Ist nicht auszuschließen, dass der Dieb mit einem Originalschlüssel in die Wohnung kam, muss der Hausratversicherer nicht zahlen. Das entschied das Oberlandesgericht Köln (Az. 9 U 109/04). Denn wenn es keine Einbruchspuren gibt, zahlt der Hausratversicherer nur, wenn der Versicherungsnehmer nachweisen kann, dass der Einbrecher mit einem illegal angefertigten Nachschlüssel in seine Wohnung eingedrungen ist.

Ein Versicherungsnehmer wollte nach einem Einbruch in seine Wohnung 8 628,24 Euro erstattet bekommen. Er argumentierte, der Einbrecher müsse sich illegal einen Nachschlüssel angefertigt haben, da die beiden Originalschlüssel zur Tatzeit gut verwahrt gewesen seien: einer bei der Nachbarin, einer an seiner Arbeitsstelle.

Der Versicherer lehnte ab und das Gericht gab ihm Recht. Der Täter könnte den Schlüssel unbemerkt genommen und zurückgebracht haben. Außerdem könnte es weitere Originalschlüssel oder vom Vormieter legal nachgemachte Schlüssel geben, von denen der Bestohlene nichts wisse.

Tipp: Tauschen Sie beim Einzug das Schloss aus, wenn Sie nicht wissen, wie viele Original- und Nachschlüssel es zu Ihrer neuen Wohnung gibt.

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