Hausrat- und Haftpflichtversicherung Meldung

Die Preisunterschiede bei Hausrat- und bei Haftpflichtversicherungen sind enorm, die Unterschiede im Leistungsumfang gering. Unser Computer zeigt, wie Sie einige Hundert Mark im Jahr sparen können.

Bei Eis und Schnee sind teure Pannen schnell passiert. Wenn ein vereistes Wasserrohr platzt oder ein Schneeball in der Fensterscheibe landet, ist eine gute Versicherung Gold wert. In dem einen Fall hilft die Hausrat-, im anderen die Haftpflichtpolice. Beide Verträge müssen nicht teuer sein.

Hausrat

Ob Sie eine Hausratversicherung brauchen, können Sie leicht selbst entscheiden. Schauen Sie sich in Ihren vier Wänden um: Würde Sie ein Totalschaden ­zum Beispiel ein Brand ­finanziell überfordern, wenn alles neu anzuschaffen wäre? Falls ja, empfiehlt es sich, einen Vertrag abzuschließen. Die Versicherung greift bei Einbruch, Brand und Leitungswasserschäden. Versichert ist alles, was zur Wohnung gehört, inklusive Tapeten und Vorhänge ­nicht aber Einbaumöbel, es sei denn ein Mieter hat sie auf eigene Kosten eingebaut. Kaputte Sachen werden zum Neuwert ersetzt, bei beschädigten übernimmt die Versicherung die Reparaturkosten. Der Grundschutz ist bei allen Anbietern weitgehend identisch, so dass Sie bei der Wahl des richtigen Vertrags getrost nach dem Preis entscheiden können. Extra versichert werden muss in der Regel Folgendes:

• Fahrraddiebstahl: Bei 1.000 Mark Entschädigungssumme kostet das meist 35 bis 90 Mark pro Jahr extra. Achtung: Diese Summe gilt pro Fall. Werden zwei oder drei Räder gemeinsam gestohlen, gibts maximal diesen Betrag.

• Wertgegenstände: Schmuck, Bargeld, Wertpapiere, Pelze sind nur bis 20 Prozent der Versicherungssumme inklusive. Wer mehr will, muss diese Grenze gegen Prämienzuschlag heraufsetzen.

• Glas: Eine zusätzliche Glasversicherung halten wir für überflüssig, wenn es nicht um große Glasflächen wie beispielsweise Wintergärten geht. Die Versicherungssumme sollten Sie nicht zu niedrig ansetzen. Sind nur 100.000 Mark versichert, prüft die Gesellschaft im Schadensfall, ob das dem Wert des Hausrats entspricht, und zwar zum Neuanschaffungspreis. Liegt der beispielsweise zehn Prozent höher, sind Sie unterversichert und die Entschädigung wird entsprechend gekürzt.

Dagegen hilft die Pauschalregelung mit 1.200 Mark Versicherungssumme pro Quadratmeter Wohnfläche. Wenn Sie dies vereinbaren, schließen die meis-ten Gesellschaften Unterversicherung aus. Doch bei kleinen Wohnungen und wertvollem Hausrat reicht die Entschädigung für einen Totalschaden eventuell nicht aus. Und bei großen Wohnungen mit spartanischem Hausrat sind Sie überversichert, zahlen also unnötig viel Beitrag. Da ist es sinnvoll, den Neuwert des Hausrats selbst zu schätzen und dies als Versicherungssumme zu wählen. Diesen Betrag sollten Sie jährlich prüfen, denn meist steigt der Wert des Hausrats durch Neuanschaffungen.

Wie viel die Hausratversicherung kostet, hängt auch davon ab, wo Sie wohnen. Ländliche Gegenden, die Tarifzonen I und II, sind günstiger, Großstädte wegen der häufigeren Einbrüche teurer.

Einige Unternehmen bieten Tarife mit Selbstbeteiligung an, die ein wenig günstiger sind. Die Ersparnis gegenüber günstigen Verträgen ohne Selbstbeteiligung ist aber eher gering.

Privathaftpflicht

Da gibt es keinen Zweifel: Jeder sollte eine Privathaftpflichtversicherung haben. Sie ersetzt Schäden, die man anderen zufügt ­- ein unverzichtbarer Schutz, weil schon kleine Unachtsamkeiten extrem teuer werden können, zum Beispiel als Fußgänger oder Radler.

Die Privathaftpflicht zahlt sogar dann, wenn der Schaden grob fahrlässig verursacht wurde ­- das ist nahezu einmalig in der Versicherungsbranche. Nur Vorsatz, also ein absichtlich herbeigeführter Schaden, ist ausgeschlossen.

Günstige Verträge für die ganze Familie kosten nicht mehr als 90 bis 100 Mark jährlich, teure das Doppelte und sogar Dreifache. Eine Selbstbeteiligung lohnt sich bei der Privathaftpflicht meist nicht.

Tipp: Wählen Sie die höchstmögliche Deckungssumme, am besten "pauschal, unbegrenzt". Zwar kommt es sehr selten vor, dass ein Schaden teurer ist als die üblicherweise versicherten fünf Millionen Mark. Aber wenn, dann müssen Sie alles, was darüber hinausgeht, aus eigener Tasche berappen.

Ansonsten sind die Leistungen der verschiedenen Gesellschaften annähernd gleich. Alle bieten einen ausreichenden Grundschutz, einige sogar noch mehr, zum Beispiel.

• Mietwohnung: Schäden bis zur vollen Deckungssumme sind inklusive, während sie im Grundschutz teils nur bis 50.000 Mark versichert sind.

• Ausfalldeckung: Der Versicherer zahlt, wenn Sie von jemand geschädigt werden, der zahlungsunfähig ist.

• Hunde: Wenn Sie Nachbars Dackel ausführen und der dann doch nicht aufs Wort hört, sind Sie abgesichert.

• Surfen: Schäden, die beim Transport oder Gebrauch von Surfbrettern entstehen, sind versichert.

Nicht versichert sind Schäden an geliehenen Gegenständen, Schäden bei Pferde- und Radrennen sowie Box- und Ringkämpfen, Ansprüche von Personen, die im selben Haushalt wohnen. Und natürlich jede Menge spezieller Risiken, für die Sie eine separate Police abschließen müssen. Die wichtigsten:

• Hundebesitzer: Sie brauchen unbedingt eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Kleintiere wie Katzen sind dagegen mitversichert.

• Öltankbesitzer: Gewässerschadenhaftpflichtpolice.

• Bau: Schäden beim Bauen sind in der Privathaftpflicht enthalten, aber mit zu niedrigen Summen. Es empfiehlt sich eine Bauherrenhaftpflichtpolice.

• Verein: Funktionäre können sich mit einer Vereinshaftpflicht absichern.

• Vermieter: Vermieterhaftpflicht.

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