Haus­halts­nahe Dienst­leistungen Auch Hundesitting lässt sich absetzen

25.09.2017
Haus­halts­nahe Dienst­leistungen - Auch Hundesitting lässt sich absetzen
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Wer als Tier­besitzer Betreuer engagiert, kann die Kosten als haus­halts­nahe Dienst­leistungen von der Steuer absetzen – so hat das oberste deutsche Finanzge­richt, der Bundes­finanzhof (BFH), bereits im Jahr 2015 geur­teilt. Doch einige Finanz­ämter stellen sich immer noch quer. test.de sagt, was Tierhalter jetzt tun können.

Tier­betreuung ist eine haus­halts­nahe Dienst­leistung

Tier­besitzer können einen Teil ihrer Ausgaben auf der Einkommens­steuererklärung als haus­halts­nahe Dienst­leistungen absetzen. Nach einem BFH-Urteil von 2015 (Az. VI R 13/15) gehören dazu die Kosten für Fütterung, Fell­pflege oder Betreuung. Allerdings akzeptieren es nicht alle Finanz­ämter, wenn Hundehalter die Kosten für Hundesitting absetzen wollen.

In eigener Sache: Tierhalter als Interviewpartner gesucht

Ob Hundefutter, Katzenfutter oder Tierhalterhaftpflicht – unsere Artikel und Unter­suchungen zu Themen rund ums Tier finden bei unseren Lesern und Onlinenutzern viel Zuspruch. Darum wollen wir in Kürze einen Artikel zum Thema „Ihr Recht beim Tierkauf“ veröffent­lichen. Hier sind Sie gefragt: Welche Erfahrungen haben Sie beim Kauf von Hund, Katze, Pferd oder Papagei gemacht? Uns interes­siert dabei auch die Sicht von Verkäufern wie zum Beispiel Hobby­züchtern. Schreiben Sie uns an tierkauf@stiftung-warentest.de und schildern Sie uns bis zum 6. Oktober 2017 Ihre Erleb­nisse und Eindrücke. Alle Zuschriften werden selbst­verständlich vertraulich behandelt. Falls Sie bereit sind, mit Ihrem Namen und einem Foto in Finanztest zu erscheinen, geben Sie uns bitte einen entsprechenden Hinweis. Wenn Sie über die Veröffent­lichung des Artikels informiert werden wollen, bestellen Sie unseren test.de-Newsletter!

Finanzge­richt gibt Hundehalterin Recht

Vor dem Finanzge­richt Hessen wurde kürzlich der folgende Fall verhandelt: Eine Frau hatte einen Hunde­service engagiert, der ihre Tiere regel­mäßig ausführte. Die Kosten dafür machte die Frau als haus­halts­nahe Dienst­leistungen in der Einkommensteuererklärung geltend. Das Finanz­amt lehnte diesen Posten auf der Steuererklärung ab. Die Begründung: Die Hunde werden außer­halb der Grundstücks­grenzen ausgeführt, deshalb sind es keine steuer­begüns­tigten haus­halts­nahen Dienst­leistungen. Dem wider­sprach das Finanzge­richt: Entscheidend ist nicht, wo die Dienst­leistungen erbracht werden, sondern ob sie im Zusammen­hang mit der Haus­halts­führung stehen (Az. 12 K 902/16).

Hundehalter sollten Steuer­bescheid wider­sprechen

Das zuständige Finanz­amt hat gegen das Urteil des Finanz­gerichts Hessen Beschwerde beim Bundes­finanzhof einge­legt. Hundehalter sollten dennoch unbe­dingt die Kosten für die Hunde­betreuung auf ihrer Steuererklärung angeben: Wenn das Finanz­amt die Kosten für das Hunde­ausführen ablehnt, könnten sie Einspruch gegen den Steuer­bescheid einlegen und das Ruhen des Verfahren beantragen. Als Begründung für den Einspruch kann auf das BFH-Urteil aus dem Jahr 2015 und auf das laufende Verfahren beim Bundes­finanzhof verwiesen werden. Entscheidet der BFH im Sinne der Hundehalter, dann gibt es Geld zurück.

Tipp: Antworten auf häufige Leserfragen zum Thema Hund finden Sie in unseren FAQ Hunde und Recht, Hunde und Steuern sowie Hunde und Futter.

25.09.2017
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