Wer Ausweispapiere und Schlüsselbund zusammen in einer Tasche transportiert, verhält sich nicht grob fahrlässig. Das entschied das Landgericht Berlin (Az. 7 O 386/03). Diebe hatten einem Mann beides gestohlen und waren dann eingebrochen. Der Hausratversicherer muss für den Schaden zahlen.

Der Versicherer hatte für den Einbruch nicht aufkommen wollen, weil der Versicherungsnehmer auf dem Weg zur Arbeit das Portmonee mit seinen Papieren und den Schlüssel in seiner Aktentasche transportiert hatte. Während einer S-Bahn-Fahrt war ihm beides aus der geschlossenen Tasche gestohlen worden.

Der Mann reagierte zwar schnell und informierte die Polizei. Die Diebe waren aber schneller. Sie hatten schließlich Adresse und Schlüssel.

Der Hausratversicherer argumentierte, er müsse nicht zahlen, weil der Versicherte den Einbruch selbst verschuldet habe. Dem folgte das Gericht nicht. Es sei lebensfremd zu verlangen, dass ein Mensch seinen Geldbeutel und seine Hausschlüssel getrennt verwahren und transportieren solle.

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