Hausrat­versicherungen Meldung

Nicht jeder braucht eine Hausrat­versicherung. Aber wenn schon, dann sollte sie wenigs­tens preis­wert sein. Die Unterschiede sind enorm. Die Analyse der Stiftung Warentest ermittelt die güns­tigsten Tarife für Sie.

Enorme Preis­unterschiede

Güns­tige 107 Euro oder 588 Euro? Die Preis­unterschiede bei Hausrat­versicherungen sind so enorm, dass ein Blick auf die Jahres­rechnung des eigenen Vertrags lohnt – und eventuell ein Wechsel, zumal teuer hier nicht unbe­dingt besser ist: Mancher „Rund­umschutz“ bietet zum Beispiel bei einfachem Diebstahl weniger als güns­tige Tarife. Wobei „einfach“ hier bedeutet, dass der Dieb ohne große Probleme in die Wohnung kam, also ohne Türen oder Scheiben aufzubrechen, sondern etwa durch ein auf Kipp stehendes Fenster.

Versicherungs­summe sollte ausreichen

Notwendig ist die Versicherung für Kunden, deren Hausrat so umfang­reich ist, dass sie nach einem Totalschaden – zum Beispiel durch Brand – unmöglich aus eigenen Mitteln alles neu kaufen könnten. Konkret: Ein junges Paar mit wenigen Ikea-Möbeln braucht keine Versicherung, die Familie mit teurer Stereo­anlage, Flach­bild­fernseher und Designersofa schon. Die Versicherung greift bei Einbruch, Brand und Schäden durch Leitungs­wasser, Sturm, Hagel, Blitz­schlag. Wer sich für eine Police entscheidet, sollte zusehen, dass die Versicherungs­summe reicht – sonst wird nur ein Teil des Schadens ersetzt.

Beispiel: Beträgt die Versicherungs­summe 60 000 Euro, aber der Schaden­gut­achter stellt fest, dass der Hausrat 90 000 Euro wert war, wird ein Drittel von der Entschädigung abge­zogen – auch bei kleinen Malheurs. Bei 12 000 Euro Schaden erhält der Kunde also nur 8 000 Euro. Um das zu vermeiden, bieten die Gesell­schaften einen Unter­versicherungs­verzicht an. Die meisten legen dann pauschal 650 Euro Versicherungs­summe pro Quadrat­meter Wohn­fläche zugrunde und prüfen im Schadens­fall gar nicht, ob Unter­versicherung vorliegt. Bei kleinen Wohnungen, die mit teurem Hausrat voll­gestopft sind, lohnt sich das. Aber bei großen, spar­sam einge­richteten Lofts kämen auf die Weise über­höhte Summen zusammen. Besitzer großer Wohnungen kalkulieren den Wert des Hausrats daher besser selber.

Tipps

  • Die Checkliste Hausratversicherung klärt auf, welcher Schutz sinn­voll ist, sagt, in welchen Fällen die Versicherung einspringt und in welchen nicht und enthält eine detaillierte Liste, mit der Sie den Wert Ihres Haus­halts ermitteln können.
  • Die Preise variieren auch je nach Region. Die Versicherer teilen das Bundes­gebiet in Gefahrenzonen auf. In ländlichen Gegenden ist es billiger als in Groß­städten. Die Analyse Hausratversicherungen der Stiftung Warentest findet güns­tige Verträge für Ihren Wohn­ort und Versicherungs­bedarf.

Tipps zum Ausfüllen des Fragebogens

Selbst­behalt: Wir empfehlen 500 Euro. Das senkt den Beitrag um rund 20 Prozent.

Wert­sachen: Kunst, Teppiche, Pelze, Antiquitäten, Schmuck, Briefmarken, Wert­papiere sind meist mit 20 Prozent der Versicherungs­summe inklusive. Für Bargeld werden meist bis 1 000 Euro erstattet, für Urkunden 2 500 Euro, für Briefmarken, Münzen, Schmuck 20 000 Euro. Wer mehr möchte, kann diese Grenzen erhöhen.

Fahr­räder: Sie können gegen Aufpreis mitversichert werden. Für ein 500-Euro-Rad kostet das ab etwa 20 Euro. Nachts zwischen 22 und 6 Uhr greift der Schutz bei vielen Versicherungen aber nur, wenn das Rad in einem geschlossenen Raum stand oder noch in Gebrauch war, also beispiels­weise vor dem Kino geparkt war. Deshalb: Wer sein Rad fast immer draußen lässt, sollte einen Tarif mit Nacht­schutz wählen.

Über­spannung: Wenn der Blitz nicht direkt ins Haus einschlägt, sondern weiter entfernt in eine Leitung, kann es zu Spannungs­spitzen kommen. Und die wiederum können Elektrogeräte zerstören. In vielen Verträgen ist das kostenlos mitversichert.

Glas: Das lohnt nur bei großen Glasflächen wie etwa Wintergärten. Ceran-Koch­felder sind dann nur mitversichert, wenn dies ausdrück­lich im Vertrag steht.

Hotel: Wenn der Hausrat zerstört und die Wohnung unbe­wohn­bar ist, zahlt die Versicherung den Hotel­auf­enthalt.

Rück­reise: Passiert etwas, während sich der Kunde auf Reisen befindet, zahlt die Versicherung die Rück­reise.

Dieser Artikel ist hilfreich. 288 Nutzer finden das hilfreich.