Die Kosten für einen Haus­notrufdienst verringern als haus­halts­nahe Dienst­leistung die Steuerschuld. Das entschied jetzt der Bundes­finanzhof in einem aktuellen Urteil (BFH, Az. VI R 18/14).

Geklagt hatte ein Ruhe­ständler, der im Rahmen des Betreuten Wohnens in einer Seniorenresidenz lebt. Neben der Miete zahlt er eine Betreuungs­pauschale, die Kosten für ein Notrufsystem enthält. Damit kann er per Knopf­druck rund um die Uhr Hilfe rufen. In seiner Steuererklärung machte er neben den Aufwendungen für Reinigung und Hausmeister die Kosten für den Notruf geltend. Das Finanz­amt erkannte Hausmeister- und Reinigungs­kosten an, strich aber die Kosten für den Notrufdienst.

Der Bundes­finanzhof gab jetzt dem Ruhe­ständler recht. Begründung: Bei dem Notrufsystem handele es sich um eine haus­halts­nahe Dienst­leistung. Durch die Rufbereitschaft werde sicher­gestellt, dass ein Bewohner im Bedarfs­fall Hilfe rufen kann. Eine solche Rufbereitschaft leisten sonst typischer­weise in einem Haushalt zusammenlebende Familien- oder sons­tige Haus­halts­angehörige und stellen so sicher, dass kranke oder alte Menschen Hilfe erhalten.

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