Hautveränderungen wie Altersflecken oder Besenreiser sind zwar medizinisch meist unbedenklich, können aber trotzdem stören. Wenn der Arzt sein ok gibt, stehen zahlreiche Methoden zur Auswahl, um die kleinen Makel zu beseitigen.

Für Sommersprossen schwärmen viele. Diese gesprenkelten Pigmentablagerungen, in früheren Zeiten der Alptraum feiner Damen, haben heute das Image unkomplizierter Natürlichkeit. Wenn die eigene Haut die braunen Pünktchen nicht selbst produziert, gibt es jetzt sogar Abhilfe aus der Wundertüte der Kosmetikindustrie: Sommersprossenstifte sollen dort Flecken schaffen, wo vorher keine waren.

Doch nicht alle Pigment- und Hautveränderungen stoßen auf so viel Wohlwollen. Besonders im Sommer, wenn die Hüllen fallen und viel nackte Haut gezeigt wird, ist die Bestürzung oft groß. Der Traum von der makellosen Haut wird getrübt durch Pigmentflecken, rote Äderchen und Besenreiser, die sich von Jahr zu Jahr mehr Körperstellen und Hautoberfläche zu erobern scheinen.

Dieser fleckigen Invasion sind wir jedoch nicht hilflos ausgeliefert: Es gibt Mittel und Wege, sie wieder loszuwerden. Experte für die Körperhülle des Menschen ist in erster Linie der Hautarzt (Dermatologe). Nur er kann unterscheiden, ob der empfundene Schönheitsmakel kosmetischer Natur oder eine beginnende Hauterkrankung ist. Möglicherweise empfiehlt er eine erfahrene, speziell geschulte Kosmetikerin. Auf jeden Fall kann die ästhetische Dermatologie und Chirurgie bei Hautveränderungen auf vielfältige Weise helfen – wir stellen die wichtigsten Methoden vor.

Pigmentflecken

Zur Familie der Pigmentflecken zählen außer Sommersprossen auch Altersflecken, Chloasmen (großflächige Verfärbungen) und Muttermale. Zum Schutz der empfindlichen Hautzellen vor UV-Strahlung produziert der Körper Melanin. Dieser Farbstoff lässt die Flecken gelb, braun oder schwarz aussehen. Es gibt unterschiedliche Auslöser dafür, dass Melanine außer Kontrolle geraten und sich zu Pigmentablagerungen zusammenrotten: Hormonveränderungen, Vererbung, Duftstoffe in Kosmetika sowie Medikamente (zum Beispiel Antibiotika wie Tetrazykline oder Johanneskrautpräparate) sind als Auslöser bekannt. Auch das Alter spielt eine Rolle – Lebensjahre plus Sonnensünden lassen Altersflecken schon ab 35 auf exponierten Hautregionen wie Gesicht, Dekolletee und Handrücken sprießen.

Egal welche Behandlungsmethode gewählt wird, in jedem Fall muss der Hautarzt durch eine genaue Untersuchung zweifelsfrei ausschließen, dass sich hinter den Verfärbungen Hautkrebs verbirgt.

Einzelne Pigment- und Altersflecken lassen sich gezielt mit modernen Laserverfahren entfernen. Gepulste Rubin-, Alexandrit- oder Neodym-YAG-Laser arbeiten mit hochenergetischem Licht, das sehr gut vom Pigmentfarbstoff absorbiert wird. Dabei kommt es zu einer kurzen, aber extremen Erhitzung, bei der das Pigment einfach explodiert – es zerfällt und wird innerhalb weniger Wochen über das Lymphsystem abgebaut. Die Krusten, die sich an den behandelten Stellen bilden, sollen nach ein bis zwei Wochen von allein abfallen. Lösen sie sich zu früh, können helle Flecken oder kleine Narben zurückbleiben. Danach ist UV-Licht tabu, bis die Haut komplett abgeheilt ist. Wer nicht wochenlang zu Hause sitzen will, benutzt Sonnenschutzmittel mit hohen Schutzfaktoren und wählt für derartige Eingriffe die dunkelste Jahreszeit. Kosten: je nach Behandlungsaufwand etwa 50 bis 150 Euro pro Sitzung. Die Zahl der Sitzungen richtet sich nach der Menge der Flecken.

Bei größeren Pigmentflächen ist Schichtarbeit angesagt. Ein chemisches Schälverfahren (Peeling) mit Fruchtsäure (AHA) oder Trichloressigsäure (TCA) bewirkt, dass je nach Dosierung die erste und zweite Hautschicht (Epidermis und Dermis) verätzt und abgetragen werden. Das ist oft nicht ganz schmerzfrei, soll aber – je nach Konzentration der Säure – nach spätestens zwei Wochen zu einer neuen, fleckenlosen, feinporigen Haut führen. Bis dahin wird der Heilungsprozess oft von Wundschmerzen und Spannungsgefühl begleitet. Hier verschaffen Salben und Cremes Linderung. Setzt man die neue Babyhaut jedoch vor Ablauf eines Vierteljahres der direkten Sonne aus, besteht die Gefahr einer erneuten Pigmentierung. Bei unsachgemäßem Auf­trag der Säure können auch Narben entstehen. Kosten: je nach Ausdehnung und Eindringtiefe etwa 200 bis 750 Euro.

Muttermale

Die hell- bis dunkelbraunen Muttermale sind selten angeboren. Meist züchten wir sie erst im Laufe der Jahre durch ausgiebige Sonnenbäder. Sie sind meist harmlos, können sich allerdings zu Hautkrebs entwickeln. Dunkle Muttermale werden grundsätzlich nicht gelasert, da bei diesem Verfahren kein Gewebe für eine feinmikroskopische Krebsuntersuchung (Biopsie) übrig bleibt. Hier kommt das Skalpell zum Zuge. Seltener sind hautfarbene, eindeutig gutartige Muttermale. Sie lassen sich gut mit einem gepulsten CO2– oder Erbium-YAG-Laser entfernen. Dabei wird die Hautwucherung Schicht für Schicht verdampft. Es bilden sich Krusten, die nach einigen Tagen von selbst abfallen. Kosten der Laserbehandlung: ab 75 Euro.

Couperose

Warum manche Menschen zu roten erweiterten Äderchen auf Nase oder Wangen neigen, ist nicht geklärt. Erbliche Faktoren und Bluthochdruck stehen im Verdacht; ebenso alles, was die Gefäße im Gesicht stark durchblutet. Sonne, Sauna, Solarien, heiße Getränke, Alkohol, scharfe Gewürze, Sport und extreme Kälte fördern die Ausbreitung der roten Flecken.

Sie lassen sich mit einem hochdeckenden Make-up (Camouflage) abdecken. Auch die Verödung durch eine Elektronadel wurde bisher angewendet. Allerdings waren häufig unschöne weiße Narben die Folge. Bessere Ergebnisse können inzwischen zum Beispiel mit dem gepulsten Farbstoff-, oder gekühlten Alexandritlaser erreicht werden. Diese Gefäßlaser zerstören in optimaler Dosierung nur den roten Blutfarbstoff in den erweiterten Äderchen und schonen die umliegenden Hautpartien.

Viele Hautärzte nutzen auch die hochenergetische Blitzlampe, Photoderm VL genannt. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Da die Wellenlängen dieses Geräts von den roten und braunen Farbpigmenten in der Haut absorbiert werden, darf die zu behandelnde Haut auf keinen Fall gebräunt sein, sonst kann es zu regelrechten Verbrennungen kommen. Der Vorteil für den Patienten bei sachgerechter Anwendung: keine Narben und eine feinporigere Haut.

Die Neigung zu den roten Äderchen bleibt jedoch ein Leben lang erhalten. Zwar lohnt es sich vorzubeugen (zum Beispiel extreme Hitze und Kälte meiden), meist muss die Behandlung aber alle paar Jahre wiederholt werden. Kosten pro Sitzung: etwa 50 bis 150 Euro.

Besenreiser

Die tröstliche Nachricht: Sie sind nicht allein. Jeder Zweite wird von den lila Äderchen an Beinen, Brust oder Dekolletee heimgesucht. Frauen sind wegen ihrer Bindegewebsstruktur häufiger betroffen als Männer. Die Ursachen für Besenreiser werden in einer genetischen Veranlagung vermutet. Zum Wachstum der unschönen Gefäßbäumchen kann jedoch eine Vielzahl von Risikofaktoren beitragen: Übergewicht, Bewegungsmangel, Schwangerschaft, Alkohol, Nikotin, hohe Absätze, heiße Vollbäder und Bürstenmassagen, stehende Tätigkeiten ebenso wie lange Flug- oder Autoreisen.

Besenreiser können – müssen aber nicht – der erste Hinweis auf eine Venenerkrankung sein. Klarheit verschafft die Untersuchung durch einen Venenspezialisten (Phlebologe). Diese Untersuchung wird von der Kasse bezahlt.

Die bewährteste Methode, um Besenreiser-Venen zu behandeln, ist nach wie vor die Verödung (Sklerosierung). Mit einer sehr feinen Nadel wird eine Substanz (Aethoxysklerol) in die Venen gespritzt, wodurch eine Entzündung hervorgerufen wird. Diese verklebt die Venengefäße und lässt sie schrumpfen. Höchstens bei sehr feinen und kleinen Venen erzielt man Erfolge mit dem Nd:YAG- oder gepulsten Farbstofflaser. Im schlimmsten Fall können leichte Verfärbungen zurückbleiben. Eine Garantie, dass sich nicht irgendwann wieder neue Besenreiser breit machen, gibt es nicht. Kosten: Veröden ab etwa 50 Euro, Laser pro Sitzung ab etwa 150 Euro.

Fazit: Bei allem Respekt vor den Leistungen und Entwicklungen der kosmetischen Medizin – Vorbeugen ist risikoärmer und preiswerter. Wenn die Tendenz zu Gefäßschwäche und neuen Flecken auch nicht zu verhindern ist, so lässt sie sich immerhin doch abschwächen. Selbst wenn die Haut schon den einen oder anderen Makel aufweist, kann die Lebensweise weiteren Hauterscheinungen dieser Art zuvor­kommen. Dabei helfen ein guter Sonnenschutz, der Verzicht auf extreme Hitze-Kälte-Reize, gesunde Ernährung kombiniert mit Sport, weniger Alkohol, Nikotin und Kaffee.

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