Haus­halts­hilfe Special

Eine plötzliche, schwere Erkrankung oder Pflegebedürftig­keit – schon kann ein Menschen den Haushalt nicht mehr allein führen. Manchmal ist es nur vorüber­gehend schwierig, etwa wenn Zwillinge geboren werden oder eine Mutter nach Unfall oder Krankheit stark geschwächt ist. Oft gelingt die Haus­halts­führung jemandem aber wegen seines Alters oder Pflegebedürftig­keit auf Dauer nicht mehr. Wir erklären, welche Lösungen es gibt – von der Über­nahme der Kosten durch die Kasse bis zur polnischen Pfle­gekraft.

Das Wichtigste in Kürze

Haus­halts­hilfe von der Krankenkasse. Gesetzlich Versicherten wird vorüber­gehend eine Haus­halts­hilfe bezahlt, sofern sie ärzt­lich verschrieben wird.

Haus­halts­hilfe als Minijob anmelden. Wer eine Haus­halts- oder Putz­hilfe ohne Gewerbe beschäftigt, muss sie als Arbeitnehmer/-in anmelden. Verdient sie höchs­tens 450 Euro im Monat, ist das über die Minijob-Zentrale möglich.

Drei Möglich­keiten der Beschäftigung. Ist umfassendere Hilfe im Haushalt nötig, könnten Sie eine Hilfs­kraft fest anstellen. Sie könnten eine selbst­ständige Kraft auf Rechnung beschäftigen. Oder Sie könnten sich jemanden über eine Agentur aus dem EU-Ausland vermitteln lassen und mit dessen Arbeit­geber einen Vertrag schließen (zum Test von Vermittlungsagenturen).

Steuern sparen. Die Kosten einer Haus­halts­hilfe lassen sich als haus­halts­nahe Dienst­leistung steuer­mindernd geltend machen (FAQ Haushaltsnahe Dienstleistung). Bei umfassender Hilfe, etwa wegen Pflegebedürftig­keit, können die Kosten als außergewöhnliche Belastung abge­setzt werden.

Keine Schwarz­arbeit riskieren. Schwarz­arbeit kann sehr teuer werden. Es drohen hohe Bußgelder und Nach­zahlungen von Sozial­versicherungs­beiträgen.

Vorüber­gehende Haus­halts­hilfe von der Krankenkasse

Einkaufen, Staubsaugen, Wäsche waschen und Abspülen? Kann ein gesetzlich Kranken­versicherter seinen Haushalt wegen einer schweren Erkrankung vorüber­gehend nicht selbst führen und es gibt niemandem, der das für ihn über­nimmt, trägt die Krankenkasse in bestimmten Fällen die Kosten einer Haus­halts­hilfe.

Mindestens vier Wochen Unterstüt­zung

Jede gesetzliche Krankenkasse zahlt bis zu vier Wochen für eine Haus­halts­hilfe, etwa wenn ein Versicherter, der allein lebt, nach ­einer Operation geschwächt aus dem Kranken­haus kommt und niemand ihn zu Hause unterstützt. Wer Kinder unter zwölf Jahren hat, schwer erkrankt und dann ins Kranken­haus oder zur Reha an einen anderen Ort muss, kann diese Hilfe sogar bis zu 26 Wochen bekommen. Einige Kassen zahlen darüber hinaus zum Beispiel auch bei akuten Erkrankungen oder wenn kein Kind zum Haushalt gehört. Welche Kasse welche Leistungen anbietet, erfahren Sie in unserem Vergleich Krankenkassen.

Antrag auf Haus­halts­hilfe bei der Krankenkasse stellen

Bevor ein gesetzlich Versicherter eine Haus­halts­hilfe beauftragt, die seine Kasse bezahlen soll, muss er mit seinem behandelnden Arzt zusammen einen Antrag stellen. Gemein­sam füllen sie das Formular aus, das sich der Versicherte zuvor bei seiner Krankenkasse besorgt hat. Darin muss beschrieben sein, warum Unterstüt­zung benötigt wird und wie viel. Die vom Arzt unter­schriebene Bescheinigung sendet der Versicherte anschließend an seine Kasse.

Organisation der Haus­halts­hilfe über­nimmt die Kasse

Um die Organisation einer ärzt­lich verschriebenen Haus­halts­hilfe kümmert sich in der Regel die Krankenkasse. Sie hat Verträge mit Sozialstationen und privaten Dienst­leistern, die die Unterstüt­zung im Alltag wie Putzen oder Einkaufen über­nehmen. Soll dagegen ein Verwandter bis zum zweiten Grad helfen – etwa die Schwester des Versicherten, der Schwager oder die erwachsene Tochter –, erstattet die Kasse Fahrt­kosten und Verdienst­ausfall bis zu einer „angemessenen“ Höhe.

Abrechnung erfolgt direkt mit der Kasse

Sobald der positive Bescheid der Kasse zur Kosten­über­nahme vorliegt, kann der Versicherte mit dem Anbieter der Hilfe Termine vereinbaren, wann die Haus­halts­hilfe kommt. Der Anbieter rechnet die Kosten mit der Kasse direkt ab. Der Versicherte selbst leisten eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der Kosten pro Einsatz – mindestens 5 Euro und höchs­tens 10 Euro. Den Eigen­anteil muss er an seine Krankenkasse über­weisen, wenn die Aufforderung dazu per Post ange­kommen ist.

Dauer­hafte Haus­halts­hilfe als Betreuungs­kraft

Ist auf Dauer eine umfassende Hilfe im Haushalt nötig, zum Beispiel weil ein Haus­halts­mitglied pflegebedürftig ist oder ein Pflegebedürftiger allein lebt, kann jeden Tag eine Haus­halts- und Betreuungs­kraft für einen langen Zeitraum für viele Stunden täglich benötigt werden. Meist ist sie dann nicht nur für das Putzen und die Wäsche zuständig. Gerade bei erhöhtem Pflegebedarf ist eine Betreuungs­kraft eine wert­volle Stütze, wenn sie mit im Haushalt lebt, einen hilfebedürftigen Angehörigen bei anfallenden Kleinig­keiten unterstützt und ihm Gesell­schaft leistet. So können auch stärker Pflegebedürftige noch lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Viele Menschen denken in dieser Situation zum Beispiel an polnische Pfle­gekräfte.

Betreuungs­kraft: Keine 24-Stunden-Hilfe

Eine 24-Stunden-Betreuung darf eine solche Hilfs­kraft nicht leisten. Auch für Arbeits­kräfte aus dem Ausland gilt meist deutsches Arbeits­recht. Es sieht maximal eine 48-Stunden-Woche vor, bezahlt mindestens nach Mindest­lohn (seit Januar 2017 sind es 8,84 Euro pro Stunde), sowie mindestens einen freien Tag pro Woche und bezahlten Urlaub. Eine Betreuungs­kraft kann aber im Haushalt helfen und einfache Grund­pflege im Laufe des Tages leisten, wenn sie sich die acht Stunden flexibel aufteilen kann. Auf diese Weise ist eine individuelle Betreuung möglich. Bezahlt der Pflegebedürftige dafür den Mindest­lohn sowie kostenlose Unterbringung und Verpflegung, ist die Unterstüt­zung prinzipiell legal.

Haus­halts­hilfen und Pfle­gekräfte oft aus Osteuropa

Die Betreuung eines Pflegebedürftigen in dessen Zuhause über­nehmen vor allem Frauen aus Osteuropa, insbesondere aus Polen. Polnische Pfle­gekräfte oder Betreuungs­kräfte aus anderen Ländern leben in einem eigenen Zimmer, oft mit Internet­anschluss, im Haushalt des Pflegebedürftigen und unterstützen ihn für zwei bis drei Monate. Anschließend kehren sie für die gleiche Zeit zu ihren Familien zurück und eine Kollegin über­nimmt in dieser Zeit ihre Arbeit. Im Ideal­fall können sich zwei Betreuungs­kräfte so länger­fristig um einen Menschen kümmern.

Dabei hilft die Betreuungs­kraft vor allem

  • Aufstehen und Zubett­gehen
  • Waschen, Kämmen, Zähneputzen und gegebenenfalls Rasieren
  • An- und Ausziehen
  • Essen und Trinken
  • Gang zur Toilette
  • Waschen, Aufhängen, Bügeln und Falten der Wäsche
  • Aufräumen und Putzen
  • Einkaufen und Zubereiten der Mahl­zeiten und Getränke

So unterstützt eine Betreuungs­kraft den Pflegebedürftigen in der Frei­zeit

  • Gemein­sam spazieren­gehen
  • Vorlesen
  • Spielen von Gesell­schafts­spiele
  • Begleitung zum Arzt oder aufs Amt, ins Konzert oder Theater

Betreuungs­kraft ist keine Pfle­gekraft

Medizi­nische Versorgung sollten Haus­halts­kräfte nicht leisten. Sie sollen also keine Verbände wechseln, Spritzen geben oder Medikamente verabreichen. Selbst wenn die Hilfs­kraft in ihrer Heimat eine Ausbildung zur Pflegerin oder Kranken­schwester absol­viert hat, wird vertraglich meist fest­gehalten, dass sie in Deutsch­land keine Behand­lungs­pflege vornimmt. Dadurch werden Haftungs­streitig­keiten vermieden. Für solche Maßnahmen sollten Sie daher immer zusätzlich einen Pflege­dienst bestellen oder die Möglich­keiten der Tages- oder Nacht­pflege nutzen. Details lesen Sie im kostenlosen Special Pflegedienst auf test.de.

Eine Haus­halts­hilfe einstellen

Eine gute Betreuungs­kraft kann Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen das Leben enorm erleichtern. Sie kümmert sich zu fest­gelegten Zeiten um ihn, sodass Angehörige nur an den Wochen­enden und eventuell am Morgen oder Abend zuständig sind. Wenn eine Hilfs­kraft beschäftigt werden soll, gibt es dafür drei verschiedene Möglich­keiten: die Anstellung im Haushalt, die Entsendung durch ein Unternehmen und die Beschäftigung als selbst­ständige Haus­halts­hilfe.

Möglich­keit 1: Im Haushalt angestellt

Jeder Privathaushalt in Deutsch­land kann eine oder mehrere Haus­halts­hilfen aus dem EU-Ausland einstellen. Dann wird entweder die pflegebedürftige Person oder ein Angehöriger zum Arbeit­geber. Der Vorteil dieser Variante besteht darin, dass der Arbeit­geber die gewünschten Leistungen individuell aushandeln kann. Der Vertrag muss sich aber an deutsches Arbeits­recht halten. Die Haus­halts­hilfe erhält dann ihr Gehalt direkt vom Pflegebedürftigen oder seinen Angehörigen. Verpflegung und Unterkunft sind frei. Zusätzlich muss der Arbeit­geber Steuern und Sozial­versicherungs­abgaben in Deutsch­land zahlen. Die Kosten liegen bei mindestens 2 000 Euro pro Monat.

Möglich­keit 2: Per ausländischem Unternehmen entsendet

Ein Unternehmen kann Haus­halts­hilfen aus EU-Staaten relativ unkompliziert für bis zu zwei Jahre nach Deutsch­land schi­cken. Bei dieser sogenannten Entsendung schließt der Pflegebedürftige mit einem ausländischen Unternehmen eine Vereinbarung darüber, welche Leistungen er sich von einer Betreuungs­kraft wünscht. Den Kontakt stellt häufig eine deutsche Vermitt­lungs­agentur her (zum Test von Vermittlungsagenturen). Das ausländische Unternehmen sucht darauf­hin eine passende Haus­halts­hilfe und schließt einen Arbeits­vertrag mit ihr ab. Der Pflegebedürftige erhält dann in der Regel zwei verschiedene Verträge. Einen Dienst­leistungs­vertrag mit dem ausländischen Unternehmen und einen Vermitt­lungs­vertrag mit der deutschen Vermitt­lungs­agentur.

Möglich­keit 3: Als selbst­ständige Haus­halts­hilfe beschäftigt

Manche Haus­halts­hilfen arbeiten als Selbst­ständige. Das kann als Vorteil erscheinen, da der Pflegebedürftige weder Vermitt­lungs­gebühren noch Steuern zahlen muss. Letztere muss eine selbst­ständige Hilfs­kraft nämlich alleine tragen. Allerdings setzt eine Selbst­ständig­keit nach deutschem Recht unter anderem voraus, dass die selbst­ständige Person mehrere Arbeit­geber hat und nicht den Anweisungen eines Unter­nehmens oder einer Person unterliegt. Das ist bei einer Betreuungs­kraft, die dauer­haft im Haushalt des Pflegebedürftigen lebt, nicht möglich. Bei einer länger­fristigen Betreuung besteht eine sogenannte Schein­selbst­ständig­keit. Wenn der Staat eine solche fest­stellt, müssen die Auftrag­geber Steuern, Versicherungen und eine Straf­gebühr nach­zahlen. Im schlimmsten Fall droht ihnen sogar ein Straf­verfahren. Mehr Informationen im Test von Vermittlungsagenturen und im neu erschienen Buch „Schnelle Hilfe im Pflegefall“.

Haus­halts­hilfe legal anstellen

Ein Putz­hilfe nicht anzu­melden, spart kein Geld. Oft ist es mit Anmelden sogar güns­tiger. Schwarz­arbeit schadet zudem dem Fiskus und Sozial­versicherungs­trägern. Ihnen entgehen Steuern und Beiträge. Rechnungen zu kontrollieren und zu begleichen oder gar als Arbeit­geber aufzutreten ist aufwendiger, kann sich aber lohnen. Unterm Strich sparen oft diejenigen, die eine Haus­halts­hilfe legal beschäftigen. Sie können einen Teil ihrer Ausgaben steuerlich absetzen. Und sie ersparen sich unvor­hergesehene Kosten: Schwarz­arbeit kann teuer werden, wenn etwas schiefläuft.

Tipp: Wie Sie einen Minijob ganz leicht anmelden, lesen Sie weiter unten.

Schwarz­arbeit – Bußgelder und Strafen drohen

Privatleute fühlen sich oft sicher, wenn sie etwa ihre Putzfee schwarz beschäftigen. Schließ­lich dürfen Fahnder nicht ohne weiteres in die Wohnung. Auffliegen können sie trotzdem. Dann drohen Nach­zahlungen, Bußgelder oder Strafen. Melden Auftrag­geber einen Minijob nicht an, kostet das bis zu 5 000 Euro Geldbuße. Hat ein Ausländer ohne Arbeits- oder Aufenthalts­erlaubnis gearbeitet, droht zusätzlich Ärger. Lassen die heimlichen Helfer Wert­gegen­stände oder Schlüssel mitgehen, bringen sich die Bestohlenen selbst in Probleme, wenn sie Anzeige erstatten. Verletzt sich ein Schwarz­arbeiter bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg, springt die gesetzliche Unfall­versicherung ein. Sie kann sich dann die Ausgaben für zum Beispiel ärzt­liche Behand­lungen vom Auftrag­geber zurück­holen. Er muss die Beiträge nach­zahlen und hohe Geldbußen fürchten.

Auf ordentliche Rechnungen achten

Legal zu handeln, ist einfach, insbesondere wenn Reinigungs­kräfte ein Gewerbe angemeldet haben. Sie stellen eine Rechnung. Auftrag­geber müssen nur darauf achten, dass die Rechnung ordentlich ausgestellt ist. Bei Rechnungen bis zu 150 Euro Gesamt­summe genügen Name und Anschrift der Gewer­betreibenden, Rechnungs­datum, Art und Umfang der Leistung, Betrag, Mehrwert­steuer, der zugehörige Mehr­wert­steuersatz beziehungs­weise ein Hinweis auf eine Steuerbefreiung. Bei höheren Beträgen kommen die Steuer­nummer oder Umsatz­steuer-Identifikations­nummer sowie eine laufende Rechnungs­nummer dazu.

Nicht bar bezahlen, sondern über­weisen

Eine simple Quittung reicht also nicht. Barzahlen kommt ebenfalls nicht infrage, wenn ein Auftrag­geber die Ausgaben für eine selbst­ständige Reinigungs­kraft in der Steuererklärung geltend machen möchte. Wird eine Putz­hilfe beschäftigt, die weder als Selbst­ständige noch als Arbeitnehmerin angemeldet ist, können Nach­zahlungen und Geldbußen fällig werden. Auftrag­geber dürfen Angaben der Putz­hilfe aber vertrauen, wenn es keine Hinweise darauf gibt, dass etwas nicht stimmt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann bei der Clearing-Stelle der Deutschen Renten­versicherung kostenlos den Status fest­stellen lassen (Telefon 0 800/10 00 48 00).

Wann eine Minijob-Anmeldung nötig ist

Eine Putz­hilfe ohne Gewerbe müssen Auftrag­geber als Arbeitnehmerin anmelden. Das ist einfach, wenn sie kurz­zeitig beschäftigt ist oder höchs­tens 450 Euro im Monat auf gering­fügiger Basis verdient. Ein Formular, der sogenannte Haus­halts­scheck, reicht, um einen Minijob im Privathaushalt anzu­melden. Die bei der Bundes­knapp­schaft angesiedelte Minijob-Zentrale berechnet die Abgaben und zieht sie ein. Maximal 14,54 Prozent des Arbeits­entgelts trägt der Arbeit­geber. Das deckt Lohn­steuer, Beiträge zur Sozial­versicherung und Umlagen ab. Auf den Minijobber entfallen 13,7 Prozent, wenn er nicht von der Renten­versicherungs­pflicht befreit ist. Die Minijob-Zentrale zieht auch den Teil beim Arbeit­geber ein. Der zahlt entsprechend weniger aus.

Tipp: Privatleuten hilft die Minijob-Zentrale auch bei der Suche einer Haus­halts­hilfe. Die kostenlose Vermitt­lungs­platt­form finden Sie unter www.haushaltsjob-boerse.de im Internet.

Haus­halts­hilfe hat Urlaubs­anspruch

Minijobbern steht bezahlter Urlaub zu. Sind sie krank, muss der Arbeit­geber sie bis zu sechs Wochen weiterbezahlen. Mutter­schutz- und Kündigungs­fristen und Ähnliches sind einzuhalten. Gilt ein Beschäftigungs­verbot für eine Frau in der Schwangerschaft, erstattet die Minijob-Zentrale aber 100 Prozent der Lohn­kosten, bei Krankheit 80 Prozent. Bei einem Unfall springt die gesetzliche Unfall­versicherung mit ihren Leistungen ein.

Mindest­lohn gilt auch im Haushalt

Brutto 8,84 Euro Mindest­lohn pro Stunde (seit Januar 2017) gelten auch im Haushalt. Als Haus­halts­hilfe angemeldete Minijobber dürfen Privatleute sogar bar bezahlen, wenn das gewünscht ist. Vom Mindest­lohn gibt es Ausnahmen, zum Beispiel für Schüler unter 18 Jahren. Genaueres findet sich unter www.der-mindestlohn-gilt.de.

510 Euro im Jahr steuer­mindernd

Das Finanz­amt erkennt 20 Prozent der Kosten im Jahr an, maximal 510 Euro (zum Special Haushaltsnahe Dienstleistung). Als Nach­weis bescheinigt die Minijob-Zentrale zu Jahres­beginn das Arbeits­entgelt und die Abgaben des Vorjahres. Oft ist ein Minijob daher güns­tiger als Schwarz­arbeit.

Familien­mitglieder kommen als Haus­halts­hilfe nicht infrage

Der Gedanke liegt nahe, Ehegatten und zuhause lebende Kinder als Haus­halts­hilfe entgeltlich zu beschäftigen. Sie dürfen aber nicht als Minijobber im eigenen Haushalt angemeldet werden. Ansonsten kommen fast alle als Minijobber infrage. Arbeits­losen wird aber unter Umständen ein Teil des Entgelts auf den Leistungs­bezug ange­rechnet. Bei Jugend­lichen empfiehlt es sich, sich den Ausweis zeigen zu lassen. Sie dürfen ab 13 Jahren mit Einwilligung des gesetzlichen Vertreters leichte Arbeiten durch­führen, bis 15 Jahre aber höchs­tens zwei Stunden am Tag.

Haus­halts­hilfe aus dem EU-Ausland beschäftigen

Bei Bewerbern aus Ländern außer­halb der EU ist es ratsam, sich den Aufenthalts­titel zeigen zu lassen. Denn es ist verboten sie ohne Arbeits- und Aufenthalts­erlaubnis zu beschäftigen. Bei Minijobbern aus der Europäischen Union ist keine Arbeits­erlaubnis erforderlich. Nur für Kroaten gelten bis Ende Juni Einschränkungen. In der Regel nicht möglich sind Minijobs für Arbeitnehmer, die in einem anderen EU-Land leben und einen wesentlichen Teil ihres Einkommens erzielen. Der Arbeitnehmer muss sich das von der zuständigen Stelle seines Landes bescheinigen lassen. Der Arbeit­geber in Deutsch­land muss ihn in diesem Staat anmelden und dort Sozial­versicherungs­beiträge zahlen.

Wenn ein Minijob nicht möglich ist

Aufwand und Abgabenhöhe steigen auch deutlich, wenn ein Minijob nicht oder nicht mehr möglich ist, etwa weil die Haus­halts­hilfe zu viel mit mehreren Minijobs verdient. Grund­sätzlich muss der Arbeit­geber das selbst prüfen, indem er die Aushilfe nach weiteren Beschäftigungen befragt. Spätestens, wenn die Minijobzentrale einen Hinweis gibt, muss sich der Arbeit­geber selber um alles kümmern: seine Haus­halts­hilfe bei der Krankenkasse und der Unfall­versicherung anmelden, Steuern und Abgaben berechnen und abführen.

Tätig­keit für Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften

Auch Wohnungs­eigentümer­gemeinschaften oder bei Tätig­keiten in Gewerberäumen müssen die Hilfs­kräfte angemeldet werden. Das Haus­halts­scheck-Verfahren für Minijobs in Privathaushalten kommt dann nicht infrage. Nur Privatleute dürfen es für Jobs in Privaträumen nutzen.

So wird ein Minijobber angemeldet

Wer Minijobber beschäftigt, muss sie bei der Minijob-Zentrale anmelden und später abmelden, wenn das Arbeits­verhältnis endet. Gebraucht wird das Formular „Haus­halts­scheck“. Interes­senten können es schriftlich unter Minijob-Zentrale, 45115 Essen, oder telefo­nisch unter 03 55/2 90 27 07 99 anfordern oder es online ausfüllen unter www.minijob-zentrale.de, Menü­punkt „Haus­halts­hilfe anmelden“.

  • Betriebs­nummer. Die privaten Arbeit­geber werden unter anderem nach ihrer Betriebsnummer gefragt. Wer noch keine hat, lässt das Feld leer. Die Minijob-Zentrale weist dann eine Betriebs­nummer zu.
  • Pausch­steuer. Die Minijob-Zentrale zieht zwei Prozent des Arbeits­entgelts pauschal als Lohn­steuer ein, wenn der Arbeit­geber „Ja“ beim Feld „Pausch­steuer“ ankreuzt. Das ist ratsam. Wer „Nein“ wählt, muss die Lohn­steuer über die Steuerklasse der Aushilfe selbst erheben und an das Finanz­amt abführen.
  • Versicherungs­nummer eintragen. Die Versicherungs­nummer des Minijobbers steht zum Beispiel auf dessen Sozialversicherungs­ausweis. Ist sie nicht bekannt, tätg der Arbeit­geber Geburts­datum, Geschlecht, Geburts­ort und Geburts­namen des Minijobbers ein.
  • Schwankender Brutto­lohn. Schwankt das monatliche Arbeits­entgelt, müssen Arbeit­geber die konkrete Höhe mit Folge­schecks melden. Die Minijob-Zentrale stellt auch Halb­jahres­schecks zur Verfügung.
  • Last­schrift­mandat erteilen. Privatleute, die eine Haus­halts­hilfe als Minijobberin beschäftigen, müssen der Minijobzentrale ein Sepa-Last­schrift­mandat erteilen. Von ihrem Konto zieht die Minijob-Zentrale dann alle fälligen Abgaben am 31. Januar und 31. Juli für das ­voraus­gegangene Halb­jahr ein. Das gilt gegebenenfalls auch für den ­Arbeitnehmer­anteil zur Rentenver­sicherung, den der Arbeit­geber vom Lohn der Haus­halts­hilfe einbehält.

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