Hausrat­versicherung 157 Tarife im Test

Hausrat­versicherung - 157 Tarife im Test
Das offene Fenster hat keiner bemerkt – nur der Einbrecher. © Getty Images / Catherine Falls Commercial

Haustür nur zugezogen? Fenster offengelassen? Herd nicht ausgeschaltet? Bei Einbruch und Feuer hilft die Hausrat­versicherung. Die Stiftung Warentest hat 157 Tarife von 61 Hausrat­versicherern untersucht. Ergebnis: Teure Policen kosten oft dreimal soviel wie preisgüns­tige. Gefähr­lich: Viele Versicherer kürzen ihre Entschädigungs­zahlung, wenn Versicherte den Schaden grob fahr­lässig herbeiführen. Wir empfehlen nur Angebote, die auf solche Kürzungen verzichten.

Inhalt

Preise für Hausrat­versicherungen klaffen weit auseinander

Eine Hausrat­versicherung wird häufig gebraucht. Rund 943 Millionen Schäden regulierten die Versicherer im Jahr 2018 – bei bundes­weit rund 41 Millionen Haushalten. Die Preis­unterschiede sind enorm. Das güns­tigste Angebot in unserer Unter­suchung kostet für unseren Modell­haushalt in Frank­furt/Main 91 Euro Jahres­beitrag. Beim teuersten sind es 436 Euro. Das ist zwar ein Premium­tarif mit mehr Leistungen. Doch die brauchen die meisten Versicherten gar nicht. Vielen würde ein Wechsel der Versicherung eine große Ersparnis bringen.

Auf den Wohn­ort kommt es an

Entscheidend für den Preis einer Hausrat­versicherung ist der Wohn­ort. Die Versicherer teilen das Bundes­gebiet in Risikozonen auf. In Städten mit vielen Einbrüchen ist es teurer. In München beispiels­weise gibt es wenige Einbrüche, sodass die güns­tigste Police im Test dort schon für 56 Euro zu haben ist. Deshalb haben wir die Preise in beiden Städten verglichen: Frank­furt als Beispiel für einen Ort mit großem Risiko, München für ein geringes Risiko.

Ganz bequem zum besten Hausrat-Schutz

Das bietet der Finanztest-Artikel.
Nach dem Frei­schalten erhalten Sie den Vergleich von 144 Hausrat­versicherungen aus Finanztest 7/2020. Es steht Ihnen dann das PDF mit den Tarifen für unsere Modell­orte München und Frank­furt zur Verfügung. Dazu gibt es hilf­reiche Tipps – etwa zur Frage, wie Fahr­räder am besten versichert werden oder ob auch ein Nachts arbeitender Mähroboter versichert ist.
Individueller Tarif­rechner auf test.de.
Sie wohnen nicht in München oder Frank­furt oder sind unsicher, ob Ihr Wohn­ort eher zu den güns­tigen oder den teuren Orten zählt? Nutzen Sie den stets aktuellen individuellen Tarifrechner Hausratversicherung auf test.de. Er ermittelt Ihnen aus dem großen Angebot deutscher Versicherer die güns­tigste Hausrat­versicherung für Ihren ganz individuellen Bedarf. Der Vergleich lohnt sich: Zwischen dem güns­tigsten und teuersten Angebot für die gleiche Wohnung können viele hundert Euro liegen.

Unterschiede bei den Leistungen der Hausrat­versicherung

Hausrat­versicherung - 157 Tarife im Test
© Stiftung Warentest

Die Hausrat­versicherung schützt bei Einbruch, Raub, Vandalismus. Daneben bei Feuer und Blitz­schlag. Sie tritt ein in Fällen von Sturm und Hagel und schließ­lich auch bei undichten Wasser­leitungen. Dazu gibt es Erweiterungen, die extra kosten – zum Beispiel eine Versicherung gegen Glasbruch oder gegen Fahr­raddiebstahl. Wir erläutern für viele Teil­aspekte, was versichert ist und was nicht, zum Beispiel Aquarien und Wasser­betten, Diebstahl von Kinder­wagen oder Rollatoren aus dem Hausflur, Einbruch ins Wohn­mobil oder in die Schiffs­kabine auf einer Kreuz­fahrt oder Schäden an Sachen, die im Keller oder in der Garage liegen.

Wichtig: Keine Kürzung bei grober Fahr­lässig­keit

Der Versicherer sollte sich nicht die Kürzung bei der Entschädigung vorbehalten, wenn der Kunde grob fahr­lässig gehandelt hat. Mit diesem Vorwurf sind einige Anbieter schnell bei der Hand: Ein Fenster auf Kipp, die Tür nur einmal abge­schlossen, den Herd nicht ausgeschaltet – da kann es Ärger geben. Deshalb raten die Experten der Stiftung Warentest Kunden mit Altverträgen: Sehen Sie Ihre Policen durch und steigen Sie im Zweifel auf einen neuen Vertrag um, der Kürzungen bei grober Fahr­lässig­keit nicht vorsieht.

Vorsicht vor der Unter­versicherung

Vor allem Kunden, die schon seit langer Zeit eine Hausrat­versicherung haben, sollten ihren Vertrag auf Unter­versicherung checken. In der Regel steigt mit den Jahren auch der Wohn­stan­dard: ein großer Fernseher, ein schneller Computer, Designermöbel – irgend­wann ist der Hausrat viel mehr wert, doch die Versicherungs­summe ist geblieben. Das hat im Schadens­fall fatale Konsequenzen. Ist nur der halbe Wert versichert, gibt es auch nur die halbe Entschädigung – selbst wenn kein Totalschaden vorliegt. Kunden sollten am besten einen pauschalen Unter­versicherungs­verzicht vereinbaren.

So prüfen Sie Ihren Altvertrag

Unter­versicherung.
Passt Ihre Versicherungs­summe noch? Oft kommen über die Jahre hoch­wertige Anschaffungen hinzu. Dann kann es knapp werden. Am besten vereinbaren Sie den pauschalen Unter­versicherungs­verzicht mit 650 Euro pro Quadrat­meter.
Wert­sachen.
Meist sind sie nur bis 20 Prozent der Versicherungs­summe geschützt. Schmuck bis 20 000 Euro, Wert­papiere und Sparbücher bis 2 500 Euro. Wer geerbt hat, liegt eventuell darüber. Wählen Sie dann höhere Grenzen.
Kürzung.
In vielen alten Verträgen darf der Versicherer bei grober Fahr­lässig­keit seine Zahlung kürzen. Wir raten, den Vertrag umzu­stellen und dies auszuschließen.
Elektrorad.
Wer sich ein E-Bike ange­schafft hat, sollte prüfen, ob die Versicherungs­summe für den Zusatz­schutz „Fahr­rad“ noch reicht.
Zusatz­leistungen.
Vielen Kunden sind Zusatz­leistungen wichtig. Wer zum Beispiel auf Kreuz­fahrt geht, möchte Schutz bei Einbruch in die Schiffs­kabine. Camping­urlauber wollen den Einbruch in ein an der Straße geparktes Auto versichert wissen. Andere Zusätze greifen bei undichten Aquarien, bei Diebstahl von Gartenmöbeln auf der Terrasse oder von Rollatoren und Kinder­wagen aus dem Hausflur. In neuen Tarifen ist dies oft ohne Aufpreis enthalten.

Nutzer­kommentare, die vor dem 16. Juni 2020 gepostet wurden, beziehen sich auf einen Vorgängertest.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 15.11.2021 um 09:06 Uhr
E-Lastenrad

@skraut. In der Hausratversicherung sind alle Fahrräder eines Haushalts zusammen bis zur Entschädigungssumme versichert. Die Entschädigungssumme für Fahrräder kann auf maximal 10 Prozent der Versicherungssumme erhöht werden oder darf einen festen Betrag nicht übersteigen. Über die Hausratversicherung sind Fahrräder in Haus, Wohnung, verschlossener Garage oder verschlossenem Keller als Teil des Hausrats versichert. Über einen Zusatzbaustein lässt sich dieser Versicherungsschutz für Räder erweitern, sodass er zwischen 6 und 22 Uhr auch außerhalb der eigenen vier Wände gilt. Nicht in allen Tarifen ist ein Nachtzeitschutz enthalten, der das Rad beim gelegentlichen Abstellen in der Nacht außerhalb des Kellers / der Garage versichert.
In der Fahrradversicherung leisten alle Tarife bei Diebstahl, Einbruchdiebstahl und Raub rund um die Uhr. Neben dem Diebstahl des gesamten Fahrrads decken die Tarife den Diebstahl einzelner Teile wie Sattel oder Vorderrad ab, wenn sie fest mit dem Gefährt verbunden sind. In den E-Bike-Tarifen umfasst das auch den Akku.
Zusätzlich decken spezielle Fahrradversicherungen auch andere Gefahren ab, wie zum Beispiel auch Schäden durch Vandalismus oder der Schutz der Elektronik vor Feuchtigkeit oder Überspannung. Es gibt Tarife mit Unfallschutz, Schutzbriefleistungen und mit weltweiter Deckung. Bitte lesen Sie unseren Test. In diesem haben wir auch die Preise für E-Lastenräder dargestellt:
www.test.de/Fahrradversicherung
Was eine günstige Hausratversicherung kostet, die den Schutz von Fahrrädern mit einem Gesamtpreis von x Euro versichert, können Sie mithilfe unserer Analyse zur Hausratversicherung feststellen. Dort wird berechnet, welche Tarife für Ihren Hausrat günstig sind und welche Tarife zusätzlich Ihre Fahrräder mitversichern:
www.test.de/analyse-hausrat
Wer eine günstige Hausratversicherung kauft, kann darüber sein Rad relativ günstig mit absichern, bekommt aber nicht den gesamten Leistungsumfang einer speziellen Fahrradversicherung.
Ob eine Versicherung zusätzliche Anforderungen an das Abstellen / Abschließen des Rades stellt, ist konkret beim Abschluss der Police zu prüfen.

skraut am 15.11.2021 um 06:23 Uhr
Fahrrad

Wir haben ein E-Lastenrad im Wert von 5.000€ in der Garage stehen. In der Tabelle des Tests sind bei fast allen Versicherern Fahrräder nur bis 1.000€ versichert, so wie sie es auch im Fahrrad-Abschnitt beschreiben.
- Beziehen sich die 1.000€ auf alle Fahrräder in der Garage? Oder pro Stück? Also bspw. wenn die Garage aufgebrochen und alle Räder zusammen entwendet würden.
- Die Garage ist abgeschlossen, müssen es die Räder separat auch sein?
- Was lohnt sich finanziell mehr: den Fahrradrahmen der Hausratversicherung hochsetzen lassen oder dann doch lieber eine extra Fahrradversicherung?
Vielen Dank!

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.04.2021 um 16:24 Uhr
Gruppenverträge

@stesol93: Gruppenverträge haben wir nicht untersucht und können zu deren Qualität keine Aussagen treffen. Wir sehen keine Risiken bezüglich der Regulierungen im Schadensfall. (TK)

stesol93 am 09.04.2021 um 14:40 Uhr
Gruppenverträge

Hallo,
Häufig werden ja von Vereinen oder Maklerpools Gruppenverträge angeboten, wo folglich ein großer Vertrag von dem Maklerpool mit der Versicherung abgeschlossen wird und ich als Endkunde nur Versicherungsnehmer bin und keinen Vertrag mit der Versicherung direkt habe, sondern nur mit dem Verein (oft muss man Mitglied werden).
Mich würde interessieren, wie sowas rechtlich aussieht, ob Sie hier Probleme sehen insbesondere bei der Abwicklung / Schadensregulierung oder eventuell sogar Vorteile? Geworben wird damit, dass die Verträge günstiger und teilweise leistungsstärker sind, was auf dem Papier auch zu stimmen scheint (bspw. von Sachpool eine GVO TopVit für fast die Hälfte des Preises).
Ich würde mich über eine Einschätzung freuen.
Mit freundlichen Grüßen

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.01.2021 um 15:25 Uhr
Medien / MVK Selbstbehalt

@mailhirsch: Dem Test liegen die Bedingungen zum Stand 1. Mai 2020. m Stan­dard­schutz – er greift nach Brand, Blitz­schlag, Explosion/Implosion, Einbruch/Vandalismus, Raub, Leitungs­wasser, Sturm/Hagel – zahlen die Kunden auch im Tarif Premium der Medien / MVK keinen Selbst­behalt.
Tarife, die (nur) für die beitragsfreien Leistungserweiterungen einen Selbstbehalte verlangen, haben trotz dieser Selbstbehalte im Test berücksichtigt.
Sollten Ihnen hierzu andere Informationen vorliegen, bitten wir Sie, uns diese zuzusenden: finanztest@stiftung-warentest.de
(maa)