Wer an der Haustür einen Treuhänder zum Kauf von Fondsanteilen bevollmächtigt hat, kann von diesem Geschäft nicht ohne weiteres zurücktreten. Das zeigen drei Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH, Az. XI ZR 108/99, 150/99, 243/99).

Mit dem Lockruf "Steuern sparen" waren Anleger an der Haustür überredet worden, in geschlossene Immobilienfonds zu investieren. Die nötigen Kredite würden die Treuhänder, also die Verwalter der Fonds, beschaffen ­ so die Versprechen der Drücker. Prompt unterschrieben die überrumpelten Investoren die vorgelegten Vollmachten. Als die Einnahmen aus den Fonds immer mehr zurückgingen, überlegten es sich die Anleger anders. Nun forderten sie die Banken auf, die Darlehen rückgängig zu machen und die überwiesenen Raten zurückzuzahlen. Zur Begründung beriefen sie sich auf das Haustürwiderrufsgesetz. Dieses sieht vor, dass man Kredite noch nach Jahren widerrufen kann, wenn man nicht auf sein Widerrufsrecht hingewiesen wurde. Die Banken verweigerten jedoch die Rückzahlung.

Zu Recht, befand der BGH und schmetterte die Klagen ab. Ein Widerruf sei ausgeschlossen, denn an der Haustür hatte der Kreditkunde lediglich die Vollmacht erteilt. Die Aufnahme des Darlehens und der anschließende Kauf der Fondsanteile durch den Treuhänder war dagegen kein Haustürgeschäft.

Die Anleger hätten zwar die an der Haustür unterzeichneten Treuhandverträge und Vollmachten widerrufen können. So lange die Banken jedoch weder von dem Widerruf noch von

den Umständen der Beauftragung der Treuhänder wussten, durften sie nach Meinung der Richter auf die vorgelegten Vollmachtsurkunden der Treuhänder und damit auf den Bestand der Kredite vertrauen.

TiPP:

Fordern Sie die Urkunden sofort zurück, sobald Ihnen Zweifel am Sinn der Vollmacht kommen.

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