Kinder leben zum Teil in Wohnungen, in denen der Hausstaub mit Umweltgiften belastet ist. Zu diesem Ergebnis kommt das Umweltbundesamt, das Staubproben aus 600 Haushalten mit Kindern analysiert hat. Die Forscher fanden mitunter Stoffe, die seit Jahren verboten sind, wie etwa die Holzschutzmittel PCP (in 83 Prozent der Proben nachweisbar), DDT (39 Prozent) und Lindan (27 Prozent). Zwar waren die Konzentrationen meist gering, doch je älter die Häuser, desto häufiger und stärker die Belastungen. Holzschutzmittel können auch Jahrzehnte nach der Anwendung noch aus behandelten Hölzern entweichen und sich im Hausstaub sammeln. Das Gleiche gilt für polychlorierte Biphenyle (PCB), die in etwa jeder zehnten Probe gefunden wurden und zum Beispiel aus alten Fugendichtungsmassen, Deckenplatten oder Parkettklebern entweichen können. Auch die Stiftung Warentest findet in ihren Hausstaubanalysen häufig Umweltgifte (Test Analyse Allergene im Haus, test 8/2001). Wer lange in belasteten Wohnungen lebt, läuft Gefahr, krank zu werden. Mögliche Symptome reichen von Hauterkrankungen über Hormonstörungen und Nervenschäden bis hin zur Schwächung des Immunsystems. PCB, PCP und DDT stehen zudem im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

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