Haustürgeschäft Meldung

Bei bestellten Vertreterbesuchen gibt es kein Haustürwiderrufsrecht. Dass der Besuch ­erbeten wurde, muss aber die Firma beweisen.

Verträge, zu denen man daheim überredet wurde, können laut Haustürwiderrufgesetz zwei Wochen lang widerrufen werden. Dass an der Haustür verhandelt wurde, muss der Kunde belegen. Beruft sich der Verkäufer dann darauf, dass der Vertreter vom Kun­den hinbestellt wurde und ein Widerruf damit unmöglich sei, muss das aber er beweisen. Zweifel daran gehen zulasten des Verkäufers, entschied das Oberlandesgericht Köln (Az. 11 U 73/00).

Ein Bauherr hatte eine Heizungsbestellung widerrufen. Dagegen meinte der Händ­ler, dass der Widerruf nicht möglich sei, da der Häuslebauer den Vertreterbesuch telefonisch bestellt habe. Der Mann habe mitgeteilt, dass er die gleiche Heizung wie ein Bekannter zu denselben Konditionen kaufen wolle. Dem hielt der Käufer entgegen, dass er nur unverbindliche Informationen erbeten habe. Schließlich sei zum Zeitpunkt des Telefonats erst die Bodenplatte seines Hauses gegossen worden.

Die Kölner Richter bestätigten den Widerruf der Bestellung. Habe der Kunde nur allgemeine Kenntnisse von der angebotenen Ware und bitte er deshalb ­zunächst nur um ein reines Informa­tionsge­spräch, sei der Haustürwiderruf nicht ausgeschlossen. Dass die Absprachen per Telefon bereits konkreter waren, hätte der Händler beweisen müssen, was ihm nicht gelang.

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