Diebe brechen in Feriendomizile ein, räumen verwaiste Familienwohnsitze leer oder rauben Touristen aus. Häufig ist das ein Fall für die Hausratversicherung.

"Achten Sie auf Ihre Geldbörse!", warnt der Fahrer im 100er Bus, der Touristen in Berlin vom Bahnhof Zoo zum Alexanderplatz bringt. Der Mann weiß, wovon er spricht. Das Gedränge in der Buslinie ist ideal für Trickdiebe. So mancher Tourist stand schon unverhofft ohne Brieftasche da. Plötzlich war sie weg und keiner hats gemerkt.

Vielleicht hat der Busfahrer dann sein Handy herausgeholt, damit der Gast schnell seine Kreditkarten sperren lässt. Vielleicht hat er ihn auch zur nächsten Polizeistation geschickt, damit er den Diebstahl meldet. Vielleicht hat er ihn auch damit getröstet, dass zumindest gestohlene Papiere oft auf Umwegen wieder beim Eigentümer landen.

Das geklaute Geld kann aber auch der netteste Berliner Busfahrer nicht wieder beschaffen: Es ist mit ziemlicher Sicherheit weg. Der Dieb wird es kaum zurückschicken. Und auch von der Hausratversicherung, die der Fahrgast vielleicht hat, kommt nichts.

Raub in der Öffentlichkeit

Dazu muss Schlimmeres passieren. Der Täter hätte seinem Opfer die Handtasche entreißen oder ihm ein Messer unter die Nase halten müssen. Dann wäre für die Versicherung in aller Öffentlichkeit ein Raub geschehen und dafür hätte sie selbstverständlich gezahlt.

Bargeld wäre in diesem Fall bis zur Höhe von 2.000 Mark versichert und für die geklaute Handtasche hätte die Gesellschaft so viel erstattet, wie das gestohlene Modell neu kostet. Außerhalb der heimischen Wohnung gibt es heutzutage jedoch insgesamt höchstens 20.000 Mark. Erbeutet der Dieb kostbare Kameras oder wertvolle Pelze, ersetzt die Hausratversicherung also eventuell nicht alles.

Diebe im Hotelzimmer

Ob Athen, New York oder Bangkok: Hotelzimmer sind weltweit ein magischer Anziehungspunkt für Diebe. In besseren Häusern informiert die Rezeption Gäste deshalb meist gleich bei der Ankunft, dass es für Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände Schließfächer oder Tresore im Zimmer gibt. Die sind selten kostenlos, verhindern aber manchmal größere finanzielle Verluste.

Diebstähle in Hotelzimmern sind aber grundsätzlich auch über die Hausratversicherung abgedeckt. Ob beklaute Gäste wirklich Geld bekommen, wenn Schmuck, Banknoten und Edles aus der Urlaubsgarderobe verschwinden, hängt allerdings von den Umständen ab.

Hauptbedingung ist: Der Dieb muss richtig einbrechen. Das tut er aus Sicht der Versicherungsleute zum Beispiel, wenn er Türschlösser aufbricht oder Fensterscheiben einschlägt. Kommt er weniger spektakulär mit dem Zweitschlüssel des Personals ins Zimmer oder steigt er einfach durchs offene Fenster, ist der Versicherungsschutz gefährdet.

Dann ist nur der Hausrat versichert, der gut weggeschlossen war. Nur wenn der Dieb Tresore, Schubladen oder Schränke aufbrechen musste, wird der Schaden ersetzt. Für gestohlenes Bargeld erhalten Kunden auch in diesem Fall maximal 2.000 Mark von der Versicherung und für Urkunden wie Reiseschecks maximal 5.000 Mark.

Mehr gibt es nur, wenn diese Wertgegenstände in einem mehrwandigen, mindestens 200 Kilo schweren Stahlschrank weggesperrt waren. Dann verzichtet die Versicherungsgesellschaft auf ihre Höchstgrenzen. Zentnerschwere Tresore sind in Hotelzimmern aber genauso selten wie Diebe, die solche Kolosse knacken können.

Diebstahl in der Ferienwohnung

Auch in Ferienwohnungen im bayerischen Oberammergau oder spanischen Malaga stehen selten 200 Kilo schwere Stahlschränke herum. Deshalb ersetzt die Hausratversicherung für dort gestohlenes Bargeld in der Regel ebenfalls nicht mehr als 2.000 Mark.

Oft haben Urlaubsgäste in solchen Domizilen noch nicht einmal abschließbare Schränke und Schubladen. Kommen Langfinger durchs offene Fenster oder die angelehnte Haustür, zahlt die Hauratversicherung deshalb meist überhaupt nichts. Hausrat in Ferienhäusern, Urlaubswohnungen und auch der in Hotelzimmern ist nämlich grundsätzlich unter denselben Bedingungen versichert wie der zu Hause.

Einbruch zu Hause

Hat kein Einbruch und kein Diebstahl die Reisefreude getrübt? Dann hat der Dieb derweil vielleicht zu Hause die Wohnung leer geräumt. Auch hier ist die erste Frage: Wie konnte das geschehen?

Ist der Täter mit heimlich nachgemachten Schlüsseln in die Wohnung gekommen, hat er Fensterscheiben eingeschlagen oder Türschlösser geknackt? Nur dann ist aus Sicht der Versicherungsgesellschaft zu Hause ein handfester Einbruch passiert.

Für den zahlt sie vom zerstörten Türschloss bis zur eingetretenen Eingangstür alle Schäden an Haus und Wohnung. Außerdem erhalten die Besitzer für den gestohlenen Hausrat so viel Geld, dass sie sich im Rahmen der vereinbarten Versicherungssumme wieder neu einrichten können.

Nur bei Banknoten und anderen Wertsachen gibt es wieder mal Grenzen. Denn auch daheim stellt sich kaum jemand einen 200 Kilo schweren, mehrwandigen Stahlschrank hin. Aus dem hätte der Dieb die Wertgegenstände aber gewaltsam herausholen müssen.

Sonst ist nicht nur die Leistung für Bargeld begrenzt. Auch für Schmuck, Edelmetalle, Perlen, Edelsteine, wertvolle Briefmarken und kostbare Münzen springen zusammen höchstens 40.000 Mark heraus.

Und selbst wenn diese Kostbarkeiten aus einem Stahlkoloss verschwunden sind, gibt es in den Versicherungsbedingungen noch ein Limit. Für Geld, Urkunden, Schmuck, Kunst, Antiquitäten, Pelze, handgeknüpfte Teppiche und anderen Edelhausrat zahlt die Versicherung zusammen maximal 20 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme.

Hat der Dieb leichtes Spiel gehabt, weil bei der Abreise zum Beispiel offene Fenster vergessen wurden, ist die Lage noch miserabler. Dann gibt es wiederum nur Geld, wenn der Einbrecher verschlossene Türen, Schubladen oder Kassetten geknackt und daraus Banknoten, Schmuck, Edelsteine und anderen Hausrat entwendet hat.

Alles, was offen in der Wohnung rumgestanden, gelegen oder gehangen hat, ist wiederum nicht versichert. Für Mobiliar wie Teppiche, Möbel, Musikanlagen und Gemälde sehen die Geschädigten deshalb in diesem Fall keinen Pfennig.

Haben sie bei der Abreise zu Hause einfach nur die Tür ins Schloss fallen lassen, kann die Versicherungsgesellschaft das sogar als grobe Fahrlässigkeit betrachten und die Leistung komplett verweigern.

Ganz mit leeren Händen dastehen können auch alle, die länger als 60 Tage weg waren und dies ihrer Versicherungsgesellschaft nicht gemeldet haben. So hat schon manch fröhliche Reise zu guter Letzt doch noch ein trauriges Ende gehabt.

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