Hausratversicherung Test

Ein Moment der Unacht­samkeit - und schon stehen Advents­kranz oder Weihnachts­baum in Flammen. Finanziell auf der sicheren Seite ist, wer eine Hausrat­versicherung abge­schlossen hat. Sie übernimmt in diesem und vielen weiteren Fällen den Schaden. Finanztest hat 82 Hausrat­policen getestet. Die Preis­unter­schiede sind enorm.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Hausratversicherung.

Mehr als 250 Euro sparen

Eine günstige Hausratversicherung für eine durchschnittlich eingerichtete 85-Quadratmeter-Wohnung in Köln bietet der Versicherer Docura im Basistarif für einen Jahresbeitrag von 97 Euro an. Für den selben Schutz verlangt die Bayerische Hausbesitzer 377 Euro. Dagegen ist die preiswerteste Police für den Hausrat in einer gleich großen Wohnung in der sächsischen Kleinstadt Freital schon für 37 Euro zu haben. Das verlangen die Direktversicherer KarstadtQuelle und Neckermann. Die Hausratversicherung deckt neben Schäden durch Brand auch solche durch Blitz, Sturm und Hagel, Einbruch und Diebstahl sowie Überschwemmungen durch Leitungswasser oder Rohrbuch ab. Was genau die Hausrat alles versichert, darüber informiert die Tabelle.

Kleinstädte = geringeres Risiko

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Den Preis für eine Hausratversicherung legen die Versicherer je nach Region fest. Deutschland haben die Anbieter nach Schadenrisiko häufig in vier, manche sogar in sechs Tarifzonen eingeteilt. Großstädte gelten als besondere Risikozonen für Einbruch und Raub. Entsprechend teuer ist die Police. Daumenregel: Je weniger Einwohner ein Ort hat, desto geringer ist der Versicherungsbeitrag.

Neuwert von Hab und Gut taxieren

Neben dem Preis ist bei der Hausratversicherung die Versicherungssumme der entscheidende Punkt. Optimal ist, wenn sie dem Betrag entspricht, der zur Neuanschaffung des gesamten Haushalts nötig ist. Häufig haben Versicherte aber eine Summe im Vertrag stehen, die dem Ausstattungsstandard der ersten Wohnung mit Ikea-Regalen und gebrauchten Möbeln entspricht. Damals lag der Neuwert aller Gegenstände noch unter 10 000 Euro. Inzwischen sind aber eine neuen Küche, so manches Erbstück und einige Kunstwerke hinzugekommen. Dann sollten Kunden nicht vergessen, auch ihre Versicherungssumme aufzustocken.

Doppeltes Unglück

Abgebrannt und unterversichert. Das ist doppeltes Pech. Ein Feuer vernichtet die gesamte Inneneinrichtung. Wer glaubt, nun von seinem Versicherer den Neuwert seines gesamten Inventars von 40 000 Euro ersetzt zu bekommen, muss mindestens diese Summe im Vertrag stehen haben. Liegt die Versicherungssumme noch bei 10 000 Euro, erstattet der Versicherer nur diese. Auch wenn ein Wasserrohrbruch den 2 000 Euro teuren Teppich in einen Filzknäuel verwandelt, würde der Versicherte nur ein Viertel, also 500 Euro, von der Assekuranz erhalten. Denn versichert waren nur 25 Prozent des Gesamtwertes. Bei allen Tarifen im Test ist der Hausrat meistens mit 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche abgesichert. Bei diesem Pauschalansatz schließen Versicherer eine Unterversicherung für gewöhnliche Haushalte aus.

Fahrrad in der Nacht einschließen

Aber nur wenige Anbieter im Test schließen auch einfachen Fahrraddiebstahl in den Schutz ein. Die günstigen Versicherer verlangen dafür einen jährlichen Aufpreis von 40 bis 60 Euro. Dann ist das Velo in Höhe von 2 Prozent der Versicherungssumme oder 1 000 Euro abgesichert. Gut aufpassen müssen Kunden, wenn der Versicherer eine Nachtzeitklausel in den Vertrag geschrieben hat. Dann ist das Fahrrad zwischen 22 und 6 Uhr nur versichert, wenn es Einbrecher aus verschlossenen Wohnungen, Garagen oder Kellern herausschleppen.

Individuelle Analyse: Günstige Tarife für Sie

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