Haus­notruf

Unzu­lässig: Haftung ausschließen wegen Schwerhörig­keit

In vielen Verträgen und allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) fanden wir Rechts­verstöße. Hier nennen wir die ärgerlichsten.

Haus­notruf Testergebnisse für 9 Haus­not­ruf­dienste 08/2018

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Keine Infos zum Widerruf

Wer einen Haus­notruf-Vertrag per Post, Telefon, online oder zu Hause abschließt, hat das Recht, ihn nach 14 Tagen ohne Begründung zu widerrufen. Drei Anbieter informieren darüber nicht. Andere haben fehler­hafte Widerrufs­belehrungen.

Viele wollen Haftung ausschließen

Die Klauseln von sechs Anbietern sind unwirk­sam – etwa, weil sie die Haftung für Personenschäden bei „einfacher Fahr­lässig­keit“ ausschließen. Trifft sie eine noch so geringe Schuld an gesundheitlichen Schäden ihrer Kunden, haften die Anbieter immer. Sie dürfen auch „sons­tige Schäden“ nicht ausschließen, ohne diese näher zu definieren. Unglaublich: Die Volks­solidarität will Schäden infolge von „Miss­verständ­nissen“ ausschließen und das Deutsche Rote Kreuz solche, die durch Schwerhörig­keit oder Demenz des Kunden entstehen. Beides halten wir für unzu­lässig. Nicht zu bean­standen ist es, wenn Anbieter die Haftung ausschließen für Fälle, die nicht in ihrer Macht stehen – etwa Störungen des Telefonnetzes. Auf solche Risiken sollten die Anbieter hinweisen.

Achtung bei Preis­änderungs­klauseln

Bei fünf Diensten sind sie unwirk­sam, etwa weil sie keine sachlich gerecht­fertigten Gründe für Preis­erhöhungen nennen.

Keiner informiert über Schlichtung

Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern müssen in den AGB informieren, ob sie im Streitfall an unbürokratischen Schlichtungs­verfahren teilnehmen. Kein Anbieter machte das in jedem Vertrag.

Tipp: Vergleichen Sie die Verträge und AGB verschiedener Dienste. Lassen Sie sich eventuell bei einer Verbraucherzentrale beraten (Interview).

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