Hausrat- und Haftpflichtversicherung Meldung

Eine Haftpflichtpolice kann nicht vor bösen Überraschungen schützen, aber die Folgen lindern.

Hausrat und vor allem Haftpflicht sind sehr wichtige Versicherungen. Sie können viel Geld sparen: Die Leistungen sind ähnlich, die Beiträge sehr unterschiedlich.

Die Versicherer bieten beide oft im Paket an. Dabei haben Hausrat- und Haftpflichtpolicen einen völlig unterschiedlichen Zweck:

Die Hausratversicherung schützt das persönliche Hab und Gut des Kunden. Sie zahlt bei Einbruch, Brand, Sturm- oder Wasserschäden. Die Haftpflicht hingegen greift, wenn der Versicherte einem Fremden Schaden zufügt – wenn also andere Ersatzansprüche stellen, zum Beispiel für eine Schaufensterscheibe, die die Kinder mit dem Fußball zerschossen haben.

Bei beiden Vertragsarten langen einige Versicherer kräftig hin. Deshalb ist es meist besser, sie getrennt bei verschiedenen Gesellschaften abzuschließen. Teure Policen kosten dreimal so viel wie preiswerte, ohne mehr zu bieten. Unser Computer findet günstige Angebote, die zu Ihrem individuellen Bedarf passen. Die Auswertung dauert etwa zwei Wochen.

Hausratversicherung

Sie umfasst alle Gegenstände, die sich in der eigenen Wohnung befinden: Möbel, Teppiche, Gardinen, Wäsche. Ersetzt werden Schäden durch:

Einbruch. Voraussetzung ist, dass die Wohnung ordnungsgemäß verschlossen war. Ist die Tür nur zugezogen oder sind die Fenster angekippt, kann das grobe Fahrlässigkeit sein. Dann zahlt der Versicherer nichts. Wenn die Täter vorm Einbruch die Schlüssel klauen konnten, darf der Versicherte das nicht fahrlässig ermöglicht haben, indem er zum Beispiel Schlüssel und Adresse zusammen im Auto liegen ließ. Aber das Landgericht Berlin entschied jüngst, es sei nicht grob fahrlässig, auf dem Weg zur Arbeit Ausweispapiere und Schlüsselbund in der Aktentasche aufzubewahren (Az. 7 O 386/03). In dem Fall hatten Diebe die Tasche gestohlen und die Wohnung ausgeräumt, während der Mann noch die Polizei verständigte.

Wasser. Versichert sind nur Schäden durch Leitungswasser, zum Beispiel wenn der Schlauch der Waschmaschine platzt. Laufen Aquarium oder Wasserbett aus, gibt es nichts von der Versicherung, ebenso wenig bei einem umgekippten Putzeimer.

Brand. Da muss es schon eine offene Flamme sein. Nur versengte Sachen, zum Beispiel der Sofabezug durch heiße Zigarettenasche, werden nicht ersetzt. Schäden durch Gasexplosion sind mit versichert.

Sturm. Dass der Hausrat durch Sturm und Hagel beschädigt wird, kommt in der Praxis kaum vor, zumal mindestens Windstärke 8 herrschen muss.

Tipps zum Ausfüllen des Kupons

Versicherungssumme. Sie ist entscheidend. Denn die Versicherung erstattet den Neuwert, nicht den weitaus niedrigeren Zeitwert. Holt sich ein Dieb das zehn Jahre alte Fernsehgerät, wird der Preis für ein neues ersetzt, das dem heutigen technischen Standard entspricht – so wie der alte dem damaligen. Selbst wenn der Besitzer den Apparat erst vor einer Woche für 50 Euro gebraucht auf dem Flohmarkt gekauft hat, erhält er das Zehn- oder Zwanzigfache. Deshalb muss die Versicherungssumme dem heutigen Wert entsprechen, also dem Neupreis. Da kann allein ein gut gefülltes Bücherregal schon einen fünfstelligen Betrag ergeben.

Liegt die Versicherungssumme zum Beispiel nur bei 80 Prozent des Werts, gibt es auch nur eine Teilentschädigung von 80 Prozent. Bei einem Schaden von 10 000 Euro würden dann nur 8 000 Euro erstattet, auch wenn die Versicherungssumme beispielsweise 50 000 Euro beträgt.

Unterversicherung entsteht häufig bei älteren Verträgen, wenn der Kunde über die Jahre vieles neu angeschafft hat, ohne seine Police entsprechend anzupassen. Es ist sinnvoll, einen Unterversicherungsverzicht zu vereinbaren. Meist muss dazu die Versicherungssumme bei 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen. Bei sehr großer Wohnfläche kommen dann aber sehr hohe Summen und damit hohe Prämien heraus. Da ist es billiger, den Hausrat selbst zu schätzen und die Summe alle paar Jahre zu überprüfen. Dabei hilft unsere Wertermittlungsliste, die es per Faxabruf gibt: 0 190 5/1 00 10 86 40 (3 Seiten; 62 Cent pro Minute).

Wertsachen. Sie sind meist nur bis 20 Prozent in der Versicherungssumme enthalten. Mehr kann aber gegen Aufpreis vereinbart werden. Wer das möchte, sollte es im Kupon rechts ankreuzen.

Fahrrad. Das Rad gleich mit in die Hausratpolice aufzunehmen, ist die preisgünstigste Art, es zu versichern.

Überspannung. Schäden nach einem Blitzeinschlag in die Stromleitung sind gegen Aufpreis zusätzlich zu versichern. Aber für zerstörte Daten auf dem Computer gibt es selbst dann keinen Ersatz (Landgericht Stuttgart, Az. 5 S 106/04).

Glas. Diesen Zusatz empfehlen wir nur für große Glasflächen, zum Beispiel in einem Wintergarten.

Selbstbeteiligung. Die lohnt kaum, da der Beitrag dadurch nur wenig sinkt.

Haftpflichtversicherung

Diese Police ist unverzichtbar. Sie ersetzt Schäden, die der Kunde anderen zufügt. Das können Kleinigkeiten sein wie die Brille der Oma, die beim Toben mit dem Enkel kaputtgeht.

Vor allem aber dreht es sich um existenzgefährdende Risiken: wenn ein Blumentopf beim Gießen vom Balkon kippt und einen Passanten trifft oder der Versicherte als Fußgänger die rote Ampel übersieht und einen Verkehrsunfall mit hohen Folgekosten verursacht. Es reicht oft schon ein kleines Versehen, um Schadenersatzansprüche auszulösen, die den finanziellen Ruin für den Rest des Lebens bedeuten können. Die Privathaftpflicht ist die wichtigste Versicherung überhaupt. Kurzum: Ohne sie sollte eigentlich niemand einen Fuß vor die Tür setzen.

Wichtig: Geliehene Sachen sind nicht mitversichert. Wer sich den Camcorder vom Freund ausleiht, muss einen Schaden am Gerät aus eigener Tasche zahlen. Und: Die Privathaftpflicht deckt nur die üblichen Risiken im privaten Bereich ab. Für alles andere brauchen Sie Extra-Verträge. Die wichtigsten:

Öltank. Für dieses Risiko empfiehlt sich die Gewässerschadenhaftpflicht.

Immobilien. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist für vermietete und gewerbliche Grundstücke wichtig.

Bau. Bauarbeiten sind in der Privathaftpflicht nur zu kleinen Beträgen enthalten.

Wassersport. Das Extra ist für Motor- und Segelbootbesitzer unverzichtbar.

Tipps zum Ausfüllen des (Analyse-)Kupons:

Deckungssumme. Wählen Sie einen möglichst hohen Betrag, mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden.

Selbstbeteiligung. Sie senkt kaum den Jahresbeitrag für die Versicherung.

Einschlüsse. Kleintiere wie Hamster oder Katze sind in der Privathaftpflicht enthalten, nicht aber Hunde. Dafür gibt es Tierhalterhaftpflichtpolicen.

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