Hausrat­versicherung Test

Viele Familien sitzen auf alten Hausrat­versicherungen. Höchste Zeit, ein paar Punkte zu prüfen. Reicht die Versicherungs­summe noch? Ist alles Nötige enthalten? Am Ende kann es sinn­voll sein, den Vertrag aufzusto­cken oder zu einem güns­tigeren Versicherer zu wechseln. Eine 120-qm-Wohnung lässt sich schon für rund 100 Euro jähr­lich versichern, inklusive Fahr­radschutz. Teure Policen kosten dreimal soviel. Finanztest hat 116 Tarife geprüft und sagt, was sie taugen.

Hausratversicherung 04/2014

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TestHausrat­versicherungFinanztest 04/2014
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Vier Risikozonen bestimmen den Preis

Der Test zeigt: Teure Verträge kosten dreimal so viel wie güns­tige. Für den Modell­fall einer zu versichernden Wohnung in Hannover macht die Docura mit 115 Euro Jahres­beitrag das güns­tigste Angebot. Das teuerste – allerdings mit mehr Leistungen – kommt von der Axa für einen Jahres­beitrag von 531 Euro. Beim Preis teilen die Versicherer das Bundes­gebiet in Risikozonen auf. Städte mit hohem Einbruchs­risiko sind teurer. Finanztest hat für jede Zone eine Stadt ausgewählt und die Preise entsprechender Policen geprüft: Altenburg in Thüringen (geringstes Risiko), Darm­stadt (geringes Risiko), Hannover (mitt­leres Risiko) und Köln (hohes Risiko).

Viele Menschen sind unter­versichert

Eine Hausrat­police ist in den meisten Fällen sinn­voll. Schon nach einem Einbruch geht es schnell um hohe Summen. Kommt es zum Totalschaden durch Brand, müsste gar der komplette Hausrat neu gekauft werden. Verzichten können auf die Police am ehesten junge Leute, die mit billigen Möbeln leben und keine teuren Elektrogeräte haben. Viele Menschen in Deutsch­land besitzen längst eine Versicherung, haben sie aber seit Jahren nicht an ihren steigenden Wohn­stan­dard angepasst. Flach­bild­fernseher, Kameras, Schmuck, Golf­schläger – da kommt viel zusammen. Des­­halb ist es gut, den Vertrag zu checken.

Versicherungs­summe muss passen

Der erste Blick in den Vertrag gilt der Versicherungs­summe. Sie wird pauschal vereinbart – oder der Kunde gibt einen Betrag vor, nachdem er den Wert seines Hausrats geschätzt hat. Die übliche Pauschale beträgt 650 Euro pro Quadrat­meter. Im Modell­fall macht das für ein 120-Quadrat­meter-Haus 78 000 Euro. Es zählt nur die Wohn­flä­che, Balkon, Dachboden, Garage oder Keller werden nicht gerechnet. Dort gelagerter Hausrat ist aber versichert.

Gesamt­schaden darf Versicherungs­summe nicht über­steigen

Vorteil der Pauschale: Der Versicherer wird nie die Leistung wegen Unter­versi­che­rung kürzen, auch wenn der Hausrat vielleicht 80 000 Euro wert ist, die Versicherungs­summe aber nur 60 000 Euro beträgt. Ohne den sogenannten „Unter­versicherungs­verzicht“ dürfte er sonst in so einem Fall 25 Prozent von der Schadensumme abziehen. Selbst wenn der Schaden nur 10 000 Euro beträgt, bekommt der Kunde dann nur 7 500 Euro ersetzt. Den ganzen Schaden zahlt der Versicherer aber auch bei einer pauschal ermittelten Versicherungs­summe nur dann, wenn der Gesamt­schaden die Versicherungs­summe nicht über­steigt.

Wohn­flächen­tarife mit Entschädigungs­grenze

Einige Gesell­schaften bieten statt der Pauschale eine Entschädigungs­grenze. Im Test finden sich solche Wohn­flächen­tarife mit 200 000-Euro-Grenze und mehr. Nennt der Kunde die exakte Größe der Wohnung, prüft der Hausrat­versicherer nicht mehr, ob eine Unter­ver­si­che­­rung vorliegt. Dafür liegen die Beträge deutlich über den üblichen Versiche­rungs­summen.

Der Wieder­anschaffungs­wert zählt

Bei großen Wohnungen mit wenig Hausrat führt die Pauschale zu über­höhten Versicherungs­summen. Dann ist es güns­tiger, die Summe selbst zu schät­zen. Das heißt: Zimmer für Zimmer Inventur machen. Dabei zählt der Neuwert der Sachen – das, was sie heute im Laden kosten, auch bei Möbeln oder Kleidung, egal ob neu, vom Flohmarkt oder von Oma geschenkt.

Basis- oder Luxus­tarif – was hätten Sie gern?

Wichtig ist auch der Umfang der Versicherung. Ist der alte Vertrag ein Basis- oder ein Luxus­tarif? Sind Extra­leistungen enthalten, die der Kunde inzwischen vielleicht nicht mehr braucht, oder fehlen welche? Die meisten Gesell­schaften bieten mehrere Tarife. Die teuren Angebote heißen oft „Komfort“, „Plus“ oder „Premium“. Die Finanztest-Tabelle zeigt, welche Extras diese Premium-Tarife bieten.

Basis­tarife decken das Wichtigste ab

Die güns­tigen Basis­tarife umfassen den Grund­schutz, der für die meisten reicht. Er gilt für Schäden nach Einbruch, Raub, Vandalismus, Brand, Schäden durch Leitungs­wasser, Sturm und Hagel. Versichert ist der gesamte Hausrat: Möbel, Teppiche, Elektro­ge­räte, Kleidung, Musik­instru­mente, Wert­sachen. Dieser Schutz deckt die wichtigen Schäden ab, sodass keiner nach einem Totalschaden vor dem Nichts steht. Für den Modell­fall hat Finanztest den Grund­schutz um zwei Extras erweitert, auf die viele Kunden Wert legen:

  • Über­spannung. Wenn Blitze zum Beispiel eine Über­land­leitung treffen, entstehen Spannungs­spitzen. Sie können Elektrogeräte beschädigen. Viele Basis­tarife versichern dies inzwischen ohne Aufpreis mit.
  • Fahr­räder. Die Tarife für den Modell­haushalt versichern den Diebstahl von Fahr­rädern von der Straße mit mindestens 2 000 Euro. Der Grund­schutz versichert Räder sonst nur in geschlossenen Räumen.

Belege außer Haus aufbewahren

Am Ende des persönlichen Hausratchecks stehen die Belege. Besonders bei Wert­sachen und teuren Elektrogeräten sollte man den Besitz nach­weisen können. Aussagekräftig sind Kassenbelege, Quittungen, Garan­tiescheine, Repara­turrechnungen. Hat die Versicherung dann noch Zweifel, sind Fotos hilf­reich. Es empfiehlt sich, diese Unterlagen separat aufzubewahren, am besten bei Freunden oder in einem Bank­schließ­fach, damit sie bei einem Brand nicht zerstört werden.

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