Tipps

  • Faustregel. Wer seinen Hausrat ohne sehr große finanzielle Einbußen nicht ersetzen kann, sollte ihn versichern.
  • Wechseln. Noch drei Monate vor Ablauf des Versicherungsvertrages können Sie „ordentlich“ kündigen. Wenn Sie diese Frist versäumen, verlängert sich die Versicherung um jeweils ein Jahr. Nach einer Beitragserhöhung oder einem Versicherungsfall können Sie auch mit einer Frist von einem Monat den Vertrag kündigen.
  • Beitrag. Zahlen Sie Ihren Beitrag jährlich. Bei halbjährlicher oder monatlicher Zahlung verlangen fast alle Versicherer einen Aufschlag, der zwischen drei bis 10 Prozent liegt.
  • Umzug. Bei einem Umzug gilt der Versicherungsschutz zwei Monate für die alte und die neue Wohnung. Wenn sich der Versicherungsnehmer von seinem Ehepartner trennt und in eine neue Wohnung zieht, sind beide Wohnungen sogar noch bis zu drei Monate nach der nächsten fälligen Beitragszahlung geschützt.
  • Gebäudeveränderungen. Wird an Ihrem Haus ein Baugerüst aufgestellt, müssen Sie dies dem Versicherer melden. Grund: Er wertet dies als „Gefahrenerhöhung“.
  • Stehlgutliste. Stellen Sie der Polizei nach einem Einbruchdiebstahl unverzüglich ein Verzeichnis der gestohlenen Dinge zur Verfügung. Wenn Sie diese Liste erst Wochen später einreichen, können Sie Ihren Versicherungsschutz zum Teil verlieren.
  • Ausbildung. Studenten und Azubis ohne eigenen Hausstand brauchen keine Hausratversicherung. Sie sind durch die Police der Eltern mitversichert.
  • Ausland. Die Hausratversicherung zahlt auch im Ausland, wenn beispielweise der Koffer aus dem Hotel gestohlen wird. Die Grenze liegt allerdings oft bei maximal 10.000 Euro. Zudem gilt dies meist nur für Auslandsaufenthalte bis zu drei Monaten.

Grob fahrlässig oder nicht?

Wenn Versicherungsnehmer grob fahrlässig handeln, zahlt die Hausratversicherung nicht. Allerdings ist es häufig umstritten, wann dieser Vorwurf zutrifft. test.de gibt Beispiele zur Orientierung.

  • Feuer. Wer ein offenes Feuer unbeaufsichtigt lässt, handelt fast immer grob fahrlässig.
  • Wertsachen. Wenn wertvolle Sachen nur mit einem einfachen Vorhängeschloss im Kellerverschlag eines Mehrfamilienhauses aufbewahrt werden, gilt dies ebenfalls als grobfahrlässig (beide Fälle Oberlandesgericht Frankfurt Az. 3 U 183/00).
  • Fenster in Kippstellung. Wer nachts ein Fenster neben einer Verandatür in Kippstellung lässt, ein Einbrecher jedoch nicht einfach hindurchgreifen und das gekippte Fenster öffnen kann, sondern dafür Werkzeug braucht, handelt nicht grob fahrlässig. Die Hausratversicherung muss den Schaden darüber hinaus zahlen, wenn das Fenster von der Straße aus nicht zu sehen ist und der Versicherungsnehmer sich die ganze Nacht im Schlafzimmer aufhält. (Landgericht Gießen, Az. 4 O 585/00)
  • Waschmaschine. Ruiniert auslaufendes Wasser aus der Waschmaschine die Wohnungseinrichtung, muss die Hausratversicherung auch dann zahlen, wenn der Versicherungsnehmer während der Wäsche für zwei bis drei Stunden das Haus verlässt. (Oberlandesgericht Koblenz Az. 10 U 1124/99)

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