Wer einen Anbieter in dessen Privatwohnung aufsucht und dort etwas kauft, kann den so abgeschlossenen Vertrag nicht im Nachhinein als Haustürgeschäft widerrufen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (BGH, Az. VII ZR 167/99).

Ein Ehepaar, das ein Fertighaus kaufen wollte, suchte einen Anbieter zum Gespräch darüber in dessen Privatwohnung auf. Im Laufe der Verhandlungen bestellten die Eheleute ein Haus. Später widerriefen sie den geschlossenen Vertrag und verweigerten die Bezahlung.In letzter Instanz gab der BGH nun der Zahlungsklage des Fertighausvertreibers statt. Das Ehepaar habe den Vertrag zu erfüllen, denn ein Widerruf aufgrund des Haustürwiderrufsgesetzes sei nicht möglich gewesen.

Der Zweck des Gesetzes sei nur der Schutz der Kunden vor übereilten Vertragsschlüssen durch Überrumpelung. Eine solche Situation liegt aus der Sicht der Bundesrichter jedoch nicht vor, wenn die Betroffenen den Verkäufer von sich aus aufsuchen.

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