Über­pinselt ein Haus­eigentümer die Bohr­löcher von Holz­würmern einfach, ohne den Käufer über den Schädlings­befall zu informieren, wird der Hauskauf rück­gängig gemacht, auch wenn im Vertrag ein Gewähr­leistungs­ausschluss steht. Solche verborgenen Mängel müssen Verkäufer ungefragt nennen, entschied das Ober­landes­gericht Braun­schweig (Az. 9 U 51/17). Es ging um ein Fach­werk­haus, das einen massiven Insekten- und Pilzbefall aufwies. Der Käufer verlangte sein Geld zurück und wollte das Grund­stück zurück­über­tragen. Der Verkäufer hatte ihn nicht darüber aufgeklärt, dass das Haus von Schädlingen befallen war. Solch ein Schädlings­befall habe Einfluss auf die Kauf­entscheidung, so das Gericht. Auf den Gewähr­leistungs­ausschluss könne sich der Verkäufer nicht berufen, wenn er den Mangel arglistig verschwiegen hat. Davon ging das Gericht aus, weil er die Fach­werk­balken vorher wegen Befalls mit Holz­würmern bearbeitet und gestrichen hatte.

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