Falsche Angaben zur Immobilie im Exposé des Maklers können den Käufer dazu berechtigen, den Kauf­vertrag rück­gängig zu machen und Schaden­ersatz zu verlangen. Das gilt nach einem Urteil des Bundes­gerichts­hofes auch dann, wenn im notariellen Kauf­vertrag die Haftung des Verkäufers für Sachmängel ausgeschlossen ist (Az. V ZR 256/16).

Im Exposé hatte der Makler ausdrück­lich darauf hingewiesen, dass der Keller des in den 50er Jahren errichteten Hauses trocken sei. Tatsäch­lich war er feucht. Das konnte der Käufer bei der Besichtigung nicht erkennen, weil der Verkäufer die feuchten Wände zuvor mit weißer Farbe über­tünchen ließ.

Die Richter werteten die falsche Angabe als arglistige Täuschung. Der Verkäufer muss den Kauf­preis gegen Rück­gabe der Immobilie erstatten und dem Käufer die angefallenen Umzugs- und Kauf­neben­kosten ersetzen. Dem Verkäufer nutzte es nichts, dass im Kauf­vertrag selbst keine Rede mehr von einem trockenen Keller war.

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