Haus­notruf Test

Viele Menschen wünschen sich, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Doch Kinder und Enkel fragen sich: Wer hilft, wenn Oma stürzt? Ein Notrufknopf für Senioren kann schnelle Rettung bringen. Die Stiftung Warentest hat neun private und gemeinnützige Haus­notrufdienste getestet, darunter das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser. Vier Dienste bearbeiteten die im Test simulierten Notrufe gut. Doch Installation, Kunden­service und Verträge ließen teils zu wünschen übrig.

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TestHaus­notruf25.07.2018
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So funk­tioniert der Haus­notruf

Die meisten Anbieter arbeiten mit klassischen Haus­notrufgeräten. Die Kunden, oft Senioren und gesundheitlich einge­schränkte Menschen, tragen ein Notrufarmband oder eine Kette mit Notfall­knopf. Drücken sie ihn, geht ein Funk­signal an die Basis­station. Sie verbindet sich mit der Notrufzentrale; dank Frei­sprech­funk­tion ermöglicht sie im Ideal­fall eine Kommunikation aus jedem Raum. Daneben gibt es moderne Systeme, die sowohl zu Hause als auch außer­halb der Wohnung funk­tionieren. Wir haben auch sie in den Test einbezogen: Libify und Zembro. In der Zentrale bekommen die Mitarbeiter, die den Notruf entgegen­nehmen, alle Daten des Hilferufenden ange­zeigt: Name, Adresse, Gesund­heits­informationen, Kontakt­personen. Sie entscheiden dann über das weitere Vorgehen.

Drei Wege zur Hilfe

Stationäre Basis, Mobil­teil, digitales Notrufarmband mit Smartphone-App: Die Dienste bieten verschiedene Möglich­keiten, Hilfe zu rufen.

Klassisches Haus­notrufgerät (links). So oder ähnlich sieht es aus: Die Notruftaste ist zum Beispiel am Armband. Die Basis­station hat Laut­sprecher und Mikrofon.
Mit Mobil­teil (Mitte). Libify bietet neben Basis­station und Armband ein Mobil­teil. Wenn Kunden es mitnehmen, können sie den Notruf auch unterwegs auslösen.
Ohne Basis (rechts). Das Zembro-Armband kann selbst eine Sprech­verbindung herstellen – zur Notrufzentrale oder zu Angehörigen, die die Zembro-App auf ihrem Smartphone haben.

Haus­notruf Test

Haus­notruf-Kosten: Ab 23 Euro für Selbst­zahler

Die monatlichen Kosten der Grund­leistungen für Selbst­zahler reichen laut Anbietern im Test von rund 23 bis 39 Euro, teils kommen einmalige Anschluss­kosten von bis zu 60 Euro hinzu. Für Nutzer mit Pflegegrad, die gänzlich oder über­wiegend allein sind, trägt in der Regel die Pflege­versicherung die Kosten für den Haus­notruf. Extras wie Schlüssel­verwahrung müssen sie allerdings selber zahlen.

Das bietet der Test von Haus­notrufdiensten

Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Bewertungen der Stiftung Warentest für neun Haus­notrufdienste, darunter fünf frei­gemeinnützige Verbände wie die Volks­solidarität und der Arbeiter-Samariter-Bund sowie vier private Anbieter, zu denen Vitakt und Libify gehören. Bewertet haben wir, ob die Anbieter sachgemäß auf simulierte Notrufe reagiert haben, und wie gut fachliche Beratung, Inbetrieb­nahme und Kunden­service funk­tioniert haben. Zudem haben wir die Verträge auf Mängel im Klein­gedruckten über­prüft, bei Zembro auch das Daten­sende­verhalten der App. Vier Anbieter reagierten gut auf die simulierten Notrufe. Doch in der Gesamt­note kommt keiner über ein Befriedigend hinaus.

Tipps und Infos. Wir sagen, worauf Sie vor Abschluss eines Vertrags achten sollten und geben praktische Tipps für den Umgang mit Haus­notrufsystemen. Eine Grafik zeigt den Ablauf typischer Notrufsituationen. Sie erfahren, welche Kosten für die Dienste anfallen und wann die Pflegekasse zahlt. Außerdem erörtern wir die ärgerlichsten Mängel in den Vertrags­unterlagen und gehen auf typische Fragen von Verbrauchern ein.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 8/2018.

Neun Haus­notrufdienste im Test – von befriedigend bis mangelhaft

Wichtigster Prüf­punkt in unserem Test: Wie reagieren die Dienste bei einem Alarm? Was passiert, wenn die Senioren den Notknopf drücken? Außerdem wollten die Tester wissen, wie gut die Anbieter im Vorfeld beraten, wie es um die Inbetrieb­nahme der Geräte, um den Kunden­service und recht­liche Bedingungen steht. Wir hätten uns ein besseres Ergebnis gewünscht. Kein Anbieter ist uneinge­schränkt zu empfehlen. Die Gesamt­urteile reichen von befriedigend bis mangelhaft.

In fast allen Fällen wurde den Test­personen geholfen

Für den Test konfrontierten die Test­personen – Senioren in zwei deutschen Groß­städten – jeden Haus­notrufdienst mit jeweils drei simulierten Notrufen. Dabei gaben sie jeweils ein gering­fügiges gesundheitliches Problem an. Bis auf einen Fall bei einem privaten Anbieter konnten alle Dienste den Test­personen helfen. Ihre Haupt­aufgabe – das Bearbeiten von Notrufen – erfüllten vier Dienste gut. Bei einem Anbieter allerdings meldete sich die Notrufzentrale einmal gar nicht, sondern informierte nur die Angehörigen per Smartphone-App, ein anderes Mal reagierte sie erst nach rund zwei Minuten.

Oft schnelle Hilfe, aber kaum einer fragt nach

Insgesamt fiel die Schnel­ligkeit der Notrufzentralen aber positiv auf: Die Mitarbeiter nahmen die Notrufe im Test meist inner­halb von wenigen Sekunden bis einer Minute an und informierten schnell die Kontakt­personen. Aber nur selten stellten die Mitarbeiter eine Nach­frage zur Situation: Etwa ob es reiche, die Angehörigen zu informieren – wie von den Test­personen gewünscht – oder ob doch medizi­nische Hilfe nötig sei.

Bedürf­nisse älterer Kunden wenig berück­sichtigt

Wie schon im vorherigen Test (9/2011) zeigte sich, dass viele Anbieter zu wenig auf die Bedürf­nisse ihrer meist älteren Kunden eingehen. Beim Notruf etwa sprachen die Mitarbeiter der Zentrale teils nicht laut genug oder waren wenig einfühl­sam. Manche verschwanden einfach aus der Leitung und ließen die Tester im Unklaren, ob sie Hilfe veranlasst hatten.

Sprech­verbindung zu selten kontrolliert

Bei der Inbetrieb­nahme der Geräte fiel auf: Nur in etwa der Hälfte der Testfälle prüfte die Zentrale mit dem Kunden, ob sie sich noch hören, wenn der Notrufende etwas weiter weg von der Basis­station steht, etwa im Bad. Umfassende Funk­tions­tests sind aber wichtig, damit im Ernst­fall die Verständigung reibungs­los klappt und die Kunden ein Gefühl für die Abläufe im Notfall bekommen.

Vertrags­mängel verhageln gute Qualitäts­urteile

Bei sechs Anbietern fand die Stiftung Warentest deutliche oder sehr deutliche Mängel in den Verträgen und Allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB). Teil­weise informieren die Haus­notrufdienste nicht zum Widerruf oder haben fehler­hafte Widerrufs­belehrungen. Bei einigen Anbietern sind Preis­änderungs­klauseln unwirk­sam. Besonders ärgerlich: Mehrere Anbieter im Test haben unzu­lässige Klauseln zum Haftungs­ausschluss.

Nutzer­kommentare, die vor dem 25. Juli 2018 gepostet wurden, beziehen sich auf eine ältere Unter­suchung.

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