Interview: Schmerzen gehören zum Heilungsprozess

Womit werden Besenreiser, erweiterte Äderchen, Pigmentflecken und Muttermale behandelt?

Für die größeren Besenreiser ist die Verödungsmethode noch immer die beste Lösung. Bei kleineren Gefäßerweiterungen werden Nd: YAG-, Alexandrit- oder Farbstofflaser eingesetzt. Für die erweiterten Äderchen der Couperose bieten sich KTP-ND:YAG-Laser, die Photoderm-Blitzlichtmethode oder Farbstofflaser an. Pigmentflecken lassen sich mit einem Rubin- oder Alexandritlaser entfernen. Muttermale sollten grundsätzlich nur operativ entfernt werden, um das geschnittene Gewebe feinmikroskopisch auf Krebs untersuchen zu können.

Welche Alternativen gibt es zum Lasern?

Bei Couperose bietet sich auch das Abdecken mit einem hochdeckenden Make-up (Camouflage) an. Für die Entfernung von Pigmentflecken und Altersflecken stehen längerfristig wirksame Therapieverfahren wie chemische, mechanische und physikalische Schälverfahren zur Verfügung. Bei weniger ausgeprägten Hautveränderungen helfen auch aufhellende Kosmetika, so genannte Bleichcremes.

Größere Besenreiser werden durch Spritzen eines Verödungsmittels (Sklerosierung) behandelt.

Und wie steht es mit Schmerzen?

Das ist sehr unterschiedlich und abhängig von Behandlungsmethode und Ausdehnung der zu behandelnden Hautfläche. Bei Lasertherapien kann durch spezielle Kühlgeräte eine starke Erhitzung der Haut gemildert werden. Bei den Peelingmethoden wird oft mit örtlicher Betäubung gearbeitet. Leichte bis mittlere Schmerzen nach der Therapie sind noch immer Teil des Heilungsprozesses.

Welche Nachbehandlungen sind wichtig?

Hoher Lichtschutz oder besser Meiden von Sonnenbestrahlung ist nach einem Laser- und Peelingverfahren für Wochen oberstes Gebot. UV-Licht kann auf der stark irritierten Haut erneut Pigmentierung hervorrufen. Der Therapieerfolg behandelter Besenreiser wird durch Gefäßkompression optimiert. Bei kleinen Gefäßausdehnungen genügt ein Kompressionsverband für eine Nacht, bei den größeren Besenreisern sollten eine Woche Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Gibt es Risiken und Langzeitfolgen?

Das größte Risiko bergen Bedienungsfehler der Lasergeräte oder der falsche Einsatz eines bestimmten Lasertyps. Aber auch bei richtiger Behandlung kann es zu Verfärbungen und kleineren Narben an den betroffenen Hautstellen kommen. Dasselbe gilt für den Einsatz eines chemischen oder mechanischen Peelings.

Wie lange dauert die Heilung? Wann ist man wieder fit für Arbeit, Sport und gesellschaftliches Leben?

Das ist je nach Verfahren sehr unterschiedlich. Beim Einsatz des Farbstofflasers bilden sich zum Beispiel dunkle Flecken, die bis zu zwei Wochen sichtbar sein können. Bei Einsatz des KTP-Lasers wird es maximal ein bis zwei Tage zu einer leichten Rötung kommen. Bei einem Peeling des Gesichts kann die Haut mehrere Wochen gerötet und geschwollen sein.

Übernehmen die Kassen die Kosten?

Nein. Die Krankenkassen dürfen nur medizinisch notwendige Leistungen finanzieren. Ausnahmen können zum Beispiel große Besenreiser an den Beinen sein, deren Ursache ein tieferes Venenleiden ist.

Auch einer Couperose, wenn sie ein Teilsymptom der Rosaceaerkrankung ist, kann ein Krankheitswert zugeschrieben werden – nur dann zahlt die Krankenkasse. Dies gilt auch für die privaten Kassen.

Gibt es Patienten, bei denen Sie eine Behandlung ablehnen würden?

Ja, bei Menschen mit einer Dismorphophobie, also Patienten, die sich krankhaft hässlich finden. Dies ist eine psychische Störung, kein kosmetisches Problem. Auch bei Patienten mit Wundheilungsstörungen, Narbenbildungsneigung und einer überschießenden Pigmentierung muss eine Behandlung sorgfältig abgewogen werden.

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