Haus­notruf

So haben wir getestet

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Haus­notruf Testergebnisse für 9 Haus­not­ruf­dienste 08/2018

Inhalt

Im Test: Neun Dienste, die einen Haus­notruf in Verbindung mit einer Notrufzentrale in weiten Teilen Deutsch­lands anbieten – frei­gemeinnützige Verbände und private Unternehmen. Alle Prüfungen fanden von November 2017 bis Mai 2018 statt; die Anbieterbefragung im Juni und Juli 2018. Wir prüften in zwei deutschen Groß­städten, im Zentrum und am Stadt­rand.

Unter­suchungen: 19 geschulte Test­personen nahmen verdeckt als unterstüt­zungs­bedürftige Personen die Dienst­leistung Haus­notruf als Selbst­zahler in Anspruch. Sieben weitere agierten als Angehörige. Alle Testsituationen und Abläufe dokumentierten sie in teil­stan­dardisierten Erhebungs­bögen. Pro Anbieter nahmen wir fünf Beratungen in Anspruch, ließen drei Haus­notrufgeräte in Betrieb nehmen und lösten drei Notrufe aus.

Bearbeiten des Notrufs: 50 %

Beim Notruf gaben unsere Tester jeweils ein gering­fügiges gesundheitliches Problem an. Wir bewerteten unter anderem die Reaktions­zeit der Notrufzentrale, die Qualität der Sprech­verbindung, ob die Zentralen Nach­fragen zur Notrufsituation stellten und wie schnell sie Angehörige verständigten (Details Was wir im Test erwarteten).

Inbetrieb­nahme und Funk­tions­tests: 20 %

Je nach Angebot nahmen die Test­personen die Installation durch einen Fachmann in Anspruch oder installierten die Geräte selbst mithilfe von Bedienungs­anleitungen, teils mit telefo­nischer Unterstüt­zung. Wir prüften, ob Probleme auftraten und wie der Anbieter diese löste. Wichtig war unter anderem, welche Informationen die Test­personen zur Stand­ortwahl und Bedienung der Geräte erhielten, ob es Funk­tions­tests gab und ob die Tester dabei einbezogen wurden.

Fachliche Beratung: 20 %

Je nach Angebot ließen sich die Test­personen persönlich oder telefo­nisch beraten. Wir prüften unter anderem, ob die Berater tech­nische Voraus­setzungen ansprachen, wie umfang­reich sie zur Funk­tions­weise des Haus­notrufs, zur Notrufzentrale und zur ausgelösten Notrufkette informierten und inwieweit sie Leistungen und Kosten erläuterten.

Kunden­service: 10 %

Wir bewerteten unter anderem die Termin­ver­einbarung und -treue, ob die Anbieter Informations­materialien und Muster­verträge vor Vertrags­abschluss zur Verfügung stellten, die Gesprächs­kompetenz bei der Beratung, ob die Kunden ein unter­schriebenes Vertrags­exemplar erhielten und wie die Anbieter mit den Daten­blättern zur Erfassung persönlicher und medizi­nischer Daten umgingen.

Haus­notruf Testergebnisse für 9 Haus­not­ruf­dienste 08/2018

Mängel in Verträgen und AGB: 0 %

Ein Jurist prüfte die allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) und die Vertrags­unterlagen auf recht­lich unzu­lässige Klauseln, ob es Widerrufs­belehrungen gab und diese ordnungs­gemäß waren. Pro Anbieter gingen zwei Vertrags­abschlüsse in die Prüfung ein.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit einem *) gekenn­zeichnet. Folgende setzten wir ein: Waren Inbetrieb­nahme und Funk­tions­tests ausreichend, verschlechterte sich das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note. Waren die Mängel in den Verträgen und AGB deutlich, wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note, bei sehr deutlichen Mängeln um eine ganze Note abge­wertet.

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48 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.03.2021 um 14:09 Uhr
neue Geräte

@Hitpoint: Auch wenn wir nicht jedem Wunsch in Form einer schnellen Prüfung nachgehen können, nehmen wir Lesermeldungen immer gerne auf. Denn durch die vielen Zuschriften bekommen wir einen Überblick darüber, was sich unsere Leser als Inhalt unserer Hefte wünschen. Dies wiederum dient uns als Diskussionsgrundlage für weiteren Testaktivitäten. (SL)

EdTiy am 17.03.2021 um 16:44 Uhr
Test für neuere Geräte?

Inzwischen gibt es viele DECT basierte geräte, die bereits nach 4-6 Monaten amortisiert sind (Dosch&Amand DA1432) und auch GSM basierte V-SOS Bänder für unter 10.- im Monat. Diese haben auch Sturzsensoren was bei den obigen "Gemeinnützigen" geräten eine "Sonderleistung" ist.
Wie gut ist die Surzerkennung, Wasserdichtigkeit, Empfang, Sprachqualität, Laufzeit etc?
Ach ja, und welche Entwicklungen gibt es zB Smartwatches.
Ein wichtiges und dringendes Thema für uns Baybyboomer mit Eltern.
Übrigens beim ASB Hessen kostet diese Leistung zur Zeit nur 17.- bei allen anderen ca 27 EUR. Wieso? ...

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.03.2021 um 11:48 Uhr
bezahlter Artikel

@MGoehring: Der Artikel ist freigeschaltet. Sie finden ihn nach dem Login unter 'bezahlte Inhalte. (SL)

MGoehring am 06.03.2021 um 01:48 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

lkrde am 07.12.2020 um 23:58 Uhr
Schlechte überregionale Vergleichbarkeit

Alle großen Hilfsorganisationen lassen sich nur schwer überregional vergleichen. So sind in Bereitschaftsdiensten beispielsweise in einer Stadt nur Mitarbeiter mit einer Qualifikation als Rettungshelfer oder höher eingesetzt, während in anderen Städten schon ein Erste-Hilfe-Kurs ausreicht. Während im letzen Beispiel selbige Mitarbeiter auch in der Zentrale zur Bearbeitung von Notrufen eingesetzt werden, fordern andere Anbieter z.B. bundesweit eine Qualifikation als Rettungssanitäter oder höher - Oder bei Ausschaltung auf eine kommunale Rettungsleitstelle sogar Notfallsanitäter.