Hausratversicherung Meldung

In Berlin, Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wurde am häufigsten eingebrochen. Oft lag der Schaden zwischen 500 und 5 000 Euro.

In Berlin, Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wurde am häufigsten eingebrochen. Oft lag der Schaden zwischen 500 und 5 000 Euro.

Nach einem Einbruch zahlt die Hausratversicherung, damit sich Betroffene die gestohlenen Sachen neu kaufen können. Sie müssen aber belegen, was die Sachen einmal wert waren.

Das Theaterstück an diesem Abend war nicht besonders. Wenigstens war die ganze Familie mal wieder gemeinsam ausgegangen, dachte Erika Bartel*, als sie gegen Mitternacht den Schlüssel in der Wohnungstür umdrehte. Was sie dann sah, begeisterte sie ebenfalls wenig.

Über die drei Etagen des Einfamilienhauses war der Inhalt von Schubladen und Schränken verteilt. Diebe hatten gewartet, bis die Familie weg war. Durch die Terrassentür waren sie dann eingestiegen.

Zwei Lederjacken, rund 400 Euro Bargeld und das geliebte Euro-Starterkit von Sohn Ole hatten die Diebe mitgehen lassen. Mit der aufgebrochenen Terrassentür kam ein Schaden von 1 400 Euro zusammen, schätzt Erika Bartel. Sie hat die Polizei gerufen und den Diebstahl gleich ihrer Hausratversicherung gemeldet.

Hausratversicherung zahlt Schäden

Eine Hausratversicherung kann helfen, die finanziellen Schäden zu mildern. Sie zahlt, wenn jemand in ein Gebäude einbricht, einsteigt oder mit einem unerlaubt nachgemachten Schlüssel oder einem anderen Werkzeug wie einem Dietrich in ein Gebäude eindringt, und dort Sachen stiehlt. Die Versicherung zahlt aber auch die Kosten möglicher Schäden an ­einer – wie bei den Bartels geschehen – aufgebrochenen Terrassentür.

Streng genommen müssen Opfer von Einbrüchen nachweisen, welchen Wert die ­Sachen beim Einkauf einmal hatten. Denn die Hausratversicherung ist eine Neuwertversicherung. Das bedeutet: Wenn der Nachweis gelingt, zahlt sie nicht nur den Restwert der gestohlenen Sachen, sondern den Wiederbeschaffungspreis.

Aber wer hebt schon – so wie es ideal wäre – wirklich alle Einkaufsbelege für seine Sachen über Jahre hinweg auf?

In der Praxis bestehen die Versicherer nicht immer pedantisch auf der Vorlage von Quittungen. „Normale Gebrauchsgegenstände sind nicht so das Problem. Wer da keinen Beleg mehr hat – da versuchen wir über den Hersteller oder den Typ den Wert der Sache zu ermitteln. Wir kommen den Versicherungskunden schon entgegen“, sagt Sabine Wolf, Pressesprecherin der Münchner Allianz Versicherungs-AG.

„Wenn Leute aber etwa den Diebstahl einer 7 000-Euro-Lederjacke angeben, müssen sie den Wert schon belegen, mit Angaben zum Kaufdatum sowie Namen und Anschrift des Geschäfts oder eben mit der Einkaufsquittung.“

Als 1999 schon einmal eingebrochen wurde und der teure Fotoapparat verschwand, konnte Erika Bartel der Versicherung eine Quittung vorlegen. Intuitiv hatte sie es richtig gemacht und wenigstens von teuren Sachen den Beleg aufgehoben.

Für die Lederjacken hatte sie diesmal nichts. „Soweit ich mich erinnern kann, haben wir damals 300 Euro pro Jacke bezahlt“, sagte Bartel der Gutachterin, die nach dem Einbruch vorbeigekommen war.

Man einigte sich auf 1 200 Euro Schadenersatz. Nach drei Wochen war das Geld da. Wenigstens mit der Versicherung hatten die Bartels also kein Theater.

* Namen von der Redaktion geändert.

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