst aber mit weniger Licht zufrieden geben muss, baut sie ihren Eigen­schutz gegen die ultra­violetten Strahlen lang­sam ab. Sonnen­schutz ist darum auch im Winter sinn­voll, gerade für höhere Lagen und bei Spaziergängen im Schnee, der die Sonne zusätzlich reflektiert.

Haut­ärzte empfehlen im Winter fett­reiche Sonnen­schutz­produkte. Dabei auch an die Lippen denken: Ihnen fehlen Talgdrüsen, ihre zarte Haut wird rau und rissig. Praktisch sind Kombinationen aus Sonnen­creme fürs Gesicht und Stift für die Lippen. Nach unserem Test im Januar 2012 können wir zum Beispiel Sun Ozon von Ross­mann empfehlen. Ladival aus der Apotheke kostet zwar deutlich mehr, ist aber wegen ihrer Wasser-in-Öl-Emulsion fett­reicher und bietet damit auch Schutz gegen die Kälte.

Gegen die trockene Luft im Büro

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Gegen elektrisiertes Haar. Kämme und Bürsten aus Holz helfen, die Haare nicht zusätzlich aufzuladen. Haar­spray, Festiger oder Gel stabilisieren die Frisur.

Nach mehreren Stunden im über­heizten Büroraum beginnt die Haut zu jucken und zu spannen, die Hände fühlen sich an wie Schleif­papier. Heizungs­luft drinnen ist genauso trocken wie die kalte Luft draußen. Sie entzieht der Haut zusätzlich Feuchtig­keit. Räume sollten darum etwa alle zwei Stunden kurz, aber kräftig durch­gelüftet werden. Zimmerpflanzen, Wasser­schalen oder nasse Tücher auf der Heizung befeuchten die Luft.

Über den Stoff­wechsel wird die Haut zudem von innen mit Feuchtig­keit versorgt. Auch im Winter ist es daher wichtig, genug zu trinken. Etwa zwei Liter am Tag sollten es sein. Am besten geeignet ist Wasser, daneben Kräuter- und Früchte­tees.

Am Abend entspannen

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Entspannungs­bad. Bei einem Wannenbad pro Woche sollte es bleiben. Sonst trocknet die Haut nur noch mehr aus. Danach immer groß­zügig eincremen.

Endlich Feier­abend. Nach dem Heimweg steckt die Kälte in den Knochen. Ein heißes Bad ist jetzt das Richtige. Doch was den Körper entspannt, belastet die Haut zusätzlich: Im heißen Wasser quillt sie auf, Bade­zusätze entziehen ihr Fett und Feuchtig­keit. Bei einem Wannenbad pro Woche sollte es auch im Winter bleiben – nicht länger als 20 Minuten, nicht heißer als 38 Grad. Danach heißt es: groß­zügig eincremen. Testsieger von 17 Körperlotionen für trockene Haut wurde im September 2010 die sehr gute Eucerin Hautglättende Lotion 3 % Urea. Mit gut bewerteten wir unter anderem Garnier Skin Naturals bodyurea intensiv Creme-Milk 5 % Urea, sie sorgte auch nach 24 Stunden noch für Feuchtig­keit.

Auch für die Haar­wäsche gilt: Zu heißes Wasser und das Föhnen danach trocknen Haar und Kopf­haut aus. Darum Haare nur warm waschen und am besten an der Luft trocknen lassen. Für strapaziertes Haar eignet sich etwa einmal pro Woche eine Haarkur, gekauft oder selbst gemixt: Zum Beispiel Eidotter mit einigen Tropfen Salatöl mischen, gleich­mäßig im Haar verteilen, den Kopf mit Frisch­haltefolie oder einem Hand­tuch umwi­ckeln und 20 Minuten einwirken lassen. Danach gründlich mit Shampoo auswaschen.

So gepflegt, kann auch der kälteste Winter dem Körper nichts mehr anhaben.

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